Während weltweit immer neue Fortschritte in der Robotik Schlagzeilen machen – von humanoiden Systemen bei Tesla bis zu bewegungsstarken Maschinen von Unitree Robotics – ist es in Europa vergleichsweise ruhig geworden.
Dies ist auch Declan Shine aufgefallen, dem Gründer des ETH Robotic Clubs. Die Schweiz, an der Weltspitze in so vielen Bereichen und ausgestattet mit so vielen Technologie-Talenten, darf nicht so weit hinten sein, wie sie es aktuell ist. Deswegen hat er vergangenen Sommer den ETH Robotics Club – kurz ETHRC – ins Leben gerufen, um den ersten Roboter der ETH zu bauen. Inzwischen hat der Club vor einigen Wochen sogar den ersten Hackathon organisiert, wo 60 Talente aus ganz Europa zusammengekommen sind. Das Event wurde gekrönt von einem Boxkampf mit zwei Robotern. Ein paar Wochen nach diesem Spektakel möchte ich von Declan erfahren, wie es zur Gründung dieses Vereins kam.
Ein Club, der eine Lücke schliesst
Die Idee hinter dem ETHRC ist klar: Studierende sollen nicht nur über Robotik lernen, sondern sie tatsächlich bauen.
Was klein begann – ursprünglich sogar als Gedanke, einen ersten Prototypen in der eigenen Küche zu entwickeln – hat sich schnell zu einem organisierten Projekt entwickelt. Heute ist der ETH Robotics Club mit über 350 Mitgliedern der grösste studentische Robotikclub Europas.
„Ich hatte Lust, einen Humanoiden zu bauen. Zuerst war ich kurz davor, diesen in meiner Küche zu bauen. Doch schon bald fiel mir auf, dass hinter so einem Humanoiden viel mehr steckt. Mehr Platz als nur diese paar Quadratmeter, mehr Geld und vor allem auch mehr Leute.» – Declan Shine, Gründer des ETHRC
Der Club schafft etwas, das im universitären Umfeld oft fehlt: einen Raum, in dem Eigeninitiative, praktische Umsetzung und Zusammenarbeit im Mittelpunkt stehen. Hier arbeiten Studierende aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen – von Maschinenbau über Elektrotechnik bis hin zu Computer Science.
Humanoide Roboter
Humanoide Roboter stehen im Zentrum des ETH Robotics Club – nicht, weil sie heute schon die praktischste Lösung sind, sondern weil sie zu den anspruchsvollsten technischen Herausforderungen überhaupt gehören.
Solche Systeme müssen laufen, ihre Umgebung verstehen, mit Objekten interagieren und Entscheidungen treffen – und das alles in einer Welt, die für Menschen gemacht ist. Genau das macht sie so komplex: Mechanik, Software, künstliche Intelligenz und Systemintegration greifen hier ineinander.
In vielen Bereichen sind spezialisierte Roboter heute deutlich effizienter. Ein Industrieroboterarm ist schneller, präziser und einfacher einzusetzen als ein humanoides System. Doch die reale Welt ist unstrukturiert: Wohnungen, Restaurants oder öffentliche Räume sind nicht für Maschinen optimiert.
Ein humanoider Roboter hingegen hätte das Potenzial, sich genau in dieser Umgebung zurechtzufinden. Er könnte Treppen steigen, Gegenstände greifen, sich anpassen – und langfristig lernen, unterschiedlichste Aufgaben zu übernehmen.
Warum genau jetzt?
Der ETH Robotics Club ist nicht aus einem Hype heraus entstanden, sondern aus einem Gefühl für Timing.
Während in den USA und China enorme Fortschritte in der Robotik gemacht werden und ganze Industrien entstehen, droht Europa – und auch die Schweiz – an Bedeutung zu verlieren. Dabei könnte Robotik in den nächsten Jahrzehnten Teil kritischer Infrastruktur werden.
Genau weil der Bau von humanoiden Robotern noch so am Anfang ist und viele Roboter noch nicht die erwünschte Autonomie und Stabilität erreicht haben, ist aktuell der beste Moment, einzusteigen.
„Wenn man wartet, bis alles funktioniert, kauft man am Ende nur noch bei anderen – und macht sich von ihnen abhängig.“
Für die Schweiz und Europa bedeutet das: Jetzt ist der Moment, um Kompetenzen aufzubauen, eigene Systeme zu entwickeln und technologische Eigenständigkeit zu sichern.
Vision: Über die ETH hinaus gedacht
Der ETH Robotics Club versteht sich nicht nur als studentisches Projekt, sondern als langfristige Plattform.
Kurzfristig arbeitet das Team auf einen konkreten Meilenstein hin: einen humanoiden Roboter in voller Grösse, der bereits diesen Sommer eigenständig stehen und gehen kann. Langfristig geht die Vision jedoch weit darüber hinaus. Der Club soll ein Ort bleiben, an dem auch in vielen Jahren noch Studierende zusammenkommen, um ambitionierte Projekte umzusetzen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam zu lernen.
Dabei steht nicht nur die Technik im Mittelpunkt, sondern auch die Menschen. Der ETHRC versteht sich als Gemeinschaft – ein Netzwerk von Talenten, die sich gegenseitig antreiben und unterstützen.
Diese Idee wird bereits über die Schweiz hinaus erweitert: Mit der Gründung der European Students‘ Robotic Association (ESRA) entsteht ein europaweites Netzwerk, das Studierende in der Robotik verbindet.
Das Ziel ist klar: Eine Zusammenarbeit über Grenzen hinweg und der Austausch von Ideen und Kompetenzen über ganz Europa hinweg.
Der ETH Robotics Club baut nicht nur einen Roboter. Er baut an einem Ökosystem – einer Plattform, die Talente fördert, Wissen aufbaut und langfristig dazu beiträgt, dass Europa in der Robotik wieder stärker mitgestaltet.
Die Fortschritte in der Robotik geschehen immer schneller. Was vor wenigen Jahren noch wie Science-Fiction wirkte, steht heute bereits in Fabrikhallen, Laboren oder sogar auf unseren Strassen. Intelligente Köpfe auf der ganzen Welt entwickeln immer robustere, flexiblere, schnellere und präzisere Maschinen. Ob Drohnen, Roboterhunde oder hochspezialisierte Industrieroboter – sie alle treiben eine Entwicklung voran, die unseren Arbeitsmarkt und letztlich unser gesamtes Leben grundlegend verändern könnte.
Besonders grosse Aufmerksamkeit bekommt dabei eine bestimmte Kategorie: humanoide Roboter. Maschinen, die uns nicht nur unterstützen, sondern uns ähneln.
Unternehmen wie Tesla mit seinem humanoiden Projekt Optimus oder zahlreiche Robotikfirmen in China, wie beispielsweise Unitree, treiben diese Entwicklung mit enormem Tempo voran. Die Bewegungen werden natürlicher, die Interaktionen flüssiger, die Erscheinung immer menschenähnlicher. Doch genau hier stellt sich eine grundlegende Frage: Warum orientieren wir uns so stark am Menschen?
Auch wenn moderne Roboterhände bereits Bewegungen ausführen können, die schneller und präziser sind als alles, was ein Mensch je könnte, bleiben sie oft dem menschlichen Vorbild treu: fünf Finger, zwei Hände, zwei Arme. Selbst dort, wo Maschinen uns längst übertreffen könnten, halten wir an bekannten Strukturen fest. Warum?
Warum beschränken wir uns auf zwei Arme, wenn zusätzliche Gliedmassen in der Produktion enorme Effizienzgewinne bringen könnten? Warum bauen wir Roboter mit zwei Armen, obwohl vier oder sechs Arme viel mehr erledigen könnten? Warum denken wir in menschlichen Kategorien, wenn Maschinen diese Grenzen gar nicht haben müssten?
Das Nachahmen der Natur – ein ewiges Menschenprojekt
Seit jeher blickt der Mensch zur Natur auf – als Vorbild, als Lehrmeister, als Inspirationsquelle. Vom Vogelflug, der zur Entwicklung des Flugzeugs führte, bis hin zu neuronalen Netzen, die lose an unser Gehirn angelehnt sind: Fortschritt entsteht oft durch Beobachtung und Nachahmung.
Doch diese Orientierung hat zwei Seiten.
Einerseits bietet sie uns eine verständliche Grundlage. Wir wissen, wie ein Mensch funktioniert – also bauen wir Maschinen, die ähnlich funktionieren. Das macht sie berechenbar, intuitiv nutzbar und gesellschaftlich leichter akzeptierbar.
Andererseits könnte genau diese Denkweise uns einschränken. Vielleicht sind wir nicht nur von der Natur inspiriert – vielleicht sind wir auch von ihr gefangen.
Ist unsere Vorstellungskraft begrenzt durch das, was wir kennen? Denken wir in Formen, die uns vertraut sind, weil wir uns ausserhalb dieser Formen unsicher fühlen? Ein Roboter mit zwanzig Tentakeln mag effizient sein – aber er wirkt fremd. Vielleicht zu fremd.
