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Mit sanfter Stimme flüstern, mit den Fingerspitzen auf das Glas tippen, langsam über das Mikrofon streichen. Greife nach deinen Kopfhörern und entspanne dich.

Autonomous Sensory Meridian Response – kurz ASMR, nennt sich der Trend. Heutzutage ist ASMR nicht mehr von der YouTube Szene wegzudenken. 2010 noch beschmunzelt, wurden nur vier Jahre später bereits die bekanntesten Clips millionenfach angeklickt. Kribbeln im Kopf, beschreibt ASMR wohl am besten, meint Schweizer Model und ASMR-Artistin Gina Carla.

Anhand von Triggers will man die Zuschauer in seinen Bann ziehen. Ein Trigger ist ein Auslöser für das Kribbeln im Kopf. Es gibt verschiedene Arten von ASMR Videos. Typische Auslöser sind leichte Berührungen von Gegenständen, sanftes Flüstern oder Mundgeräusche.

Nicht jeder reagiert gleich auf ASMR Triggers. Manche mögen Videos, in denen gegessen wird. 7,1 Mio Menschen schauen dem ASMR Artisten Zach Choi zu, wie er sich durch die Essenspalette isst. Andere Artisten, so auch ASMR Gibi schlüpfen für ihre Videos in unterschiedliche Rollen. Mal Ärztin, mal die grosse Schwester, die dein Make-up macht. Und damit hat Gibi Erfolg. 2.5 Mio Abonnenten zählt die junge YouTuberin.

Gina Carla ist keine Unbekannte in der ASMR Szene. Über 340’000 Personen hören der jungen Schweizerin auf ihrem YouTube Kanal zu. Von Entspannungsvideos kann Gina noch nicht leben.

Viele sehen in ASMR auch etwas Sexuelles. Mundgeräusche seien einfach erregend, so viele Kommentare unter verschiedenen ASMR Videos. Gina Carla findet ganz klar, dass ASMR nicht der sexuellen Erregung diene. Sie behauptet, dass generell mehr Männer auf YouTube unterwegs seien. Zudem liege die Freizügigkeit im Auge des Betrachters.

Wissenschaftlich erforscht wurde ASMR noch kaum. ASMR zu erforschen ist schwierig, da es sich hier um eine subjektive Empfindung handelt. Viele Neurologen, so auch der Wiener Neurologe Wolfgang Lalouschek behaupten:

„Aus heutiger Sicht gibt es keine wirkliche neurologisch, organische Erklärung, die man ASMR eindeutig zugrunde legen könnte.“


Hast du schon einmal ASMR Videos geschaut? Spürst du das Kribbeln oder entspannen dich die Videos einfach?

Frisch mit schicken Vokuhilas (für alle, die diese Abkürzung nicht kennen: Haarschnitt, welcher vorne kurz und hinten lang ist) raus auf die Strasse, im Kino lief grad E.T. der Ausserirdische. In den Ohren dröhnt a-ha mit ihrem Megahit Take On Me aus dem nigelnagelneuen Walkman. Das T-Shirt strahlt in einem neonfarbenen Grün jedem schon von Weitem entgegen.

«Nicht du jetzt auch noch», schimpfe ich mit mir selbst, als ich am Dienstagmoren im vollgestopften Pendlerzug von Olten bis Bern zu schreiben beginne. «Das Thema Coronavirus ist doch sonst schon omnipräsent! Öffnest du Instagram: Corona Memes. Jede beliebige News App: Coronavirus hier. Twitter: Coronavirus da. Und so weiter…” Es stimmt, das Coronavirus scheint momentan das schweizweit wichtigste Thema zu sein. Daraus kann nur eines folgen: Beim Öffnen von Tize wird man nun ebenfalls lesen, was sonst schon überall präsent scheint: Das Coronavirus, ein Kommentar.

