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Anna Ehrensberger

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Frontalunterricht, viele Prüfungen, Noten und auswendig lernen. Jedem sagen diese Worte etwas und meistens werden sie nicht mit sehr positiven Gefühlen in Verbindung gebracht. Für was all diese Jahreszahlen auswendig lernen, wenn man sie in wenigen Sekunden in seinem Handy nachschlagen kann? Kopfrechnen mussten wir in der ersten Klasse noch lernen, da wir ja nicht immer einen Taschenrechner dabei haben würden. Ehm doch, mittlerweile trägt jeder so ein Ding in der Hosentasche, welches bei weitem viel mehr Kompetenzen hat als wir jemals auswendig lernen könnten. Ist unser Schulsystem also in Betracht der Digitalisierung veraltet?

Digitalisierung an Schulen ist das Schlagwort heutzutage mit dem neuen Lehrplan 21 kommt Informatik auf den Stundenplan, immer früher kommen Kinder mit digitalen Medien in Kontakt und Gymnasien führen Tablets ein. Doch löst das dass Problem unseres Schulsystems? 

Immer noch messen wir alle Individuen nach den selben Standards, doch wie kann das fair sein. Albert Einstein hat schön gesagt:

Wenn wir einen Fisch an seiner Fähigkeit auf einen Baum zu klettern bewerten, wird er sein Leben lang glauben, dass er dumm ist.

Doch genau das tut unser Schulsystem. Ständig werden wir über unser Wissen getestet, als würden wir anders nicht lernen. Aber woher sollen wir das denn können, wenn wir von klein auf darauf gedrillt immer nur auf Prüfungen zu büffeln um gute Noten zu bekommen?

Daraus entwickeln wir genau zwei Erkenntnisse ; wie wir am effizientesten den Stoff in unser Kurzzeitgedächtnis bringen, um eine möglichst gute Note zu schreiben und das Noten wichtig sind. Und was genau bringt uns das für das richtige Leben nach der Schule? Wahrscheinlich nichts, ausser eine gestörte Sicht auf den ständigen Vergleich und eine Abneigung dem Lernen gegenüber.

Ausserdem wird uns beigebracht, dass es schlecht sei, Fehler zu machen. Meist wird jeder Fehler mit roter Farbe markiert und am Schluss steht eine Note, an die wie uns gewöhnt haben. Für uns scheint sie sehr aussagekräftig, doch eigentlich zeigt sie nichts als die Anzahl Fehler in Relation zu dem, was wir korrekt gemacht haben. 

Wissen kann man mit einem Rohstoff vergleichen und wer würde heutzutage noch ein Haus mit den Mitteln und Materialien des 19 Jhd. bauen wollen? Die meisten Schüler heutzutage haben nur abrufbares Wissen, sie können den Satz des Pythagoras zitieren, Funktionen ableiten, Gedichte interpretieren und den Photosynthese Kreislauf aufzeichen. Alle diese Dinge sind an sich sehr schön, doch wenn das Wesentliche fehlt bringt es nichts nur die extras zu haben. Wo sind die Stunden wie Selbstmanagement, Zeitmanagement, was für Rechte besitze ich? Wie finde ich einen Beruf der zu mir passt? Wie fülle ich eine Steuererklärung aus? Wichtige Lebensgrundlagen, welche wir einfach können sollten, uns jedoch nie gelehrt wurden.

Nichtsdestotrotz besitzen wir in der Schweiz ein sehr gutes Schulsystem. Jedes Kind, egal aus welchem Familiären und Finanziellen Umfeld, kann eine Schule besuchen und eine gute Ausbildung machen. Doch dies schon seit dem 19 Jhd. Ist es nicht langsam an der Zeit am System etwas zu feilen? Denn ohne Fortschritt gibt es meist Rückschritt.

Die perfekte Lösung scheint es nicht zu geben, sonst hätten wir sie vermutlich schon eingeführt. Doch zu erkennen, dass sich etwas verändern muss scheint ein guter Anfang zu sein. 

Dass die sozialen Medien einen grossen Einfluss auf unser Leben haben, kann man wohl nicht mehr leugnen. 99% der Schweizer Jugendlichen geben an, die sozialen Medien zu nutzen und dies im Schnitt für mehr als eine Stunde am Tag. Wenn man das aufaddiert, ergibt das doch eine beträchtliche Summe an Zeit, welche wir noch zusätzlich hinter unseren Bildschirmen verbringen. 

