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Bald ist es wieder soweit: In 10 Tagen wird die Schweizer Bevölkerung über fünf Vorlagen abstimmen, unter anderem über zwei Volksinitiativen. Doch wie soll man abstimmen? Sind die Vorlagen sinnvoll oder nicht? Viele haben weder Zeit noch Interesse daran, sich richtig mit den einzelnen Vorlagen zu beschäftigen. Deshalb beschäftigt dieser Artikel sich mit einer Auswahl an Pro- und Kontraargumenten sowie einer Kurzzusammenfassung zur Forderung der jeweiligen Vorlage, um sich einen schnellen Überblick über die aktuellen Vorlagen zu machen.

Die fünf Vorlagen, die uns im Juni beschäftigen, sind folgende:
1. Volksinitiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung
2. Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide»
3. Covid-19-Gesetz
4. CO2 -Gesetz
5. Bundesgesetz über polizeiliche Massnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus (PMT)

Volksinitiative für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung

Die Trinkwasserinitiative verlangt, dass ein Teil der bezahlten Steuern zukünftig in eine pestizidfreie Lebensmittelproduktion fliesst. Ausserdem soll die prophylaktische, also vorbeugende Verwendung von Antibiotika verboten werden. Die Tiere auf den Höfen sollen mit betriebseigenem Futter ernährt werden. Nebst den Subventionen sollen die Bäuerinnen und Bauern mit Investitionshilfen, Forschung und Bildung unterstützt werden.

Pro

  • Momentan wird der Pestizidgrenzwert im Trinkwasser vielerorts überschritten. Der Konsum dieses Wassers kann uns über längere Zeit gesundheitlich schaden – eine Versorgung mit einwandfreiem Wasser ist somit nicht möglich.
  • Durch übermässige Verwendung von Antibiotika entstehen mehr antibiotikaresistente Bakterien – somit entstehen mehr Krankheiten, gegen die wir keine Medikamente haben. Sogar in unserem Trinkwasser findet man bereits solch antibiotikaresistente Bakterien vor.
  • Die Tierbestände für die Produktion von Fleisch und Eiern in der Schweiz sind heute durch den massiven Futterimport von 1,2 Mio. Tonnen pro Jahr künstlich überhöht. Die Folge sind Gülleüberschüsse, die zu Nitrat, einem krebserregenden Salz, im Trinkwasser führen.
  • Durch die Importfutterproduktion gelangt auch Ammoniak in unsere Böden, Gewässer und in die Luft. Ammoniak belastet unsere Lungen mit Feinstaub, zerstört die Biodiversität und schadet dem Klima.
  • Durch die Subventionsumlenkung würden ökologische Lebensmittel nicht mehr teurer als die umwelt- und gesundheitsschädigenden sein.

Wir müssen auf unsere Gesundheit und auf die Umwelt achten und dazu gute Massnahmen zur Durchsetzung einführen.

Kontra

  • Bereits heute werden viele Lebensmittel aus dem Ausland importiert. Durch die Trinkwasserinitiative würde die Lebensmittelproduktion im Inland teurer und strenger werden, weshalb man noch mehr auf Import setzen würde, weshalb die Umweltbelastung noch mehr steigt.
  • Seit einigen Jahrzehnten wird der prophylaktische Antibiotikaeinsatz drastisch verschärft. Mit der nationalen Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) werden laufend weitere Massnahmen ergriffen, damit der Antibiotika-Einsatz reduziert werden kann. Bereits jetzt sieht man gewaltige Fortschritte: Seit 2018 wurde der Antibiotikaeinsatz bei Tieren um 48% reduziert.
  • Viele Höfe haben nicht genug Platz und Ressourcen, um genügend Produkte herzustellen für ihre Tierhaltung – sie könnten somit weniger Tiere halten, da die Tiere neu von vom Hof hergestellten Produkten ernährt werden sollten.
  • Die im Trinkwasser nachgewiesenen Rückstände liegen fast immer weit unter den gesetzlichen Höchstwerten. Neue Erkenntnisse für den Wirkstoff Chlorothalonil haben unlängst dazu geführt, das dessen Abbauprodukte von «nicht relevant» zu «relevant» eingestuft wurden. Der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert wurde dadurch um den Faktor 100 reduziert. An zahlreichen Trinkwasserfassungen wurden in der Folge die Grenzwerte überschritten. An der Wasserqualität hat sich jedoch nichts geändert.