Die Komfortzone des Bekannten
Menschen vertrauen dem, was sie verstehen. Ein humanoider Roboter kann Werkzeuge benutzen, Türen öffnen, Treppen steigen, weil unsere Welt genau für solche Körper gebaut ist.
Unsere Infrastruktur ist auf den Menschen optimiert: Türgriffe auf Handhöhe, Treppen statt Rampensysteme, Werkzeuge für fünf Finger, Fahrzeuge für zwei Arme und zwei Beine.
Ein Roboter, der aussieht wie wir, kann sich ohne grosse Anpassungen in diese Welt integrieren. Ein Roboter mit sechs Armen hingegen? Der wäre vielleicht effizienter, aber unsere Welt ist nicht für ihn gemacht.
Das bedeutet: Die Entscheidung für humanoide Roboter ist nicht nur technisch, sondern auch praktisch. Und vielleicht sogar wirtschaftlich.
Warum überhaupt Hände?
Wenn wir ehrlich sind, ist die Frage nicht nur: Warum zwei Hände? Sondern auch: Warum überhaupt Hände?
Die menschliche Hand ist ein Meisterwerk der Evolution – vielseitig, feinfühlig, unglaublich präzise. Aber sie ist nicht perfekt. Sie ist ein Kompromiss. Entwickelt für Klettern, Greifen, Werkzeugnutzung, aber nicht für maximale Effizienz in jeder denkbaren Aufgabe. Und genau hier wird es spannend.
Warum bauen wir Roboter, die Dinge greifen, wenn sie Dinge auch ansaugen könnten? Warum setzen wir auf Finger, wenn eine Greifzange präziser und robuster wäre? Warum versuchen wir, Schrauben „wie ein Mensch“ einzudrehen, statt ein Werkzeug zu entwickeln, das diese Aufgabe fundamental anders – und vielleicht besser – löst?
In der Industrie sehen wir bereits Ansätze davon: Sauggreifer, magnetische Systeme, spezialisierte Klemmen. Maschinen, die nicht versuchen, menschlich zu sein – sondern effizient.
Und trotzdem: Sobald es um „fortschrittliche“ oder „zukunftsweisende“ Robotik geht, kehren wir zurück zur Hand. Vielleicht, weil sie sich richtig anfühlt. Weil sie vertraut ist. Oder vielleicht, weil wir uns selbst darin wiedersehen wollen.
Jenseits der menschlichen Form
Was wäre, wenn wir wirklich neu denken würden?
Nicht „bessere Hände“ und auch nicht „mehr Finger“. Sondern komplett andere Konzepte.
Ein Roboter, der Objekte durch Unterdruck bewegt. Ein System aus flexiblen Stäben, das sich um Formen legt, statt sie zu greifen. Modulare Werkzeuge, die sich je nach Aufgabe komplett verändern. Oder Maschinen, die gar nicht mehr „halten“, sondern ihre Umgebung so manipulieren, dass Greifen überflüssig wird.
Das Problem ist nicht, dass wir es nicht könnten. Das Problem ist, dass wir es selten denken. Denn echte Innovation beginnt oft dort, wo wir aufhören zu kopieren.
Die Ironie der Kreativität
Und genau hier schliesst sich ein faszinierender Kreis.
Wir kritisieren moderne KI-Systeme dafür, dass sie „nicht wirklich kreativ“ seien. Dass sie nur das reproduzieren, womit sie trainiert wurden. Dass sie Muster erkennen, kombinieren, optimieren, aber nichts wirklich Neues erschaffen.
Doch ist das bei uns so anders?
Auch wir lernen durch Beobachtung. Auch wir bauen auf dem auf, was bereits existiert. Auch wir kombinieren Bekanntes zu scheinbar Neuem.
Ein Ingenieur, der einen Roboterarm entwickelt, hat unzählige bestehende Designs im Kopf. Erfahrungen. Vorbilder. Grenzen, die er kennt – und selten bewusst hinterfragt.
Wir nennen es Innovation. Aber oft ist es … Iteration. Eine Verbesserung. Eine Optimierung. Ein nächster Schritt.
Wer imitiert hier eigentlich wen?
Am Ende bleibt eine fast schon unbequeme Frage:
Wenn wir der künstlichen Intelligenz vorwerfen, nur zu imitieren – und gleichzeitig Maschinen bauen, die uns imitieren … Wer steckt dann wirklich im Kreis der Nachahmung fest?
Vielleicht ist der Unterschied zwischen menschlicher und künstlicher Kreativität kleiner, als wir denken. Beide Systeme – biologische wie künstliche – lernen aus Daten, erkennen Muster, treffen Entscheidungen innerhalb eines Rahmens.
Der Unterschied liegt vielleicht nicht in der Fähigkeit zur Kreativität, sondern in der Bereitschaft, die eigenen Grenzen zu hinterfragen.
Henry Ford soll einmal gesagt haben:
„Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde.“
Menschen formulieren Bedürfnisse oft innerhalb dessen, was sie bereits kennen. Sie denken in Verbesserungen – nicht in Alternativen.
Fortschritt ist nicht immer Revolution
Bei all der Begeisterung für radikal neue Ideen stellt sich eine unbequeme, aber wichtige Gegenfrage: Muss Fortschritt immer darin bestehen, alles neu zu erfinden?
Wir sprechen oft über Innovation, als wäre sie gleichbedeutend mit Disruption. Als müsste jede gute Idee das Bestehende ersetzen, um wertvoll zu sein. Doch in der Realität sieht Fortschritt häufig ganz anders aus. Leiser, unspektakulärer – und oft näher am Bekannten, als wir zugeben wollen.
Wie viel hat doch die minimale Transistor-Verbesserung verändert – und uns zu den Handys gebracht, wie wir sie jetzt haben. Wie viel hat doch die minimale Verbesserung von Lithium-Ionen-Batterien verändert – und uns zu Elektroautos und Smartphones gebracht, die heute unseren Alltag bestimmen. Wie viel hat doch die stetige Optimierung von Algorithmen verändert – und uns zu Suchmaschinen, Navigation und Empfehlungen geführt, die heute wie selbstverständlich wirken. Wie viel hat doch die kleine Effizienzsteigerung in Flugzeugtriebwerken verändert – und Fliegen sicherer, günstiger und für Millionen Menschen überhaupt erst zugänglich gemacht. Wie viel hat doch die präzisere Steuerung in Produktionsmaschinen verändert – und uns zu einer Welt geführt, in der Produkte in riesigen Mengen und gleichbleibender Qualität entstehen.
Nicht jeder Roboter muss die menschliche Form verlassen, um besser zu sein, und braucht völlig neue Prinzipien, um einen echten Mehrwert zu liefern. Manchmal liegt der grösste Fortschritt nicht im Bruch, sondern in der Verfeinerung.
Ein minimal schnellerer Greifarm. Ein Algorithmus, der Bewegungen effizienter plant. Ein System, das Fehler um wenige Prozent reduziert.
Das klingt so unscheinbar. Doch genau solche Verbesserungen verändern Industrien.
Vielleicht überschätzen wir die Rolle der „grossen Idee“ – und unterschätzen die Kraft der kleinen Schritte.
Denn echte Kreativität zeigt sich nicht nur darin, etwas völlig Neues zu denken, sondern auch darin, das Bestehende so gut zu verstehen, dass man es präzise verbessern kann.
Die unterschätzte Kunst der Optimierung
„Das Rad neu erfinden“ gilt oft als Ideal – dabei ist es in vielen Fällen schlicht unnötig.
Die menschliche Hand ist kein perfektes Werkzeug, aber sie ist ein extrem gut funktionierendes. Der menschliche Körper ist nicht maximal effizient. Aber er ist vielseitig, anpassungsfähig und millionenfach erprobt.
Warum also alles verwerfen?
Vielleicht liegt der wahre Fortschritt nicht darin, den Menschen zu ersetzen, sondern darin, ihn gezielt zu ergänzen. Nicht darin, bekannte Systeme komplett neu zu denken, sondern sie so weit zu optimieren, bis sie an ihre natürlichen Grenzen stossen.
Und erst dann lohnt sich der nächste grosse Sprung.
Zwischen Kopie und Innovation
Am Ende bewegen wir uns immer in einem Spannungsfeld: Zwischen dem Mut, neu zu denken, und der Weisheit, Bewährtes nicht vorschnell aufzugeben.
Zu viel Orientierung am Bestehenden führt zu Stillstand. Zu viel Drang nach Neuem führt zu unnötiger Komplexität.
Fortschritt entsteht genau dazwischen. Nicht als radikaler Bruch, sondern als Balance genau dazwischen.
Die eigentliche Frage – für wen bauen wir diese Roboter?
Am Ende führt all das zu einer tieferen Frage:
Geht es bei Robotern wirklich darum, das technisch Beste zu erschaffen? Oder geht es darum, etwas zu bauen, das in unsere Welt passt?
Ein Roboter könnte theoretisch völlig anders aussehen als wir – effizienter, stärker, schneller. Aber wenn er sich nicht in unsere Umgebung integrieren lässt – oder wenn wir ihm nicht vertrauen – verliert er einen Grossteil seines Wertes.
Vielleicht bauen wir keine menschenähnlichen Roboter, weil es die beste Lösung ist. Vielleicht bauen wir sie, weil es die menschlichste Lösung ist.