Durch die sozialen Medien haben wir aber auch ganz neue Möglichkeiten, mit anderen Menschen unser Leben zu teilen, neue Menschen kennenzulernen und mit anderen in Kontakt zu bleiben. Doch sind die sozialen Medien effektiv so sozial, wie sie immer dargestellt werden?

Morgens nach dem Aufwachen, der erste Griff zum Handy. Es werden Nachrichten beantwortet und man scrollt scheinbar belanglos durch Instagram. Schon wieder ist eine Viertelstunde vergangen und rückblickend hat man nichts erreicht, ausser vielleicht ein bis zwei wichtige Nachrichten beantwortet. Doch wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind, hätten diese Nachrichten problemlos einige Stunden später beantwortet werden können. Doch das ist nicht alles. Beim Frühstückstisch, an der Busshaltestelle, im ÖV oder beim Anstehen an der Supermarktkasse. Immer sind die Blicke gesenkt und Inhalte werden konsumiert. 

Doch die sozialen Medien haben nicht nur ihre guten Seiten, denn der ganze Informationsüberschuss, welcher täglich von unserem Gehirn verarbeitet werden muss, kann unser Gehirn überfordern. Nicht umbedingt im Sinne von Erschöpfung, aber eher in Form einer Überstimulierung, weshalb wir uns nach der übermässigen Konsumation von digitalen Inhalten viel schlechter auf etwas wie z.B. Ein Buch konzentrieren können. Grund dafür ist der Neurotransmitter Dopamin, welcher im Gehirn als Belohnung ausgeschüttet wird. Die sozialen Medien sind dementsprechend genau darauf ausgerichtet, das menschliche Gehirn in der Art auszutricksen, dass wir immer mehr Zeit dort verbringen und ihnen immer mehr Aufmerksamkeit schenken. Diese kann wiederum monetarisiert werden, weshalb auch so viel in die Verhaltensforschung rund um die sozialen Medien investiert wird.

Netflix kann als gutes Beispiel dafür verwendet werden, wie die Medien uns in ihren Bann ziehen und dafür sorgen, dass wir möglichst viel Zeit auf ihrer Plattform verbringen. Öffnet man die App oder die Website im Browser und logt sich auf seinen Account ein, kommen Vorschläge, für was einen interessieren könnte. Dass Werbung auf unsere Interessen abgestimmt wird, ist mittlerweile schon fast Normalität, doch Netflix bringt das Ganze noch aufs nächste Level. Denn sie wissen genau, dass wenn ein Nutzer nicht nach ca. 1.5 Minuten etwas gefunden hat, was ihn interessiert, er die Website verlässt und sich woanders umschaut. Es gibt also so gesehen diese kritische eine Minute, wo der Konsument überzeugt werden muss, sich einen Film anzusehen. Dafür gibt es eine Vorschau, doch diese ist nicht wie oftmals erwartet ein universeller Trailer.  Sondern eine nach einem speziellen Algorithmus, auf den Nutzer zugeschnittener Ausschnitt des Filmes oder der Serie. 

Ein anderer Punkt, der den sozialen Medien immer angekreidet wird, ist der Realitätsverlust. Dieser verstärkt gerade auch den sozialen Druck, den Jugendliche sowieso schon verspüren. Jeder, nicht nur Influenzer, zeigt auf seinem Profil nur die besten Seiten seines Lebens. Selten zeigt jemand wie er ein normales Leben führt. Es muss immer extravaganter, luxuriöser und perfekter sein.

Menschen sind dazu verleitet, sich aus welchem Grund auch immer mit anderen Menschen zu vergleichen. Doch nun ist das nicht mehr nur mit unserem Umfeld, aber gefühlt mit der ganze Welt.

Verstärkt wird das Ganze noch vom Cybermobbing, welches ein weiteres enormes Problem darstellt. Menschen haten auf andere wie es sonst kaum in der Welt zu finden ist. Als verleihe die Anonymität der digitalen Welt diesen Individuen einen plötzlichen Schub von Selbstvertrauen und Rachelust. 

Doch egal wie man selbst zum Thema Social Media steht, es ist momentan ein Bestandteil unseres Lebens und wird es vermutlich in der absehbaren Zukunft auch noch bleiben. Ganz klar haben diese technologischen Fortschritte unser Leben bereichert, doch sie haben auch ganz viele neue Probleme in unserer Gesellschaft aufgedeckt, erweckt und kreiert.