Die Initiative ist keine Trinkwasser-, sondern eine Importförderungsinitiative.

Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide»

Diese Initiative schlägt folgende Änderung in der Bundesverfassung vor: Der Einsatz synthetischer Pestizide in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege ist verboten. Die Einfuhr zu gewerblichen Zwecken von Lebensmitteln, die synthetische Pestizide enthalten oder mithilfe solcher hergestellt worden sind, ist verboten.
(Pestizide sind Stoffe zur Abwehr und Bekämpfung von Schädlingen, Krankheiten und Unkräutern. Sie werden eingeteilt in Pflanzenschutzmittel, Biozide sowie Tierarzneimittel.)

Pro

  • Mit der Initiative soll die Schweiz von diesen Giften befreit werden. Denn synthetische Pestizide schaden nicht nur der Gesundheit, sondern verunreinigen auch unsere Umwelt.
  • Pestizide und ihre Abbauprodukte lassen sich heute im Körper klar nachweisen. Die Natur kann den Abbau nicht bewältigen. Langfristige Studien haben gezeigt, dass eine chronische Exposition gegenüber bestimmten Pestiziden selbst bei sehr niedrigen Konzentrationen negative gesundheitliche Auswirkungen hat. Besonders betroffen sind Kinder. Pestizide können die Entwicklung des Gehirns bei ungeborenen Kindern sowie die sexuelle Entwicklung von Jugendlichen negativ beeinträchtigen. Der Verzicht auf Pestizide ist notwendig für unsere Gesundheit.
  • Synthetische Pestizide gelangen über die Luft und das Wasser in natürliche Kreisläufe und zerstören damit ganze Ökosysteme: Die Zahl der Insekten ging innerhalb nur einer Generation um fast drei Viertel dramatisch zurück, Wasserläufe wurden vergiftet, Böden immer unfruchtbarer und ganze Bienenkolonien starben aus.
  • Pestizide sind auch deutlich in unseren Lebensmitteln nachzuweisen. Zugang zu giftfreiem und unbedenklichem Essen zu haben, sollte ein Grundrecht sein.
  • Menschen, die sich ausschliesslich oder mehrheitlich von pestizidfreien Bio-Lebensmitteln ernähren, erleiden durchschnittlich ein um 25% geringeres Krebsrisiko als Menschen, die sich hauptsächlich von konventionell produzierten Lebensmitteln ernähren.

Das Grundrecht, umweltfreundliches und nicht gesundheitsschädigende Lebensmittel konsumieren zu dürfen, sollte wieder zu uns zurückkehren.

Kontra

  • Auch private Gartenbesitzer und die SBB benutzen Pflanzenschutzmittel, die Initiative bezieht sich jedoch lediglich auf die Landwirtschaft.
  • In der Initiative sind alle Pestizide im Fokus, unter anderem auch Pflanzenschutzmittel inbegriffen. Damit wäre auch der Biolandbau betroffen, der diese Schutzmittel momentan benutzt.  Ohne Pestizide können die Landwirte ihren Gemüseanbau nur ungenügend vor Krankheiten, Schädlingen und der Konkurrenz von Unkräutern schützen
  • Die Versorgung mit Schweizer Lebensmitteln und die Auswahl an importierten Lebensmitteln wird eingeschränkt. Bei der Produktion werden Hygienevorschriften schwieriger einzuhalten sein. Zudem würden internationale Handelsabkommen verletzt.
  • Bei einem vollständigen Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel würden die Erträge massiv zurückgehen: In der konventionellen Landwirtschaft um 30 bis 50 Prozent, bei Obst und Gemüse sogar bis 80 Prozent. Der Bio-Landbau (mit 20 bis 30 Prozent weniger Ertrag als die konventionelle Landwirtschaft) hätte noch einmal bis 50 Prozent weniger Ertrag.
  • Ohne Pestizide brauchen Gemüseanbauer mehr Fläche für denselben oder sogar weniger Ertrag – die Selbstversorgungsquote sänke drastisch und Gemüse müsste vermehrt aus dem Ausland importiert werden. Da man auch im Ausland die pestizidfreie Produktion kontrollieren müsste, wäre das ein sehr kostspieliger bürokratischer Aufwand, den wir Konsumenten zahlen müssten. Gemüse würde ein Luxusprodukt werden.
  • Ohne Pestizide steigt der Qualitätsmangel bei Gemüse – das Risiko, dass die Ware nicht gekauft wird, erhöht sich und mehr Foodwaste ist nicht auszuschliessen.