Ein Blick in die Zukunft
Stell dir eine Welt vor, in der beide Konzepte verschmelzen:
Humanoide Roboter, die dort arbeiten, wo Anpassungsfähigkeit gefragt ist. Maschinen mit völlig neuen Formen, die dort eingesetzt werden, wo Effizienz zählt.
Vielleicht werden wir eines Tages Roboter sehen, die je nach Aufgabe ihre Form verändern. Vielleicht wird „menschlich“ nur eine von vielen möglichen Konfigurationen sein.
Und vielleicht werden wir dann erkennen:
Die grösste Grenze war nie die Technik. Sondern unsere Vorstellung davon, wie Technik aussehen sollte.
Das Band-it 2025 war einmal mehr ein Knaller. Ein Finale voller Emotionen, Schweiss, mitreissender Musik und donnerndem Applaus. Und mittendrin: Ceramic Doves. Wenn diese Band auf die Bühne tritt, dann mit voller Wucht: rohe Power, eingängige Hooks und eine Leidenschaft, die man nicht nur hört, sondern spürt.
Als die Spannung bei der Rangverkündigung ihren Höhepunkt erreichte und ihr Name für den dritten Platz fiel, war klar: Das hier war mehr als ein gelungener Auftritt. Es ist der Startschuss für eine Band, die noch viel vor hat.
Wie habt ihr euch gefühlt, als euer Name verkündet wurde?
Gian: „Es war mega geil. Wir haben viel dafür geprobt und hart dafür gearbeitet –jetzt ist es einfach die Bestätigung, dass sich das gelohnt hat. Wir hatten viel Spass und es ist grausam schön.“
Dana: „Es war einfach ein so krasses Gefühl, vor so vielen Leuten zu stehen. Das ist ein grosser Traum von uns.“
Vom Bandraum zur grossen Bühne
Obwohl sie schon bei Events wie dem Irchelbar-Fest oder der Battle of the Bands an der ETH gespielt hatten, war das Band-it-Finale eine neue Dimension.
Lisa: „Im Proberaum fühlt sich alles so klein an. Und dann steht man plötzlich auf dieser Bühne, mit einer krassen Jury und so vielen Zuschauenden. Es ist einfach surreal.“
Ceramic Doves auf der Bühne
Was macht euch aus?
Ian: „Unsere Energie. Wenn man richtig abgehen will, dann muss man einfach zu uns kommen. Wir spielen mit Passion – und unsere Hooks bleiben im Kopf.“
Dana: „Für Musik braucht es Zeit. Wenn alle denselben Traum haben und daran arbeiten, dann funktioniert das. Unser Bandspirit ist gross und man ist nicht allein. Das macht uns stark.“
Eure Band gibt es erst seit einem Jahr in dieser Konstellation. Wie habt ihr euch damals als Band gefunden?
Sara: „Vieles lief über Kontakte: Musikschule, gemeinsame Lehrer, Freundeskreise.“
Gian: „Ich habe Ian an einer 1.-August-Feier getroffen, wir haben über Musik gesprochen und Nummern getauscht. Zwei Jahre später kam die Nachricht: ‘Willst du eine Band gründen?’ Und so ging’s los.“
Schmerz, Freude und ein bisschen Chaos
Von wo holt ihr die Inspiration für eure Lieder?
Dana: „Musik entsteht aus Emotionen. Meistens durch irgendeinen Pain. Aber Freude tut auch weh. Es ist schwer zu erklären.“
Lisa: „Die Songs entstehen oft spontan: Manchmal bringt jemand ein Piano-Riff, dann jammen wir alle mit und plötzlich ist der Song da.“
Role Models und Lieblingsbands? Da fallen große Namen: Bon Jovi, Guns N’ Roses, Mötley Crüe. Doch Inspiration kommt auch aus ganz anderen Ecken.
Lisa: „Es muss nicht mal unser Genre sein. Mal ist es ein Social-Media-Konzept einer Indie-Band. Am Ende mixen wir alles und machen etwas Eigenes daraus.“
Mehr Gigs, mehr Power
Wie geht es weiter nach dem dritten Platz?
Ian: „Wir haben einige Konzerte, die anstehen, auch Festivals und Vereins-Events. Und wir hoffen, dass durch Band-it noch mehr coole Gigs reinkommen.“
Was bleibt? Ein Versprechen, das Dana in drei Worten zusammenfasst: „Rock never dies.“
Ceramic Doves während ihres Auftritts
Ceramic Doves sind nicht einfach eine Band, sie sind ein Erlebnis. Wer sie live gesehen hat, weiss: Da ist noch viel Energie, die raus will, da sind noch viele neue Songs, die uns erwarten und catchen werden. Ihr dritter Platz beim Band-it war bloss der Anfang einer Band, die lauter, wilder und größer werden will.
Also: Wer den Kirchplatz verpasst hat oder Ceramic Doves noch einmal erleben möchte, hat diesen Sonntag die Chance dazu am kostenlosen Band-it Special im Moods.
📲 Checkt sie aus auf Instagram: @ceramicdoves
Die 1. – 4. Platzierten kannst du am 31. August nochmals erleben.
Sie starteten als Freunde mit einer Leidenschaft für Musik – heute stehen sie als James Blond regelmässig auf der Bühne. Mit ihren eigenen Songs zwischen Rock und Pop bringen sie Energie und Emotionen ins Publikum. Beim Band-it 2025 wollen sie erneut überzeugen.
James Blond
Seit 2019 gibt es die Band der drei jungen Musiktalente aus dem Kanton Zürich. Angefangen als Freunde, die gemeinsam ihre Liebe und Faszination zur Musik teilen, treten sie inzwischen regelmässig an Konzerten auf und haben schon einige selbstgeschriebene Songs. In ihren Liedern singen sie über alles, was einen Teenager bewegt – seien es die Liebe oder Gedanken und Probleme, die uns im jungen Alter beschäftigen. Auf Instagram findet man sie unter dem Namen james_blond_music.
Stellt euch doch bitte kurz mal vor.
Liv: Wir sind James Blond und bestehen aus drei Mitgliedern: Paul, unserem Schlagzeuger, Evi, unsere Sängerin und E-Gitarristin, und mir am E-Bass und Gesang.
Evi, E-Gitarre und Gesang
Liv, E-Bass und Gesang
Paul, Schlagzeug
Wie ist eure Band damals entstanden?
Evi: Am Anfang waren es nur Paul und Dominik, die sich regelmässig trafen, um gemeinsam Musik zu machen. Bald schon fragten sie mich, ob ich nicht auch an die Proben kommen wolle und später kam Liv spontan dazu. Zu Beginn war es nur lockeres Jammen, doch Pauls Vater – selber Musiker – brachte mehr Struktur ins Ganze. Seit Dominik die Band verliess, haben wir immer wieder mal «Gastmitglieder» in unserer Band, unser Grundtrio ist aber bestehen geblieben.
Liv: Gemeinsam hatten wir verschiedene Covers gespielt. Irgendwann kam der Moment, als Pauls Vater uns beim MKZ (Musikkonservatorium Zürich) anmeldete. Da haben wir Roger kennengelernt, der seither unser Coach ist und unsere Konzerte plant.
Ihr habt also schon einige Konzerte gehabt. Wo hattet ihr die besten Erfahrungen?
Evi: Definitiv im Plaza. Aber auch im Moods hat es uns stets sehr gefallen.
Liv: Ja, oder auch in der Kanzlei – die haben dort eine coole Anlage. Aber das Schönste ist manchmal fast schon, wenn wir daheim im Bandraum ein Konzert geben – man kennt die Anlage dort in- und auswendig und kann den anderen das «musikalische Zuhause» zeigen.
Wie oft probt ihr eigentlich für all diese Auftritte – und wie schafft ihr es, Schule und Musik unter einen Hut zu bringen?
Evi: Wir haben immer mindestens eine Probe pro Woche zusammen mit Roger am MKZ. Dazu proben wir manchmal an den Wochenenden. Da die Band einen hohen Stellenwert für uns hat, ist auch das Finden von Zeit dafür kein Problem für uns.
Liv: Ausserdem erfahren wir grosse Unterstützung durch unsere Eltern und Lehrer – meine Lehrer sind auch schon an unsere Konzerte gekommen.
Kommt das Interesse an Musik also aus der Familie?
Liv: Ja, ich persönlich bin damit grossgeworden. Meine Familie ist im Geigenbaugeschäft tätig und auch meine Brüder haben ihre eigene Band, bei der ich manchmal singe. Bereits mit 3 Jahren habe ich Cello gespielt, bewegte mich also eher im klassischen Bereich. Mit circa 11 Jahren begann ich dann, mich im Pop-/Jazz-/Rockbereich zu entwickeln, vor allem auch durch unsere Band.
Evi: Meine Familie ist nicht ganz so musikalisch wie Livs Familie, aber seit ich denken kann, wollte ich E-Gitarre spielen. Nach Empfehlung spielte ich zuerst etwa ein Jahr akustische Gitarre, doch die Motivation dafür hielt sich in Grenzen. In der 4. Klasse entschied ich mich dann, auf die E-Gitarre zu wechseln.