Kurt Cobain wäre letzte Woche, am 20. Februar, 53 Jahre alt geworden. Mehr als fünfzig Jahre sind vergangen, seitdem er Selbstmord begangen hat und mit 27 Jahren gestorben ist. Bis heute gilt der Frontman von Nirvana als der letzte echte Rockstar und wird als Ikone gefeiert. Fast kein Musiker aus den 90er Jahren ist über Generationen so in den Köpfen von den Menschen geblieben wie Cobain.

Sein Tod ist bis heute umstritten und die Theorien dazu sind äusserst verschieden. Manche glauben, es sei wie in der Zeitung berichtet tatsächlich Selbstmord gewesen, andere deuten auf Mord und wenige behaupten, Kurt Cobain lebe bis heute noch an einem unbekannten Ort. Mit 27 ist der talentierte Sänger und Songwriter im gleichen Alter gestorben wie einige berühmte Musiker vor ihm. Amy Winehouse, Jimi Hendrix und Janis Joplin sind einige grosse Namen in der Musik, welche auch mit dem selben Alter umgekommen sind wie Cobain und zusammen den berüchtigten «Club 27» bilden. In einer Dokumentation über das Leben von Kurt wird erwähnt, dass der Rockstar anscheinend besessen von der Idee war, zu diesem Club zu gehören und sich darum das Leben genommen hat.

Natürlich bleibt Cobain auch noch bis heute in Erinnerung wegen seiner Musik. Seine Band Nirvana gehört zu den erfolgreichsten Bands aller Zeiten. «Smells Like Teerspirit», der wohl monumentalste Hit der Band, spielt heute noch in Clubs und ist eines der bekanntesten Lieder aller Zeiten. Nirvana machte Grunge zu Mainstream, ohne es wirklich zu wollen. Die depressiven und abstrakten Texte zu den Liedern wurden alle von Cobain verfasst und fanden bei Jugendlichen in der ganzen Welt Anklang. Kurt Cobain wurde als Sprecher der Generation X, der Jugend der 90er, bezeichnet und der Sound von Nirvana wurde zum Sound der Rebellion gegen Eltern und die Gesellschaft. Die Band und vorallem Kurt litt unter dem grossen Erfolg, den sie nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums «Nevermind» hatten.

Neben all dem werden auch die progressiven Ansichten von Kurt Cobain und Nirvana gefeiert. Folgendes Zitat ist auf der Innenseite des Albums Incesticide zu lesen : «At this point I have a request for our fans. If any of you in any way hate homosexuals, people of different color, or women, please do this one favor for us — leave us the fuck alone! Don’t come to our shows and don’t buy our records.»

Letztlich bleibt, dass Kurt Cobain mit Gitarre in der Hand den Mythos Rockstar verkörperte. Der schmächtige Mann mit halblangen blonden Haaren und abgenutzten Kleider wurde von Massen von Fans angebetet und wie ein Gott hochgehoben. Sein gutes Aussehen brachte die Mädchen zum Kreischen und seine Musik verwandelte jedes Publikum in ein riesiges Moshpit. Mehrere Male endeten Konzerte der Band im Chaos, da das ganze Equipment von der Band selbst zerstört wurde, wie man es von echten Rockstars erwarten würde.

Musiktipp : Neben allen Liedern von Nirvana, vorallem das MTV – Unplugged Set der Band in New York.

Besonders von Netflix-Konsumenten sind sie die Lieblinge: die «Gangs of Birmingham». Die mittlerweile fünf staffelige Serie «Peaky Blinders», die von BBC und Netlfix produziert wird, erreicht Rekordzahlen bei Ladenverkäufen und Streams über den Onlineanbieter. Doch woher kommt der Riesenerfolg der «Shelby-Family» und was könnte Fans in der sechsten Staffel erwarten? Tize.ch beleuchtet die Hintergründe einer fiktiven Serie, die realitäts- und aktualitätsbezogener kaum sein könnte.