Mit der Initiative fördern wir nur den Import.

Covid-19-Gesetz

Als letztes Jahr wegen der Pandemie gesellschaftliche Massnahmen notwendig waren, um die Corona-Verbreitung einzudämmen, musste der Bundesrat das Notrecht einberufen, denn das Epidemiegesetz deckte nicht alle notwendigen Massnahmen, Erwerbsersatzentschädigungen und die Härtefallhilfen,  die ergriffen werden mussten. Doch das Notrecht kann maximal nur sechs Monate andauern – da die Pandemie jedoch noch weiter andauerte, beziehungsweise andauert, hat das Parlament am 25. September 2020 das Covid-19-Gesetz einberufen, um weiterhin die Massnahmen durchführen zu können. Das Gesetz ist sofort in Kraft getreten, doch nach Meinung des Referendumskomitees ist das Gesetz überhastet und am Volk vorbei erarbeitet worden.  So ist nun ein Referendum zustande gekommen und am 13. Juni 2021 wird entschieden, ob das Covid-19-Gesetz weiterhin gilt oder nicht.

Pro

  • Das Gesetz ist nötig, um die Covid-Tests und die Unterstützungen beispielsweise der Restaurants weiter problemlos zu finanzieren. Auch der Zugang zu Medikamenten gegen Corona könnte ohne das Gesetz beeinträchtigt werden.
  • Neue Massnahmen bei einer neuen Ansteckungswelle würden wieder komplizierter einführbar sein.
  • Ein „Nein“ zum Corona-19-Gesetz ändert nichts daran, dass der Bundesrat Versammlungsverbote verhängen und Schulen, Restaurants und Läden schliessen kann. Diese Massnahmen sind alle bereits durch das Epidemiengesetz erlaubt.
  • Bei einem „Nein“ ist die finanzielle Hilfe nach dem September nicht mehr möglich (oder zumindest erschwert.) Leistungsausbau bei Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit, Härtefallhilfe, Hilfsgelder für Kultur, Sport, Medien und Krippen fallen somit ab Ende September alle aus.

Schwere Zeiten fordern spezielle Massnahmen, um nicht in Chaos zu versinken. Wir müssen die durch die Pandemie Arbeitslosen weiterhin finanziell unterstützen können.

Kontra

  • In Artikel 3a wird vorgesehen, dass Menschen, die geimpft sind, nicht mehr in Quarantäne müssen. Das schafft eine Rechtsungleichheit: Die Ungeimpften – Menschen, die sich nicht impfen lassen können oder wollen – sind weiterhin dem willkürlichen Freiheitsentzug von Isolation und Quarantäne ausgesetzt. Ungeimpften werden allgemein Grundrechte entzogen.
  • Auch wenn das Gesetz abgelehnt wird, werden die Finanzhilfen bis zum 25. September 2021 weiterlaufen.
  • Die wirtschaftlichen Einschränkungen haben schlimme Nachfolgen: Jugendarbeitslosigkeit, häusliche Gewalt und Suizide nehmen zu.
  • Die Mediensubventionen erhöhen sich mit dem Covid-Gesetz auf neu 480‘000‘000 Franken jährlich. Nach Worten der Gegner des Covid19-Gesetzes kaufe der Bundesrat die Medien und die Pressefreiheit sei somit gefährdet.