Ihr beide spielt nicht nur euer jeweiliges Instrument, sondern singt auch . Seid auch ihr es, die die Liedtexte schreibt?
Liv: Ja, die meisten unserer Songs schreiben Evi und ich.
Evi: Oft beginnen wir mit dem Liedtext und schreiben dann die Musik dazu. Liv komponiert am Klavier, ich an der Gitarre. Wir haben inzwischen schon einige Songs komponiert – etwa zwei Songs pro Jahr.
Cool, das heisst am Band-it werdet ihr eure eigenen Songs spielen?
Liv: Ja, genau – welche genau wissen wir aber noch nicht. Momentan sind unsere Favoriten «2 You», welches wir zweistimmig singen, «No Breath» und «Bad Feelings».
Evi: Es kann aber gut sein, dass wir bis zum Band-it schon einen neuen Song haben.
Ihr habt bereits mehrmals am Band-it teilgenommen. Was waren eure bisherigen Erfahrungen damit und was sind eure Ziele für dieses Jahr?
Evi: Natürlich würde es uns vor allem freuen, nach den Qualifikationen ins Finale zu kommen. Aber abgesehen davon ist das Band-it eine riesige Bereicherung, das Jury-Feedback ist extrem viel wert.
Liv: Auch die Bühnenerfahrung schätzen wir sehr – mit jedem weiteren Auftritt wächst man. Ausserdem ist es immer schön, die anderen Bands dort zu treffen, mit der Zeit kennt man sich untereinander immer mehr.
Toll, dann hoffe ich, dass ihr auch dieses Jahr wieder sehr vom Band-it profitieren könnt und die Jury und das Publikum von euch überzeugt – ich freue mich bereits auf euren Auftritt!
Neugierig auf das Band-it?
Band-it ist das Zürcher Festival für junge Musikerinnen und Musiker. Komm auch du an den diesjährigen Band-it Qualifikationen vorbei und geniesse die Musik der jungen Nachwuchstalente. Der Eintritt ist fast immer kostenlos
Nicht lange ist es her, da genossen wir alle noch die warmen Sonnenstrahlen und die freie Zeit der Sommerferien. Auch die Tize-Redaktion war auf Reisen – wir erkundeten neue Orte, sammelten unvergessliche Erlebnisse und tankten frische Energie. Ob entspannte Strandtage, spannende Abenteuer in der Natur oder das Entdecken neuer Kulturen – die Vielfalt unserer Reiseziele war groß. Wenn du schon jetzt Pläne für die nächsten Sommerferien schmiedest und noch nach dem perfekten Ort suchst, dann lass dich von diesem Artikel inspirieren und finde vielleicht deinen nächsten Traumurlaub!
Malta
Malta ist eine wunderschöne Insel und jedem zu empfehlen. Wer bereits alt genug ist, kann sich günstig ein Auto mieten und die ganze Insel erkunden – Achtung, es gilt Linksverkehr. In Rund einer halben Stunde kann man von einer Seite der Insel auf die andere Seite gelangen. Aber keine Sorge, auch Cartouren, «Hop On Hop Off»-Busfahrten und Bootstouren sind möglich.
In St Julian befinden sich die meisten Jungen, die gerne lange Sommernachtspartys feiern.
In der Blue Lagoon auf der kleinen Insel Comino finden sich dieser herrlich blaue Meerabschnitt.
Wer gerne filmische Kulissen sehen möchte, kommt ebenfalls auf seine Kosten. So ist Mdina aus Game of Thrones als die Stadt der Stille bekannt und im Popeye Village wurde der Realfilm mit Robin Williams gedreht (Tickets sind notwendig, dafür kann man dort sogar baden).
Valetta ist die Hauptstadt der Insel und immer einen Besuch wert.
Marsaxlokk ist ein Fischerdörfchen im Süden. Wer möchte, kann auch mit den Fischern mitfahren.
– Larissa Bucher
Griechenland
Während meinen Sommerferien war ich auf Verwandtenbesuch in Griechenland. Auch wenn es sehr heiss war, war die Zeit dort dennoch wunderschön. In Athen gibt es tolle Bauwerke zu besichtigen, wie z.B. die Akropolis auf dem Bild. Auch wenn es natürlich in solchen Ferienorten immer eher viele Menschen hat, ist es dennoch magisch. Das Essen dort ist etwas, was ich zu Hause definitiv vermisse. Athen bietet auch viele verschiedene Strände, je nach Ort hat es mehr oder weniger Menschen. Hier noch ein kleiner Fun Fact am Rande: In den Dörfern fahren am Morgen Melonenmänner herum – sie preisen mit einem Megafon ihre frischen Wassermelonen an. Gegen den Herbst bzw. Winter wechseln sie ihr Inventar dann zu Plastikmöbeln, da diese im Sommer durch die Hitze zerbröckeln und ersetzt werden müssen.
– Tamara Jäger
Velotour
Ich habe mit meiner Familie eine Radtour entlang des Doubs, der Saone und der Loaire von St. Ursanne nach Nevers gemacht. Diese Strecke ist Teil der Euro 6, die vom Schwarzen Meer bis zum Atlantik führt.
Ca. 580 km haben wir in dieser Woche in der grössten Hitze zurückgelegt. Hier also ein wichtiger Hinweis: Gut planen, damit man nicht in der Hitze fährt, sondern am besten frühmorgens losfährt und mittags eine schöne lange Mittagspause mit Siesta einplant.
Ein Wort zu den Campingplätzen in Frankreich: Nehmt Toilettenpapier mit. Es kommt nicht selten vor, dass man auf der Toilette ist und zu spät merkt, dass kein Toilettenpapier mehr da ist. Also immer eine Rolle mitnehmen.
Wenn ich schon bei Tipps bin, sage noch etwas zu den Einkaufmöglichkeiten in Frankreich. In der Gegend, in der wir gefahren sind, gibt es immer Geschäfte, aber es kann passieren, dass wir in ein Geisterdorf kommen sind und wir fragten uns, wo die Leute hin sind. Warum hat die Bäckerei nicht geöffnet? Und so weiter.
Daraus kann man schliessen, dass man gut vorausplanen muss. Wir haben aber genau das Gegenteil gemacht. Wir haben immer nachmittags geschaut, haben wir noch Kraft für ein paar Kilometer? Aber auch mit dieser Taktik können Fehler passieren. Zum Beispiel waren wir auf einem Campingplatz, wo wir unser Zelt nicht aufstellen konnten, wir mussten ein Zelt mieten, welches zum Glück frei war. Also Camping ist nicht gleich Camping.
Unter der Woche waren wir in Nevers – ab halb zehn ist in diesem Städtchen tote Hose. Es sei denn, man hat rechtzeitig eine Flasche Wein gekauft, chillt mit einer Pizza am Ufer der Loire und geniesst noch die letzten Sonnenstrahlen.
– Carolina Mazacek
Portugal
Portugal scheint diesen Sommer eine der beliebtesten Destinationen für die Ferien (gewesen) zu sein. Auf Instagram häufen sich die Stories und Reels. Die Insel Madeira als europäisches Malediven, die Partystadt Algarve als portugiesisches Ibiza oder die Wellen der Küstendörfchen an der Atlantik als Alternative zu den Hawaiianischen. Portugal scheint im Hype zu sein – zu Recht?
Auch meine Familie und ich wagten die Reise in dieses Land, das manchmal ganz überschattet wird vom Mitbewohner der Iberischen Halbinsel: Spanien. Dennoch bietet Portugal meiner Meinung nach so viel mehr als der EM-Gewinner 2024. Wir besuchten zwar nicht Madeira und auch Algarve fanden meine Eltern etwas zu touristisch, wir landeten jedoch in Porto. Die erste Nacht verbrachten wir auf einem «Sleepboat». Ein Boot umgebaut in eine Art Hotelzimmer – mit Bad, Küche und allem drum und dran. Der Besitzer war ein Vorbote der Freundlichkeit und Herzlichkeit aller PortugiesInnen, die wir noch antreffen würden. Ein absolut einzigartiges Erlebnis!
Geweckt vom Rauschen der Wellen und dem Kreischen der Möwen, fuhren wir bald darauf der Küste entlang Richtung Süden. Der Küstenort Ferrel war die Destination für unsere erste Woche. Mein Rating: Zum Surfen ideal aber, ganz ehrlich, nicht gerade ein Ort aus dem Werbespot. Wir tauften Ferrel zu «The Surfsmurfs’ Town». Denn nach einer Zeit verleidet einem das Wort Surf: Surf Cloths, Surfing Lessons, Surf Bar, Surf garage, Surf blablabla. Wenn du also ein Surffanatiker bist, kann ich Ferrel nur empfehlen. Falls dies nicht auf dich zutrifft, entscheide dich für einen anderen Ort in Portugal. Authentizität, Kultur und Tradition findest du dort nämlich nicht.
