Dank der sozialen Medien wurde ich kürzlich auf eine ganz spezielle Hundedame aufmerksam: Bunny, ein Shepadoodle, die mit Hilfe von Knöpfen mit ihren Besitzern kommuniziert. Mit dem eigens für sie eingerichteten Profil @whataboutbunny auf Instagram und TikTok begeistert sie insgesamt bereits mehr als 6 Millionen Follower.

Was macht sie nun so besonders?

Bunny stellt unser gesamtes Bild über Tiere und ihre kommunikativen Fähigkeiten auf den Kopf. Dass Hunde etliche Kommandos und Wörter der menschlichen Sprache erlernen können, ist längst kein Geheimnis mehr. Genauso wenig, dass sie unsere Gefühle, Mimik und Gestik sehr gut einordnen können – bekanntlich sind Tiere Meister der Körpersprache. Aber dass aktiv mithilfe menschlicher Sprache kommuniziert werden kann, ist brandneu und ziemlich aufregend. Zumindest, was explizit Hunde betrifft. Affen haben bereits mit dem Erlernen der Zeichensprache bewiesen, dass wir die Tierwelt nur allzu oft unterschätzen.

Die Wortknöpfe

Mit einer Art Schaumstoffmatte mit verschiedenen darauf installierten Knöpfen kommuniziert Bunny in einfachen Wortfolgen mit ihren Besitzern. Wenn sie einer dieser Knöpfe mit ihrer Pfote drückt, spielt es ein von ihrer Halterin auf Englisch aufgenommenes Wort ab. Zu den Wortknöpfen gehören mittlerweile über 70 verschiedene Ausdrücke, darunter Nomen, Pronomen, Verben und Namen. Um nur einige Beispiele zu nennen, gehören zu Bunnys Wortschatz ihr eigener Name, Verben wie «besorgt» und «komm», Nomen wie «Fremder» und «Freund» sowie Ausdrücke wie «ich hab’ dich lieb» und «Hilfe».

Ihr Lieblingswort «Poop»

Ihr absolutes Lieblingswort scheint derzeit «Poop» zu sein (auf Deutsch übersetzt: das grosse Geschäft), das sie oft und gerne in ihre Konversationen einbaut und mit anderen Worten kombiniert, um schlussendlich den Sinn ihres Wortgebildes auf «Furz» zu ändern. Bunny nennt ihre Besitzer Mom und Dad und hat kürzlich sogar geschafft, die Vergangenheitsform verschiedener Verben zu begreifen und korrekt anzuwenden. Mit Ja und Nein kann sie auf einfache Fragen antworten. Allgemein ist es ziemlich spannend, wie sie sich mittlerweile in ganzen Satzgebilden ausdrücken kann.

Das eigene Spiegelbild

Das zurzeit wohl spannendste Video von Bunny ist jedoch eine neuere Aufnahme, in der sie nach einem kurzen Blick in den Spiegel die Knöpfe «wer», «das», «geh» und «schauen» betätigt. Auf die Erklärung ihrer Besitzerin, dass das Spiegelbild sie selber abbildet, betätigt Bunny im Anschluss die Wortknöpfe «Hilfe» und «besorgt». Ziemlich überwältigend!

Ob Bunny damit bewiesen hat, dass Hunde weitaus mehr können, als wir ihnen zutrauen? Definitiv. Werden bald mehr Leute auf dieses Tool setzen, um mit Ihrem Haustier «reden» zu können? Vielleicht. Jedenfalls steigen immer mehr Hundehalter auf diese Art der Kommunikation um und erleichtern es so den Wissenschaftlern enorm, mehr zum Kommunikationsverhalten und der Denkweise der Hunde zu erfahren. Ob ein Hund seine Existenz nun aktiv selbst hinterfragen kann ist dennoch derzeitiger Gegenstand der Forschung und eine abschliessende Studie wird uns sicherlich bald mehr Einblicke in dieses spannende Thema geben können.

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