Das Parlament hat das Gesetz letztes Jahr an uns vorbeigeschmuggelt – in einer Demokratie dürfen wir uns das nicht gefallen lassen.

CO2 -Gesetz

Das CO2-Gesetz sieht vor, dass die CO2-Abgabe auf Heizöl und Erdgas erhöht wird und dass der Benzinpreis steigt. Auch das Fliegen soll teurer werden – wegen einer Flugticketabgabe von 30 Franken auf Europaflügen und maximal 120 Franken auf Interkontinentalflügen. Ausserdem sollten Privatpersonen und Unternehmen, die einen geringen CO2-Aussstoss haben, Rückvergütungen bekommen.

Pro

  • Das Gesetz schützt das Klima durch einen niedrigeren CO2-Ausstoss.
  • Es werden neue Arbeitsplätze mit Zukunft und zusätzliche Aufträge geschaffen für kleine und mittlere Unternehmen.
  • Die Schweiz wird unabhängiger gegenüber dem Import ausländischer Erdölkonzernen.
  • Die Bevölkerung und Unternehmen werden nicht so sehr bestraft wie mit anderen umweltschützenden Massnahmen.
  • Als Alpenland sind wir Schweizer vom Klimawandel besonders betroffen – im Vergleich zum weltweiten Durchschnitt erwärmt sich die Schweiz doppelt so schnell. Pflanzenarten sowie Gletscher sterben aus; Naturgefahren wie Erdrutsche häufen sich an.
  • Steigt der CO2-Gehalt in der Luft weiter, müssen wir mit gewaltigen Folgekosten rechnen. So kostet uns dies schlussendlich mehr, als wenn wir jetzt schon auf unser Klima achten.
  • Mit dem Gesetz sollen sich die CO2-Emissionen 2030 halbieren im Vergleich zu 1990. Bis 2030 sollen sich die Emissionen gegenüber 1990 mindestens halbieren. Dies ist möglich durch eine Kombination von finanziellen Anreizen, Investitionen und neuen Technologien.
  • Die Massnahmen des CO2-Gesetzes sind fair und sozial ausgestaltet.
  • Ohne Gesetz fällt die Schweiz beim Umweltschutz zurück, unser Klimaziel können wir auch nicht mehr einhalten.

Wir müssen jetzt handeln und unsere Umwelt schützen – wir müssen die Emissionen senken.

Kontra

  • Ein CO2-Gesetz würde am weltweiten CO2-Ausstoss nicht viel verändern, da die Schweiz im weltweiten Vergleich nur einen geringen Ausstoss (0,1%) haben.
  • Das Gesetz hat auch finanzielle Auswirkungen auf das Volk.
  • Durch das Gesetz wären Mittelstand und mittlere und kleinere Unternehmen konfrontiert mit mehr Abgaben und Vorschriften.
  • Durch das CO2-Gesetz entstehen mehr Verbote und Vorschriften, sowie Steuern und Abgaben.
  • Nicht alle haben genügend Geld, um sich erneuerbare Heizungen einbauen zu lassen oder die teuren Abgaben, die sonst entstehen zu bezahlen.
  • Benzin und Diesel werden um bis zu 12 Rappen teurer, die Abgabe bei Heizöl und Gas wird mehr als verdoppelt.
  • Vor allem das kleine Gewerbe, Pendler, Mieter und Menschen der tieferen Arbeitsschichten werden durch das Gesetz belastet – die grösseren Firmen leiden dagegen fast nicht.
  • Auf Flugtickets wird eine neue Steuer von fast 120 Franken eingeführt.
  • Fliegen und Autofahren wird zum Luxus, den sich nur Reiche leisten können.
  • Die Bevölkerung in Gebieten, in denen kein enges ÖV-Netz zur Verfügung steht, wird überproportional belastet, da sie mit dem Auto fahren müssen – also alle, die ausserhalb der urbanen Zentren oder in Bergregionen leben. Dies führt zu einem Graben zwischen der Bevölkerung in städtischen und ländlichen Gebieten.