Zum Glück verbrachten wir die zweite Woche an einem anderen Ort, wo wir das portugiesische Flair doch noch kennenlernen durften: Wir fuhren ins nördliche Innenland zu einem restaurierten Bauernhaus etwa 20 Minuten von der berühmten (und wunderschönen!!) Kleinstadt Ponte de Lima. In dieser Region gibt es viel weniger Touristen, die Natur ist unberührt, der Wassersport trotzdem nach 30-minütiger Fahrt an den Küsten zu finden. Wir wanderten auf Hügeln, besuchten historische Dörfchen und assen in kleinen portugiesischen Lokalen. Fazit dieser zweiten Woche: Nordportugal eine absolute 10 von 10.
Wie bei jeder anderen Feriendestination sind unterschiedliche Regionen je nach Ferienaktivitäten und -stil besser oder weniger geeignet. Als Sportliebhaberin, die Länder gerne auf die traditionelle Weise kennenlernt ist Nordportugal absolut empfehlenswert. Mit dem Feeling von «Pure Portugal» wird zumindest diese Region dem grossen Hype gerecht.
Am Samstag, dem 10. August 2024, traten sieben starke Bands am Band-it Finale auf. Den zweiten Platz belegte hierbei Seulfa & Band mit einer emotional packenden Performance. Seulfas tiefgründige Lyrics berührten die Herzen des Publikums, während die Band mit starken Instrumentensoli herausstach. In diesen 20 Minuten wurde das Publikum mitgerissen und durfte gemeinsam mit Seulfa und seiner Band viben. Im Anschluss an das eindrucksvolle Finale hatten wir die Möglichkeit, die Jungs in einem Interview näher kennenzulernen.
Wer ist Seulfa?
Seulfa vermittelt durch seine Texte Freude, Trauer, Wut und vor allem Liebe. Diese Emotionen reflektieren tief empfundene Erfahrungen, die aus persönlicher Erlebnisse stammen. Dabei sollen die Zuhörer*innen in der Lage sein, eigene Interpretationen zu finden und sich mit den Gefühlen zu identifizieren. Er setzt dabei auf eine breite musikalische Palette, von Klarinette bis Kontrabass.
Bei Live-Auftritten setzt Seulfa auf eine fünfköpfige Band, bestehend aus zwei Gitarristen, einem Bassisten, einem Schlagzeuger und Seulfa selbst am Klavier. Die Live-Show besticht durch einfühlsame, melancholisch-schöne Klavierstücke sowie kraftvolle Gitarrensoli, und schafft so ein Erlebnis, bei dem der Sänger gemeinsam mit seiner Band das Publikum auf eine emotionale Reise mitnimmt.
Wir gratulieren euch herzlich zu eurem wohlverdienten Podestplatz. Wisst ihr schon, wie ihr das Preisgeld von 2000 Franken investieren wollt?
Maus (Maurizio): Süssigkeiten.
Seulfa: Das wäre wirklich eine coole Antwort, aber ich glaube, es ist realistischer, dass wir das Geld in eine Bandwoche investieren. Das haben wir ja auch schon als Vorbereitung für das Finale gemacht und ich finde, es hat uns sehr viel gebracht.
Maus: Es ist eindrücklich, wie wir als Gruppe gewachsen sind und unsere Songs eine neue Form angenommen haben, die wir heute präsentieren durften. Das zeigt einfach, was wir gemeinsam erreichen können, wenn wir diese Zeit und diesen Kreativraum haben.
Woher kommt die Inspiration für eure Musik?
Seulfa: Hauptsächlich von deutschem Indie, aber auch von vielen anderen Musikrichtungen. Jeder in der Band holt seine Inspiration aus anderen Liedern, da wir alle einen anderen Musikgeschmack haben. Diese unterschiedlichen Geschmäcker und Musikstile lassen sich dann ins Arrangement einbauen und ergänzen sich sehr gut.
Maus: Ich beispielsweise höre sehr viel Funk und Jazz. Andere in unserer Band hören mehr Rock. Das fusioniert dann so schön, dass es für alle, die zuhören, einen Aspekt hat, der ihnen gefällt.
Wie kam es zur Band?
Seulfa: Ich spielte bereits vorher mit Maus in einer anderen Band, Rauchverbot. Als ich begann, meine ersten Songs zu schreiben und aufzunehmen, wollte ich diese unbedingt auch auf die Bühne bringen. Dafür brauchte ich geile, motivierte Musiker.
Maus: Also haben wir die Kollegen zusammengebracht, die ein Instrument spielen und gut in die Band passen würden.
Ihr habt alle unterschiedliche Musikstile, die sich zwar oft ergänzen. Aber führt das manchmal auch zu Auseinandersetzungen?
Nico: Ja, ab und zu gibt es das. Meistens ist es natürlich schön, wenn sich mehrere an einem Instrument auskennen, da vier Ohren mehr hören als zwei. Aber es führt auch mal zu Konflikten, wenn zwei Menschen eine andere Vision haben von einem Song.
Seulfa: Aber in den meisten Fällen können wir uns schnell einigen. Wenn es im schlimmsten Fall keine Mehrheit gibt, sage ich, wo meine Vision hinführt, da es ja meine Songs sind. Aber das Band-it Finale heute hat schön gezeigt, wie wir wirklich alle zusammen dahinterstehen, es ein „geiles Set“ finden und uns vor allem darüber gefreut haben, das gemeinsam auf die Bühne zu bringen.
Maus: Die Bandwoche hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, genug Zeit zu haben, um uns eben einigen zu können. Wenn Sachen ausprobieren können, erkennt man plötzlich auch: „Die Idee von der anderen Person ist ja gar nicht so schlecht!“
Seulfa: Oder: „Meine Bassline ist gar nicht so gut!“
Könnt ihr euch vorstellen, nächstes Jahr wieder teilzunehmen oder wollt ihr beim Höhepunkt stehen bleiben?
Seulfa: Der absolute Höhepunkt wäre natürlich der erste Platz. Aber wir sind sehr zufrieden, dass wir überhaupt auf dem Podium gelandet sind und freuen uns darüber, dass wir auch beim Special im Moods mitmachen dürfen.
Nico: Wir können dann ja beim Eurovision Song Contest teilnehmen, der nächstes Jahr in der Schweiz stattfindet. (Lacht.)
Wie sah es mit den Proben und dem Stress vor dem Finale aus?
Maus: Wir haben gestern noch unseren letzten Song produziert.
Seulfa: Nein, vorgestern. Von Dienstag bis Freitag waren wir weg und hatten uns ein kleines, schönes Setup in der Ferienwohnung von Nico eingerichtet. Wir hatten eine tolle Zeit und intensive Proben. Der neue Song, den wir dabei rausgeholt haben, war mein persönliches Highlight.
Maus: Ja, Musikern gefällt ihr letzter Song immer am meisten.
Habt ihr auch Druck gefühlt?
Maus: Als wir die Qualifikation hinter uns hatten, haben wir erst einmal einen Monat lang nicht mehr zusammen geprobt.
Seulfa: Wir hatten gleich nach der Qualifikation zwei sehr coole Gigs. Danach ging’s erst mal in die Ferien. Wir haben wirklich alles auf diese drei Intensivtage in unserer Bandwoche gesetzt.
Maus: Und intensiv sind sie gewesen. Wir haben teilweise bis um 4 Uhr morgens gespielt. Aber das hat sich wirklich gelohnt.
Seulfa: Wir hatten sehr viel Spass und eine coole Zeit während der Bandproben und auf der Bühne.
Was sind Botschaften und Themen, die du mit den Lyrics rüberbringen möchtest, Seulfa?
Seulfa: Ich habe lange Zeit immer nur über Liebe und Herzschmerz gesungen und möchte jetzt ein wenig davon wegkommen. Die Band hat mir sehr dabei geholfen, mich von diesen traurigen Pianosongs zu lösen. Ich war zuerst so besessen vom Piano und habe dann einfach gemerkt, dass es noch so viel anderes zu erkunden gibt. Vor allem, wenn ich zwei so grossartige Gitarristen und einen so coolen Drummer und Bassisten habe. Man hat in einer Band viel mehr Möglichkeiten. Ich habe auch an funky Musik Freude bekommen. Dennoch bleibe ich meinen „Roots“ treu und produziere immer noch gerne Musik, wie ich sie früher machte.
Habt ihr Tipps an Bands für das nächste Jahr?
Maus: Macht mit. Man kann nichts falsch machen. Es ist einfach wichtig, Leute zu suchen, die den gleichen Drive haben und die eine tolle Zeit haben möchten, auf der Bühne und auch abseits. Das Wichtigste ist einfach, dass man damit beginnt.
Einheitliches Nicken der Kollegen: Ja.
Seulfa: Wir spielen jetzt seit 6 Monaten in dieser Konstellation. Für diese kurze Zeit spielen wir nicht schlecht. Und das liegt auch überhaupt nicht daran, dass wir alle super Musiker sind. Das sind wir nicht wirklich. Ich beispielsweise spiele nur mittelmässig Klavier.
Maus: Ich habe seit 5 Jahren kein Waldhorn mehr gespielt.
Seulfa: Genau. So kitschig das auch klingen mag, wenn man etwas machen will, dann geht es auch. Es braucht einfach motivierte Personen, die Lust haben, gemeinsam etwas auf die Beine stellen zu können.