Birmingham, 1919: Die Brüder mit dem Familiennamen «Shelby», Thomas, Arthur und John, sind seit einem Jahr aus dem Kriegsgebiet an der Somme zurückgekehrt. Die Mittelmächte sind geschlagen, doch die Welt blutet und trägt Narben eines vier jährigen, ungnädigen Krieges mit sich. Der Kampf um Europa hat eine Gesellschaft hinterlassen, in die sich die Mitglieder der Shelby-Family bereits eng hineinintegriert haben. Waffengewalt, Missbrauch von Alkohol und Drogen, Korruption, Armut und der alltägliche Kampf ums Überleben begleitet die Familie Schritt für Schritt. Als Anführer des Familienunternehmens wird Thomas Shelby (gespielt von Cillian Murphy) zu Beginn der Serie vom Raub von Maschinengewehren der Britisch Army konfrontiert, welcher im Rausch von Mitgliedern der Bande, die sich vorerst eigentlich nur auf den Wettbetrug fokussiert hatte, ausgeführt wurde. Schnell wird der britische Premierminister Winston Churchill auf die Aktivitäten der Bande aufmerksam, sowie auch die kürzlich gegründete Irish Republican Army (IRA), die in ihrem Kampf für eine Unabhängigkeit Irlands auf neue Mittel angewiesen ist. Was mit einfachen Delikten bei Pferdewetten und einem verheerenden Diebstahl der Peaky Blinders in der ersten Staffel beginnt, endet nach etlichen Tiefschlägen und Höhepunkten in der fünften Staffel im Kampf gegen den aufkommenden Faschismus. (Achtung: Dieser Artikel enthält Spoiler für Leserinnen und Leser, welche die Serie «Peaky Blinders» noch nicht gesehen haben und dies noch tun wollen.)

Ein einzigartiges Konzept

Bei «Peaky Blinders» handelt es sich nicht nur um eine fiktive Serie, in der die Gipsy-Familie Shelby entscheidende Ereignisse der Zeitgeschichte miterlebt und diese durch ihr Handeln aktiv mitgestaltet. Nach der Frankfurter Allgemeinen spiele auch die Personenkonstellation der in Birmingham lebenden Protagonisten eine besonders wichtige Rolle. Neben den beiden Gangsterbrüdern, von denen gerade Arthur (Paul Anderson) immer wieder unter Gedankenrückfällen an die Schlacht der Somme leidet und diese mit Wutausbrüchen zu verarbeiten versucht, sorgen auch Tante Polly (Helen Mc Crory), Schwester Ada (Sophie Rundle) und ihr Ehemann Freddi Thorne (Iddo Goldberg), sowie der von Churchill angesetzte Inspektor Campbell (Sam Neill) dafür, dass Gangsterchef Thomas nie zur Ruhe kommt. Ob es sich dabei um einen Einfall der rebellischen Tante Polly handelt, den sie aus eigener Hand direkt in die Tat umsetzt, um den revolutionären Geist des Kommunistenanführers Freddi Thorne, der die wachsenden, unzufriedenen Arbeitermengen in Birmingham um sich schart oder den zunehmenden Druck von Seiten Campbells und der Polizei, der IRA oder des Wettbetrügers Billy Kimber und anderen rivalisierenden Gangstergruppen, wie auch die New Yorker Mafia. Die tiefen Verstrickungen der einzelnen Personen und Banden, sowie die Einbindung der fiktiven Geschichte in historische Ereignisse sind daher sicherlich ein Garant für den Erfolg der Serie.