Durch das CO2-Gesetz kommen die Mittel- und die arme Schicht in eine finanzielle Notlage, die Emissionen weltweit werden jedoch dadurch kaum gesenkt.

Bundesgesetz über polizeiliche Massnahmen zur Bekämpfung von Terrorismus (PMT)

Das PTM dient in erster Linie dazu, eine Sicherheitslücke schliessen zu können. Die Polizei erhält mehr Instrumente, um schon im Voraus gegen terroristische Akte vorzugehen. Mit den bisher geltenden Gesetzen kann man erst nach einer Straftat Massnahmen ergreifen, also nie eine Straftat verhindern. Die Polizei darf nur dann eingreifen, wenn es Anhaltspunkte dafür gibt und solange es verhältnismässig ist. Hausarrest kann nur mit Bestätigung des Gerichts durchgeführt werden.

Pro

  • Die Polizei kann Terrorakte vorbeugen und Massnahmen einführen, damit Terroristen ihren Anschlag nicht durchführen können.
  • Sicherheit und Schutz der Bevölkerung werden können durch das Gesetz besser garantiert werden.
  • Europa wurde in den letzten Jahren vermehrt terroristischen Akten ausgesetzt. Auch die Schweiz hat im letzten Jahr zwei dschihadistische Attacken mit Messern erleben müssen.
  • Die terroristische Bedrohung in der Schweiz ist weiterhin hoch – das behauptet der Nachrichtendienst des Bundes.
  • Die Schweiz wird mit Einführung des Gesetzes als autoritäres Regime zum Vorbild.
  • Die neue Rechtsgrundlage ist mit den Grundrechten, mit der Europäischen Menschenrechts-Konvention (EMRK) und den einschlägigen UNO-Verträgen vereinbar.

Durch das PTM können Terrorakte verhindert und somit Menschenleben gerettet werden.

Kontra

  • „Terroristische Aktivität“ wird im Gesetz nicht genügend definiert.
  • Das Gesetz kann die Menschen- und speziell Kinderrechte gefährden.
  • Das Gesetz gefährdet unschuldige Bürger, die beschuldigt werden.
  • Massnahmen gegen Bürger können auch eingeführt werden, wenn keine ausreichenden Beweise für die Einleitung eines Strafverfahrens vorliegen, sondern lediglich ein Verdacht besteht.
  • Lediglich mit einem Verdacht kann man sogar unter Hausarrest gestellt werden oder ein Ausreiseverbot bekommen – man wird also seiner Freiheit beraubt ohne richtige Beweise.

Das Gesetz ist leicht missbräuchlich und kann sogar unseren Menschenrechten schaden.

Die Luftfahrt möchte ihre CO2-Emissionen bis 2050 gegenüber 2005 halbieren. Doch, wie will man das Ziel erreichen, wenn Flugzeuge, die mit Strom oder Wasserstoff angetrieben werden, noch in der Entwicklung stecken?

Obwohl im Moment wohl die wenigsten Menschen in ein Flugzeug steigen, bleibt das Bedürfnis, mit 800 Km/h in einer Röhre über den Wolken zu düsen, gross. Doch weder das vegetarische Menü noch wiederverwendbare Becher können darüber hinwegtäuschen, dass der Flugverkehr in den meisten Fällen das umweltschädlichste Fortbewegungsmittel ist. 

Heutzutage werden Flugzeuge mit der Kerosinspezifikation Jet A-1 angetrieben. Die Mischung für diesen Treibstoff ist höchst komplex und besteht aus unzähligen Kohlenwasserstoffe, die aus Erdöl gewonnen werden. Während dem Flug wird das Kerosin verbrannt und dabei stosst das Flugzeug vor allem CO2 und Wasserdampf aus, welche einen Einfluss auf das Klima haben. Sämtliche internationale Flüge für 10 % der CO2-Emissionen der Schweiz verantwortlich. Bis die ersten elektrischen Flugzeuge auf dem Markt sind, dauert es noch mindestens bis 2035. Doch es gibt auch eine schnellere Lösung. Sustainable Aviation Fuel. Dabei sollen im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin, die CO2-Emissionen bis zu 80% reduziert werden.