Nico: Ja, und auch bereit sind, die Zeit zu investieren.
Seulfa: Richtig, es ist beeindruckend, wie viel Zeit wir in diesen sechs Monaten in die Band investiert haben. Aber das lohnt sich – nicht nur fürs Band-it, sondern im Allgemeinen. Wir haben sehr viele tolle Gigs gespielt.
Ihr scheint wirklich sehr eingespielt zu sein.
Nico: Ja, das sind wir, weil wir uns im letzten halben Jahr bis auf wenige Ausnahmen wöchentlich getroffen haben.
Seulfa: Das Band-it war ein grosser Push für uns. Es hat uns gezeigt, was wir mit intensiven Proben erreichen können.
Nico: Wir geben uns nicht mit Mittelmass zufrieden.
Es war eine riesige Freude, euch zu interviewen. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und diesen Drive, den ihr jetzt schon habt.
Hast du das Finale verpasst?
Keine Sorge, denn die 1. – 4. Platzierten kannst du am 1. September nochmals erleben. Sie treten dann im Moods in Zürich auf, wo es auch eine Abschlussparty und einen Videodreh gibt.
Das Band-it ist ein Musikwettbewerb für junge Talente und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, professionelle Auftrittserfahrung zu sammeln, neue Kontakte zu knüpfen und unter tosendem Applaus im grellen Rampenlicht die Bühne zu rocken. Mehr über den angesagten Newcomer Contest aus dem Kanton Zürich findest du unter Band-it.ch
Die Bilder in diesem Artikel stammen von Ethan Welty.
Am Samstag, dem 10. August, fand an den Winterthurer Musikfestwochen das Band-it Finale statt. Den dritten Platz belegte dabei BändL mit einem starken Bühnenauftritt. Ein exklusives Interview mit der motivierten und mitreissenden Rockband.
Wer ist BändL?
Die vielseitige Rockband mit vier Mitgliedern hat 2022 trotz unterschiedlicher Musikgeschmäcker 2022 zusammengefunden, um ihrer gemeinsamen Leidenschaft nachzugehen: gemeinsam Musik zu machen. Einige ihrer Songs sind tief emotional, während andere einfach Spaß bringen.
Sophie Ford
Samuel Maddox
Nico Murer
Adrian Wartmann
Wir gratulieren euch herzlich zum 3. Platz. Wisst ihr schon, wie ihr das Preisgeld investieren wollt?
Sophie: Eine gute Frage. Wir wissen es ehrlich gesagt noch nicht genau, da wir gar nicht erwartet hatten, ins Finale oder sogar auf das Podium zu kommen. Somit haben wir bis jetzt noch nicht an das Preisgeld gedacht.
Samuel: Wir können das Geld sicherlich für Aufnahmen, Alben oder neues Equipment verwenden.
Sophie: Ja, vielleicht aber auch für ein Fotoshooting. Wir sind da offen und machen uns noch Gedanken darüber.
Wie lange seid ihr schon eine Band?
Sophie: Seit etwas mehr als zwei Jahren.
Also schon eine Weile. Habt ihr eine gewisse Regelmässigkeit beim Proben?
Sophie: Bis zwei Mal pro Woche.
Nico: Ja, vor dem Band-it war das so. Ansonsten eher ein Mal pro Woche.
Ihr habt schon einmal am Band-it teilgenommen. Letztes Jahr wart ihr noch nicht im Finale und jetzt habt ihr bereits den dritten Platz belegt. Habt ihr vor, nächstes Jahr wieder teilzunehmen?
Nico: Ja, auf jeden Fall! Wir konnten viel davon profitieren und hatten stets Freude daran.
Dann freuen wir uns schon auf euren Auftritt nächstes Jahr. Habt ihr seit der Qualifikation neue Lieder geschrieben?
Sophie: Theoretisch ja, ein neues.
Nico: Genau genommen haben wir ein neues Lied gespielt, das wir aber schon vor der Qualifikation geschrieben hatten. Das war dazumal noch nicht ganz ausgereift. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, dort noch die alten Stücke zu spielen und haben das neue Stück heute am Finale zum ersten Mal gespielt.
Wie sah es mit den Proben aus, jetzt vor dem Finale?
Sophie: Diese Woche hatten wir zwei Proben. Mehr eigentlich nicht.
Nico: Ja, wir waren alle in den Ferien. Da wir schon vorher wussten, dass unser Drummer beim Finale nicht wird dabei sein können, haben wir Adrian als Ersatz gefunden und schon einmal in dieser Konstellation zusammen geprobt, noch bevor wir wussten, ob wir eine Runde weiterkommen. An diesem Abend haben wir dann erfahren, dass wir’s wirklich ins Finale geschafft haben. Mit den anderen zwei Proben waren es also insgesamt drei.
Es war eine Freude, euren Auftritt zu sehen. Was unterscheidet euch von anderen Musikern?
Sophie: Was sicher einen grossen Teil ausmacht, ist die Motivation. Denn die ist bei allen stets sehr präsent. Man merkt, wie alle dabei sein wollen und ihr Bestes geben, damit sie dabei sein können. Ich finde, das ist ein grosser Unterschied zu anderen Bands, die es auch probieren, aber es vielleicht nicht so weit schaffen, weil eventuell die Motivation nicht genug stark ist. Es macht mir wirklich Freude, immer diese Motivation von allen zu spüren.
Adrian: Was ich als Aussenstehender, oder als Mitglied der BändL-Fan-Crew feststelle, ist die Natürlichkeit, die es bei BändL gibt. Wenn mal ein Fehler passiert, ist das völlig egal, die Band macht einfach weiter und hat trotzdem Selbstvertrauen und Motivation. Das sehe ich bei anderen Bands weniger, diese Natürlichkeit.
Ihr harmoniert sehr gut als Team. Ist das immer so oder gibt es da auch manchmal Auseinandersetzungen?
Sophie: Ganz selten. Wir haben eigentlich nie grosse Streite. Vielleicht mal…
Nico: …aus Stress. Wenn etwas Wichtiges ansteht, kann es sein, dass jemand mal ausruft. Aber nie Gravierendes.
Sophie: Wie Samuel sagt, haben wir nie gross miteinander gestritten, wir haben es immer gut miteinander.
Adrian: Gut, also letzte Woche bei der Probe… – nein, Spass. (Lachen.)
Von wo holt ihr die Inspiration für eure Musik?
Nico: Also sie (zeigt auf Sophie) hat stets am meisten Inspiration. Ich weiss nicht, woher sie die nimmt.
Sophie: Eine grosse Inspiration für mich ist Olivia Rodrigo. Ich bin «obsessed» von ihr, wenn man das so sagen kann.
(Zustimmendes Murmeln von den anderen.)
Sophie: Viele Songideen stammen von ihr. An Konzerten von ihr habe ich vor Emotionen sogar geweint. Sie ist wirklich eine grosse Sängerin. Aber auch kleinere Acts inspirieren mich. Beispielsweise Annie Taylor, eine lokale Band aus Zürich. Viele Ideen kommen auch von da: (Sie zeigt auf die anderen Bandmitglieder.) Manchmal sagt jemand etwas und ich denke mir: «Ja, das wird ein Song.»
Nico: Oft sendet Sophie uns eine Handyaufnahme mit Gitarrenakkorden und einer Melodie, wenn sie eine neue Idee hat. In den Proben kommt dann jeder mit eigenen Ideen, die sich meistens sehr gut ergänzen.
Beim Musikstil orientiert ihr euch also etwas an Olivia Rodrigo. Stammen auch die Textideen von ihr?
Sophie: Wenn ich einen Song komponiere, schreibe ich immer über persönliche Erfahrungen. Viele unserer Songs behandeln keine leichten Themen, so beispielsweise «Now I Know». Die Lieder sind zum Teil recht «heavy» und nicht jedes eignet sich zum Mitsingen. Jeder Song hat seinen Hintergrund und seine eigene Geschichte und für mich ist es auch wichtig, dass ich umsetzen kann, was ich erlebe. Somit hole ich meine Inspiration nicht von Olivia Rodrigo, sondern von meinen eigenen Lebenserfahrungen.
Du hast gesagt, dass sich nicht jeder Song von euch zum Mitsingen eignet. Trotzdem haben bei euch stets viele Personen im Publikum aus vollem Hals mitgesungen.
Nico: Ja, das ist der berühmtberüchtigte BändL-Fanclub.
Sophie: Es ist wirklich schön, wie sie uns immer supporten und so mitsingen. Ich schätze das sehr.
Adrian: Ihr müsstet mal etwas für uns, euren Fanclub, machen. (Augenzwinkern.)
Band im Chor: Ja, jetzt haben wir ja die 1000 Franken!
Sophie: Wir könnten ein Fanclubtreffen mit diesem Geld machen.
Was wäre euer Rat für Teilnehmer*innen des nächsten Band-it?
Sophie: Sie sollen sich einfach trauen mitzumachen.
Samuel: Und Spass haben ist auch wichtig. Have the time of your life.