Bildquelle: https://www.instagram.com/p/B74P3ZFATT2/
Cillian Murphy als „Thomas Shelby“ ist Gewinner der besten Drama Performence der NTA 2020

Mit Ach und Krach in die fünfte Staffel

Auch in der fünften und bisher letzten Staffel wurden Fans mit dem eng verworrenen Handlungsstrang und die dadurch aufrechterhaltene Spannung verwöhnt. Bereits die erste Folge holt den Zuschauer beim turbulenten Börsencrash am «schwarzen Donnerstag» von 1929 ab, wobei die mittlerweile international expandierte «Shelby-Company» hart getroffen wird, und lässt ihn wie bei einem Rausch bis zum Ende der Staffel nicht mehr los. Obwohl es Thomas und seine Bandenmitglieder mittlerweile geschafft haben, im legalen Bereich Geschäfte zu tätigen und er selbst als Politiker der Labour Party im Parlament aktiv ist, wird die Familie aufgrund des plötzlichen Geldmangels zurück in die Illegalität gedrängt. Hinzu kommt der politische Kampf in Grossbritannien, in dem neben der bereits florierenden Labour Party eine andere, neue politische Partei entsteht und die Monarchie in Bedrängnis bringt: die British Union of Fascists (BUF).

 

Eine indirekte Anspielung auf die heutige Zeit?

Ursprünglich als Labour Party-Abgeordneter, hat er sich mit seinen «Blackshirts» vom Sozialismus abgespalten und bewegt sich in die rasant aufkommende nationalsozialistische und antisemitische Richtung, wobei er um die Gunst des einflussreichen Thomas Shelby buhlt: Oswald Mosley. Bei ihm handelt es sich, wie bei so vielen Charakteren der Serie, um keine rein erfundene Person. Tatsächlich lebte der Politiker in den 1920er und 30er Jahren in Grossbritannien und war Gründer der BUF und Anführer der «Blackshirts», zu Deutsch «Schwarzhemden», die als paramilitärische Miliz weniger Macht in Grossbritannien innehatte, sich aber in Italien unter Mussolini stark etablierte. Heute ist bekannt, dass Mosley permanenten Kontakt zu Adolf Hitler hatte und zu Beginn seiner Macht in Grossbritannien auch von der Daily Mail unterstützt wurde, so berichtet die Welt. Schnell entsteht ein politischer Kampf, in dem Thomas den Faschisten um jeden Preis übertrumpfen will. Gerade in der vierten Folge der Staffel 5 werden die Worte Mosleys «Britain first!» sehr deutlich, während er eine flammende Rede auf dem Anwesen der Shelbys hält. Die Frage ist, ob die Produzenten der Serie mit Absicht einen Bezug zum zurzeit neu erstarkenden Nationalismus erstellt haben, der unter anderem mit den politischen Entwicklungen in den USA und Grossbritannien zu spüren ist.

Auch die durch den Brexit wieder aufgekommene «Irland-Frage» wird mit dem Säbelrasseln zwischen der IRA und der UVF (Ulster Volunteer Force) in der Serie thematisiert. Auch stellt Oswald Mosley im Gespräch mit Thomas die Frage, ob er sich als Abgeordneter auch schon mit der Frage auseinandergesetzt habe.

Bildquelle: https://www.instagram.com/p/B2uJkIRAItl/
Von links nach rechts: Billy Gleeson als „Jimmy Mc Cavern“, Anführer der „Billy Boys“, mit Sam Clafflin als „Oswald Mosley“

Was passiert in der sechsten Staffel?

Die fünfte Staffel endet genauso turbulent, wie sie begonnen hatte. Nach einem gescheiterten Mordanschlag der Peaky Blinders gegen Mosley, der durch die rivalisierende Gang «Billy Boys» vereitelt wurde, ist zusehen, wie Thomas aufgrund des steigenden Druckes von allen Seiten seinem schlechten psychischen Zustand vollständig verfällt und sich die Pistole an die Schläfe setzt. Unklar bleibt, ob er abdrückt oder nicht. Laut Netzwelt ist bereits klar: Eine Fortsetzung wird es frühesten Ende dieses Jahres geben. Trotz langer Wartezeit können sich Fans beruhigen: Der Drehbuchautor Steve Knight hat bekannt gegeben, dass Thomas Shelby am Leben bleiben würde. Dennoch sei er weiterhin tief in die wachsenden politischen Spannungen verstrickt.