Was ist Sustainable Aviation Fuel?

Im Gegensatz zum herkömmlichen, fossilen Kerosin, wird Sustainable Aviation Fuel (SAF) aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt. Um dieses nachhaltige Kerosin herzustellen gibt es zurzeit sieben verschiedene, international anerkannte Verfahren.

Das derzeit erfolgreichste Verfahren nennt sich HEFA-Verfahren. Dazu nimmt man erneuerbare und nachhaltige Abfälle, wie z.B Altspeiseöl und tierischen Fettabfällen. Von diesen Produkten wird dann zuerst das Wasser entzogen, um ein Öl zu enthalten. Anschliessend wird es ähnlich wie Rohöl, raffiniert. Die Firma Neste ist bei diesem Verfahren einer der führenden Hersteller und hat Kooperationen mit Lufthansa, KLM und Finnair. Zudem wurde während dem World Economic Forum (WEF) auch der Flughafen Zürich mit nachhaltigem Kerosin von Neste beliefert.

Beim HEFA-Verfahren wird unter anderem gebrauchtes Speiseöl und Tierfett aus Abfällen verwendet.

Eine zweites Verfahren nennt sich Power to Liquid. Dabei wird in einem Solarreaktor ein Metalloxid in Metall- und Sauerstoffionen gespalten. Mit Sonnenkollektoren können die notwendigen Temperaturen von bis zu 1500 Grad Celsius erzeugt werden. Sie fangen die Sonnenstrahlung auf und bündeln sie. Anschließend werden Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf eingeleitet und es bildet sich ein Synthesegas, aus dem mittels des Fischer-Tropsch-Verfahrens alternatives Kerosin hergestellt werden kann.

Das Unternehmen Synhelion wurde von ETH-Studenten gegründet und hat bereits im April 2020 eine Absichtserklärung mit dem Flughafen Zürich unterzeichnet. Darin verpflichtet sich der Flughafen, die gesamte verfügbare Jahresmenge an synthetischem Kerosin, der in der Testanlage ab 2023 produziert wird, abzukaufen. Bis 2030 soll dann die Hälfte des Bedarfs der Schweizer Luftfahrt mit diesem synthetischen Treibstoff abgedeckt werden können.

Schwierigkeiten

Obwohl weltweit bereits 300’000 Flüge mit Sustainable Aviation Fuel abgehoben sind, deckt nachhaltiges Kerosin gerade einmal 5% des Bedarfs an Kerosin in Europa. Ausserdem können Flugzeuge noch nicht mit 100% synthetischem Kerosin abheben, es muss mit mindestens 50% konventionellem Kerosin gemischt werden. Es ist aber wahrscheinlich das dieser Beimischungswert in Zukunft wegfällt.

Neue Flugzeuge wie der Airbus A350 können nähmlich bereits mit 100% synthetischen Kerosin fliegen, wie ein Testflug diesen März zeigte. Auch die Produktion wird in den nächsten Jahren vervielfacht. Eine viel grössere Herausforderung liegt beim Preis. Beim HEFA-Verfahren liegt der Preis pro Tonne Kerosin bei etwa 1100 Franken. Für herkömmliches Kerosin liegt der Preis bei 650 Franken pro Tonne. Auch das synthetische Kerosin aus dem Power to Liquid Verfahren ist heute noch zwei- bis dreimal so teuer, wie fossiles Kerosin.

Zuletzt gibt es auch noch Hürden bei der Nachhaltigkeit. Wenn zum Beispiel Raps nur noch angebaut wird, um Öl für synthetisches Kerosin herzustellen, konkurriert es die Lebensmittelproduktion. Zudem muss man berücksichtigen wie viel Energie, Wasser und Rohstoffe für die Anbaufläche benötigt wird. Um sicherzustellen das die alternativen Kraftstoffe auch tatsächlich nachhaltig sind, gibt es Nachhaltigkeitskriterien.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) und die EU schreiben diese in entsprechenden Verordnungen vor. So wird sichergestellt, dass synthetische Kraftstoffe eine mindestens 60% bessere CO2 Bilanz vorweisen als fossile Brennstoffe, wie beispielsweise Erdöl. Eine Reduktion der CO2-Emissionen um 80%, wie die Branche verspricht ist daher eher die Ausnahme.