Sophie: Ja, genau. An der Qualifikation sind uns viele unterlaufen. Aber schlussendlich haben wir es trotzdem ins Finale geschafft, da man diesen Spass auf der Bühne spürte und wir einen super Sound hatten. Wichtiger als die Fehler war es also, dass wir das Publikum mitgenommen hatten. Ja, das ist das Wichtigste: Habt Spass, macht einfach, traut euch.
Was nehmt ihr vom Band-it mit, vielleicht auch für weitere Auftritte?
Nico: Das Feedback ist einfach Gold wert. Die Jury hat uns aufgezeigt, was wir verbessern können und Ratschläge gegeben, wie wir das machen können. Aber es gab auch viele Komplimente. Das Beste – abgesehen von den 1000 Franken – sind die Connections, die man hier machen kann. Wir haben schon einige Gigs bekommen, weil Personen eine Bandbrauchten, am Band-it vorbeischauten und uns so gefunden und eingeladen haben. Und das ist extrem wertvoll.
Was darf man als nächstes von euch erwarten?
Sophie: Unsere neue Single kommt bald raus. Und danach produzieren wir hoffentlich neue Songs. Nach dem Band-it Special am 1. September werden wir noch am 6. gleich einen weiteren Gig haben.
Nico: Hoffentlich kommt bald auch ein ganzes Album heraus!
Danke vielmals für das Interview. Wir wünschen euch weiterhin das Beste in eurer musikalischen Karriere.
Hast du das Finale verpasst?
Keine Sorge, denn die 1. – 4. Platzierten kannst du am 1. September nochmals erleben. Sie treten dann im Moods in Zürich auf, wo es auch eine Abschlussparty und einen Videodreh gibt.
Das Band-it ist ein Musikwettbewerb für junge Talente und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, professionelle Auftrittserfahrung zu sammeln, neue Kontakte zu knüpfen und unter tosendem Applaus im grellen Rampenlicht die Bühne zu rocken. Mehr über den angesagten Newcomer Contest aus dem Kanton Zürich findest du unter Band-it.ch
Die Bilder in diesem Artikel stammen von Ethan Welty.
Am Samstag, dem 10. August 2024, fand das jährliche Band-it Finale in Winterthur statt. Die sieben besten Bands spielten an den Winterthurer Musikfestwochen um die Preise.
Mitreißende Musik, ein tanzendes Publikum und durchwegs gute Laune – so präsentierte sich das Band-it Finale 2024. Dank der musikalisch herausragenden Auftritte, der motivierenden Moderation und den begeisterten Fanclubs der Bands herrschte den ganzen Nachmittag über eine bombastische Stimmung.
Als es um 14:00 Uhr mit dem ersten Act losging, waren wegen der brennenden Hitze noch nicht allzu viele Personen auf dem Kirchplatz. Doch Daetister schaffte es schnell, mit ihrer mitreißenden Musik immer mehr Menschen anzulocken und sogar zum Tanzen zu bewegen. Innerhalb weniger Minuten füllte sich der Kirchplatz. Die Bandmitglieder selbst waren ebenfalls sehr zufrieden mit ihrer Performance – besonders beeindruckend, da sie erst seit wenigen Monaten in dieser Formation proben.
Daetister
Als Nächstes betrat Bändl die Bühne – die Band, die bereits im letzten Jahr dabei war, brachte sogar ihren eigenen Fanclub mit. Mit kraftvollen Vocals schafften sie es, das Publikum zum Mitsingen zu animieren. Die Teilnahme am Band-it hat ihnen deutlich dabei geholfen, ihre Bühnenpräsenz zu stärken – das zeigte sich besonders daran, wie Leadsängerin Sophie die Bühne souverän für sich einnahm.
Seulfa & Band erschienen als dritter Act auf der Bühne. Sie waren die Einzigen, die auf Deutsch und Schweizerdeutsch singen. Ihre tiefgründigen Texte und die vielen Instrumentalsoli begeisterten das Publikum. Immer mehr Menschen begannen zu tanzen, besonders als die Band das Lied «Me gustas tú» coverte.
Weiter ging es mit einem ganz anderen Genre: Punk von Mace Dispute. Die Band rockte nicht nur die Bühne, sondern riss auch das Publikum mit. Früher noch eher im Indie- und Rockbereich unterwegs, hat die Band inzwischen ihren Stil gefunden. Mit energetischem Punk, der durch Metal-Einflüsse ergänzt wird, treffen sich hier zwei Musikwelten.
Auch Fiddle Jammer brachte eine völlig neue Musikrichtung auf die Bühne. Die Band, die sich hauptsächlich auf instrumentale Musik mit Balkan-Einflüssen spezialisiert hat, begeisterte mit fröhlichen Tanzmelodien und einem energetischen Auftritt. Die neun Mitglieder weisen als Einzelpersonen ein außergewöhnlich hohes musikalisches Niveau auf. So kam es dank der Bandgrösse zu vielen mitreissenden Soloeinlagen.
Nach der Reise in die Punkwelt und den Balkan ging es weiter mit dem jazzigen Sound von Demolüx. Dass die Band Freude an Dynamik und Kontrasten hat, widerspiegelte sich in ihrem Auftritt eindrucksvoll. Mit ihrer Musik zauberten sie dem Publikum ein Lächeln ins Gesicht und entführten es auf eine musikalische Reise.
Demolüx
Als letzte Finalband enterte Styrofoam Rain die Bühne. Bereits im letzten Jahr im Finale vertreten, hat sich die Band durch zahlreiche Proben und Auftritte weiterentwickelt und ist nun stärker denn je zusammengewachsen. Dieses eingespielte Team überzeugte mit ihrem kraftvollen alternativen Rock und machte es der Jury nicht leichter, über die Rangierung zu entscheiden.
Nach den sieben Finalbands ging die musikalische Show weiter mit Sage Green. Sie durften als beste Schüler*innenband 2024das Publikum mit einer kraftvollen Performance und bekannten Covers unterhalten.
Sage Green
Wer hat gewonnen?
Endlich war es dann soweit und der Moment der Rangverkündigung war gekommen. Mithilfe des letztjährigen Gewinners Qeller spannte die Moderation das Publikum und die Finalacts auf die Folter. Begleitet von vielen Emotionen stand am Ende diese Platzierung fest:
Fiddle Jammer
Seulfa & Band
Bändl
Demolüx
Abgeschlossen wurde der musikalische Nachmittag mit einer stimmungsvollen und packenden Performance von Qeller.
Das Band-it Finale 2024 war wirklich ein Highlight der Winterthurer Musikfestwochen. Die Bands haben gezeigt, dass Zürich voll von neuen Musiktalenten ist. Doch nicht nur die Musik, sondern auch die Stimmung war super – auf, vor und hinter der Bühne. Die Bands unterstützten sich gegenseitig, freuten sich über die Performances der anderen und die tolle Stimmung projizierte sich auch auf das Publikum, das mittanzte, mitklatschte und mitsang.
Was sind die nächsten Ziele der Bands?
«Mit unserer Musik auf den Mars zu kommen» antwortete Mace Dispute. Sogleich antwortete Demolüx: «Wir wollen auf den Mond damit.» Doch nach dem Spässeln verrieten die Bands, dass es ihr Ziel sei, den Menschen eine Freude zu bereiten. Viele Finalbands sind auch schon an einem ersten Album dran – den einen oder anderen Bandnamen wird man somit auch in Zukunft noch zu hören bekommen.
Hast du das Finale verpasst?
Keine Sorge, denn die 1. – 4. Platzierten kannst du am 1. September nochmals erleben. Sie treten dann im Moods in Zürich auf, wo es auch eine Abschlussparty und einen Videodreh gibt.
Das Band-it ist ein Musikwettbewerb für junge Talente und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, professionelle Auftrittserfahrung zu sammeln, neue Kontakte zu knüpfen und unter tosendem Applaus im grellen Rampenlicht die Bühne zu rocken. Mehr über den angesagten Newcomer Contest aus dem Kanton Zürich findest du unter Band-it.ch
Die Bilder in diesem Artikel stammen von Ethan Welty
Bald ist es wieder so weit: Das Band-it Finale 2024 findet am Samstag, dem 10. August, auf dem Winterthurer Kirchplatz statt. Nach sechs Qualifikationen im Mai und Juni werden nun die besten Bands auftreten.
Komm auch du am diesjährigen Band-it vorbei und geniesse die Musik der jungen Nachwuchstalente.
📌 Ort: Kirchplatz, 8400 Winterthur 📆 Datum: 10. August 2024 ⏰ Zeit: Ab 14 Uhr 🎫 Eintritt: Gratis
Aber nicht nur die Bands dürfen Bühnenerfahrung schnuppern – die Moderation selbst besteht auch aus Nachwuchstalenten. Die vier Moderierenden des diesjährigen Band-it Finals geben hier im Interview einen Einblick hinter die Kulissen des Band-it.
Alexis Brunner
Cyril Keller
Destiny Huber
Phoebe Lüscher
Bitte stellt euch doch kurz vor.
Alexis: Ich bin Alexis Brunner. Momentan absolviere ich eine Lehre als Mediamatikerin in der Migros. Ich liebe es zu singen und bin auch in der Pfadi.