Bis Flugzeuge elektrisch oder mit Wasserstoff Fliegen braucht es nachhaltiges Kerosin um den CO2Anstieg zu bremsen.

Zukunft

Mit zunehmender Forschung werden die Prozesse verbessert und mehr Menge kann günstiger hergestellt werden. Bei optimistischen Prognosen wird sich synthetischer Kraftstoff 2025 an den herkömmlichen Kerosinpreis angleichen. Die Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) berechnete ein realistisches Szenario, bei welchem rund die Hälfte des konventionellen Kerosins durch SAF ersetzt werden kann und somit rund 33% der CO2-Emissionen eingespart werden könnte. Eine Lösung für „immer“ wird Sustainable Aviation Fuel daher nicht sein, sondern eher eine Zwischenlösung, bis elektrische- oder wasserstoff- Flugzeuge marktreif sind. Eine vielversprechende Zwischenlösung auf dem Weg zu klimaneutralen Flügen ist Sustainable Aviation Fuel aber auf jeden Fall.

Fukushima. Tschernobyl. Wie schrecklich die Folgen sein können bei solchen AKW-Unfällen, haben diese zwei Städte am eigenen Leibe erfahren. Noch heute ist an beiden Orten Caesium-137, ein radioaktives Produkt, das bei der Kernspaltung entsteht, deutlich messbar. Die Werte sind immer noch zu hoch, hunderttausende von Menschen haben ihren Wohnort wegen eben dieser Werte verlassen müssen. Wenn es also zu Unfällen kommt, ist mit Atomkraftwerken nicht zu spassen.

Gut ein Jahr ist es her, dass sich Greta Thunberg mit dem Schild „Skolstrejk för Klimatet“ vor das schwedische Parlament setzte.
Die Fridays for Future Bewegung hat sich seitdem hartnäckig gehalten und es gehen noch immer tausende Menschen jeden Freitag auf die Strassen, um für das Klima zu protestieren. Doch die Politik tut sich schwer und es konnten bis jetzt nur kleine Erfolge gefeiert werden.
Zum Glück sind wir jedoch nicht nur von den Massnahmen der Regierung, sondern auch von den Entscheidungen jedes Individuums abhängig. Ich werde euch drei Unternehmen vorstellen, welche einen einzigartigen Weg gefunden haben ihren Beitrag zur Bekämpfung der Klimakatastrophe zu leisten.

Lange Zeit war es still auf Seiten der Jugendlichen, wenn es um brandheisse, politische Probleme ging. Dann kam sie – Greta Thunberg, die 16-jährige Klimaschutzaktivistin aus Schweden. Mit ihren Streiks für die Umwelt zog sie schnell die Aufmerksamkeit der Medien auf sich und begeisterte Schülerinnen und Schüler in der ganzen Welt. Wie schnell sich diese Welle ausbreitete und welche Chancen und Risiken sie mit sich bringt. Ein Kommentar.

«Skolstrejk för klimatet» (zu Deutsch «Schulstreik für das Klima») heisst es auf den Schildern, welche Greta Thunberg jeden Freitag auf ihre Streiks vor den schwedischen Reichstag mitnimmt. Mit ihrem Mut, wöchentlich die Schule für ihre Klimastreiks zu schwänzen, hat sie zahlreiche junge Menschen dazu inspiriert, ihr es gleich zu tun. Überall auf der Welt begeben sich junge Menschen auf die Strassen und streiken für die Umwelt. Das erste Mal vor den schwedischen «Riksdag» begab sich Greta Thunberg am 20. August letzten Jahres, so berichtet das Hamburger Abendblatt. Nach dem Journalisten und Youtuber «Mr.Wissen2go» hat Greta seither wichtige politische Treffen in der gesamten Welt besucht, wie beispielsweise den UN-Klimagipfel in Polen oder das Weltwirtschaftstreffen in Davos und dabei mit vielen Politikerinnen und Politikern gesprochen. Doch was bewirkt sie mit den Protesten wirklich? Stellt diese «grüne Welle» bei den Jugendlichen nur einen Hype dar, der irgendwann wieder vorübergeht?