Cyril: Ich bin Cyril Keller. Aktuell arbeite ich als Mediamatiker bei der Swisscom.
Destiny: Mein Name ist Destiny Huber und momentan befinde ich mich im Bachelorstudium, um Primarlehrerin zu werden. Ich liebe es zu tanzen und zu backen.
Phoebe: Ich bin Phoebe Lüscher und habe bis vor Kurzem ein Moderationspraktikum bei Radio Top gemacht. In der Freizeit tanze ich gerne.
Ihr werdet dieses Jahr gemeinsam das Band-it Finale moderieren. Wie ist es dazu gekommen?
Alexis: Eigentlich wäre ich von selbst nie darauf gekommen. Doch eines Tages hat eine Kollegin mich auf den diesjährigen Moderations-Workshop aufmerksam gemacht und ich habe schnell gemerkt, wie sehr mir das Moderieren gefällt – gerade, weil Musik eine wichtige Rolle für mich spielt und ich ein kommunikativer Mensch bin.
Destiny: Ich bin seit mehreren Jahren Teil der Band-it-Familie. 2022 hatte ich bereits die Chance, das Band-it Finale zu moderieren, letztes Jahr das Openair Altendorf und dann sogar alleine das BandXsz, das Pendant zum Band-it im Kanton Schwyz.
Cyril: 2013 habe ich bei SRF Zambo zum ersten Mal moderiert, bevor ich zum Jugendradio 4 TNG in Winterthur wechselte. Dort wurde ich auf das Band-it aufmerksam gemacht. So bin ich 2017 in die Band-it Moderation gerutscht und habe seither mehrmals als Moderator mitgewirkt.
Phoebe: Auch ich bin über das Radio 4 TNG aufs Band-it gestossen, da es als gute Übung zum Moderieren auf einer Bühne anstatt im Radiostudio empfohlen wurde. 2019 habe ich erstmals im Rahmen des 30jährigen Band-it-Jubiläums moderiert. Nun bin ich seit fünf Jahren mit dabei.
Destiny, Cyril und Phoebe, ihr habt das Band-it Finale schon einmal moderiert. Was hat euch denn am meisten daran gefallen?
Phoebe: Die Freiheit. Abgesehen von einigen Vorgaben kann man seine Moderationen so gestalten, wie man möchte. Man wird auch sehr gepusht und es macht deshalb viel Spass.
Cyril: Winterthur ist so ein schöner Ort und dort auf einer so grossen Bühne moderieren zu dürfen, war wirklich wahnsinnig.
Destiny: Das Band-it hält immer viele Überraschungen und Höhepunkte bereit. Nebst der beeindruckenden Bandbreite von verschiedenen Musikrichtungen hat mich auch die Stimmung auf und neben der Bühne begeistert.
Alexis, für dich ist es das erste Mal, dass du das Band-it Finale moderierst. Wie fühlst du dich?
Alexis: Am Finale gibt es noch viel mehr Zuschauerinnen und Zuschauer als an den Qualifikationen. Dementsprechend bin ich zwar nervös, aber ich weiss, dass diese Nervosität verfliegt, sobald ich auf der Bühne stehe. Es ist eine coole Chance, auf so einer Bühne zu moderieren und ich freue mich schon jetzt darauf!
Was ist euer wertvollster Tipp, um gut zu moderieren?
Alexis: Man sollte sich getrauen, Fehler zu machen. Wenn man den Text vergisst, einfach weitermachen – das Publikum nimmt es einem nicht übel. Und sobald man weiss, dass Fehler okay sind, nimmt man das Ganze auch lockerer und das Improvisieren fällt einem leichter.
Cyril: Immer ruhig blieben und auch mal eine Pause mehr machen. Die Leute kommen sonst gar nicht nach und es ist immer gut, ihnen mal kurz Zeit zu geben.
Destiny: Auf der Bühne sollte man stets authentisch sein und sich nicht verstellen. Ehrlichkeit und Authentizität machen es am einfachsten, natürlich zu moderieren.
Phoebe: Bleib du selbst. Du weisst am besten, was du selbst erzählst. Wenn man etwas Falsches sagt, merkt das Gegenüber das nicht. Gib den Fehler zu, mach weiter, du bist der Profi und weisst am besten, um was es geht.
Auf was freut ihr euch besonders beim diesjährigen Finale?
Cyril: Nach sieben Jahren ist es wieder so weit, dass ich beim Band-it dabei sein kann. Auch freue ich mich, wieder mit anderen tollen Moderatorinnen auf der Bühne zu stehen.
Alexis: Dass ich nochmals auf der Bühne stehen darf, aber auch, dass ich die anderen Moderierenden wieder sehen kann.
Destiny: Ich freu mich darauf, mit meinen Co-Moderierenden und den Acts das Finale zu etwas Besonderem und Einmaligem zu machen, die Atmosphäre und den Moment zu geniessen, das Publikum zu begeistern und Spass zu haben.
Phoebe: Dieses Jahr sind wir zu viert in der Finalmoderation. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit den anderen. Mit Alexis habe ich dieses Jahr schon zuvor an einer Band-it-Qualifikation im Gaswerk moderieren dürfen und weiss, dass wir super zusammen harmonieren. Mit den anderen zwei wird es eine Premiere, weshalb ich sehr gespannt und voller Vorfreude darauf bin.
Seid ihr durchs Band-it auf neue Musik gestossen, die euch seither gefällt?
Alexis: Das Band-it bietet zwar eine recht breite Musikpalette, aber auch ich selbst höre in meiner Freizeit alles mögliche von Pop bis zu Musicalliedern. Deshalb bin ich zwar nicht auf neue Musikgenres gestossen, folge nun aber einigen Sängern auf Insta, da mir ihre Musik sehr gefällt.
Cyril: Das Band-it trifft genau meinen Musikgeschmack. Die Musiktalente dort überzeugen, das wird die Musik der nächsten Generation sein.
Seid ihr selbst auch musikalisch?
Alexis: Ich liebe es zu singen. Deshalb bin ich unter anderem am Konservatorium Winterthur.
Destiny: Seit 11 Jahren spiele ich klassische, elektrische und Western-Gitarre und habe auch selber Songs geschrieben.
Cyril: Früher habe ich Klavier und Keyboard gespielt. Inzwischen gefällt es mir, als DJ aufzulegen, vor allem in Richtung House.
Beschreibt das Band-it Finale in drei Wörtern.
Phoebe: Einzigartig. Spannend. Aufwühlend.
Cyril: Es wird heiss, spannend und wahnsinnig musikalisch. Auch das Wort «Tanzen» muss ich unbedingt noch erwähnen, also sind es wohl doch vier Worte.
Am Mittwoch, dem 24.04.2024, traf sich der Bundesrat «extra muros» zu seiner Sitzung. Nicht wie gewöhnlich trafen sie sich im Bundeshaus, sondern im Grossratsgebäude in Aarau. Dass der Bundesrat in einem anderen Kanton tagt, hat sich inzwischen seit 2010 zu einer alljährlichen Tradition verfestigt. Eine Möglichkeit für die Aargauer Bevölkerung, mit dem Bundesrat persönlich in Kontakt zu treten.
Den ganzen Morgen hielt der Bundesrat seine Sitzung ab. Danach kam es zum öffentlichen Teil: Am Apéro trafen sich die Bundesräte mit etwa 300 Aargauerinnen und Aargauern. Von Schulklassen und Jungparteien bis hin zu Rentnern und Rentnerinnen waren alle anzutreffen. Die Bürger und Bürgerinnen hatten die Möglichkeit, dem Bundesrat ihre Anliegen mitzuteilen, ihm alle möglichen Fragen zu stellen oder einfach ein gemeinsames Bild zu machen.
Die Aargauer hatten die Möglichkeit, mit dem Bundesrat Bilder zu machen. Ignazio Cassis, Quelle: gov.ch
«Mit den Bundesräten kann man ohne Probleme sprechen, nur das Ansprechen braucht etwas Mut. Von da an läuft das Gespräch von alleine», so Timo Stettler, Elektroplaner aus Safenwil (AG). Auch wenn es Fragen zu aktuellen politischen Themen waren, gab der Bundesrat stets eine Antwort, sofern es ihm möglich war. «Das Volk hat die Möglichkeit, in der Politik mitzureden und seine Einwände zu äussern, wie man heute wieder ganz schön sieht», sagte ich in einem Interview mit SRF.
Der Besuch des Bundesrats zeigt einmal mehr, wie sicher unser Land ist und wie gut unser Politsystem funktioniert. Arm in Arm konnte der Bundesrat Bilder mit den Aargauern und Aargauerinnen machen, stand inmitten der Menschenmasse und war nicht abgegrenzt durch Sicherheitspersonen. Dass der Bundesrat so offen und bedenkenlos mit den Menschen sprechen kann, ist etwas, das vielen Regierungsmitgliedern in anderen Ländern nicht möglich ist. Auch dass der Bundesrat auf die Wünsche und Fragen der Bevölkerung eingehen kann, ist etwas, das wir in unserer Demokratie sehr schätzen können.
Bundesratsmitglieder inmitten der Menschenmasse. Elisabeth Baume-Schneider, Quelle: gov.ch