Die Zukunft liegt bei den Jugendlichen

Klar ist, dass die junge Generation früher oder später in die Fussstapfen der älteren tritt. Irgendwann werden wichtige Funktionen in der Politik, in Firmen oder auf dem Land übernommen. Eine positive Entwicklung also, dass sich die Jungen für brisante Themen, wie den Klimawandel, interessieren und engagieren. Aus Greta Thunberg und den Tausenden Schülerinnen und Schülern hat sich mittlerweile eine internationale Bewegung namens «Fridays for Future» gebildet. Die Botschaft der Bewegung ist klar: «Wir fordern eine Politik, die der Aufgabe zur Bewältigung der Klimakrise gerecht wird.» Etwa so steht es auf der offiziellen Webseite von Fridays for Future.

Eine Parole, die ankommt

Und genau diese Forderung findet bei der jungen Bevölkerung grossen Zuspruch. Man will Veränderungen sehen, etwas bewirken und die Menschen aufrütteln. Gerade, weil zurzeit noch keine genauen Konzepte zur Bekämpfung des Klimawandels bestehen und es immer noch ranghohe Politiker gibt, die ihn leugnen. Der Bekannteste und Mächtigste unter ihnen: Der US-amerikanische Präsident Donald Trump, wie beispielsweise von der NZZ berichtet wird. Doch ist es legitim, trotz den lauten Gegenstimmen für einen Streik die Schule ausfallen zu lassen? Wie Mr. Wissen2go in seinem Video über den Klimastreik aussagt, ist es die einzige Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen. Würden Schülerinnen und Schüler an Wochenenden oder freien Tagen streiken, hätte niemand dem Ganzen grosses Interesse gewidmet.

Aber auch hier gibt es die einen und die anderen, die den Aktivismus ausnutzen, um sich begründet vom Unterricht fernhalten zu können. Eine von Tize.ch befragte Person beispielsweise, kennt ein paar Leute aus der Kantonsschule, welche zwar für das Klima zu Unterrichtszeiten «streiken», dann aber mit dem Flugzeug in die Ferien fliegen und massenhaft Produkte aus Südamerika konsumieren. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Klimastreiks zurzeit einen enormen Hype erleben, welcher auch diejenigen mitreisst, die sich eigentlich überhaupt nicht dafür interessieren.

Die selbstgerechte Art der Klimademonstrant*innen

Um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, muss man ab und an auch ein wenig «lauter schreien» und provokanter sein. Dennoch ist es falsch zu sagen, dass die Politikerinnen und Politiker von heute keine Ahnung haben und rein gar nichts ändern können oder wollen. Auch die «Anführerin» der Klimabewegung, Greta Thunberg, bewegt sich vermehrt in diese populistische Richtung. Zu sagen, wer gut und böse ist, ist Schwarzweissdenken. Greta selbst beispielsweise, stellt immer wieder Forderungen auf, die politisch nicht machbar sind, realistisch schon gar nicht. Auf die Probleme hinweisen, Forderungen stellen und provozieren kann sie und viele der Mitstreikenden. Doch das Wichtigste fehlt: Konkrete Lösungsvorschläge, wie die Situation zu ändern wäre. Dies bietet der rechten Seite eine Plattform, die Bewegung zu kritisieren und trägt auch nicht gerade zum sachlichen Diskurs bei.

Greta im Personenkult?

Nach MrWissen2go wird die junge Schwedin von den Medien und den Menschen im Allgemeinen zu sehr in den Mittelpunkt gestellt. Selbstverständlich kann sie selbst nichts dafür. Trotzdem geht es bei den Demonstrationen um viel mehr, es geht um das Klima und die Zukunft unseres Planeten.