Kein Spiel war in diesem Jahr so beliebt wie der neue Animal Crossing-Hit „Animal Crossing: New Horizons“ für die Nintendo Switch. Einerseits liegt der Erfolg bestimmt am Veröffentlichungszeitpunkt, denn das Spiel erschien im März, also mitten im Lockdown, während dem ein Grossteil der Menschen sowieso zu Hause blieb. Andererseits ist die „Animal Crossing“-Reihe für viele ein Teil der Kindheit, denn schon vorherige Teile wie „Animal Crossing: New Leaf“ aus dem Jahr 2013 erfreuten sich grosser Beliebtheit.

Wie schon die Zelda-Reihe gehört Animal Crossing zu den Videospielen, die während meiner Kindheit total populär waren, deren Hype bei mir aber irgendwie unterging. Stattdessen spielte ich auf meinem Nintendo DS begeistert Mario Kart. Deswegen hatte ich am Anfang keine Ahnung, was mich bei Animal Crossing erwarten würde. Ich wusste nur, dass ich mit Tieren auf irgendeiner Insel lebe und angeln kann.

Mein Start auf der Insel

Ganz am Anfang musste ich mir einen Avatar erstellen. Was mir auffiel: Die Auswahl war zum Teil recht bescheiden. Ich hatte nicht wirklich viele Haaroptionen und wählte deshalb die Frisur aus, die meiner am meisten ähnelte, aber irgendwie trotzdem überhaupt nicht nach meiner aussah. Im Verlauf des Spiels hat man jedoch die Möglichkeit, Nookmeilen (zu denen kommen wir noch) für weitere Frisuren auszugeben.

Das bin ich als Animal Crossing-Figur- hier vor meinem Haus im Regen.

Danach lerne ich meine zwei zukünftigen Mitbewohner kennen. Diese werden jedem Spieler immer zufällig zugeteilt. Ich mache Bekanntschaft mit Torsten, einem sportbegeistertem Bären und Susanne, einem Pinguin, bei dem ich nicht ganz weiss, welche Kommentare ironisch gemeint sind und welche nicht.

Wir lernen Tom Nook kennen, Marderhund und Initiant des Geschäftsmodell „Auf eine einsame Insel ziehen“. Wir dürfen unsere Zelte aufstellen (beziehungsweise wähle ich den Zeltplatz meiner Mitbewohner aus, weil diese ziemlich ratlos in der Gegend rumstehen). Danach darf ich für die Einweihungsfeier alleine Holz sammeln gehen. In diesem Spiel macht man sowieso so gut wie alles alleine. Tom Nook und die restlichen Inselbewohner machen nicht so viel, um die Insel aufzuwerten. Wenn man Glück hat, schenken sie dir etwas. Das war es dann auch schon. Dafür wird man von den Mitbewohnern als Inselsprecher*in gewählt und darf die Insel benennen. Ich nenne meine „Fluginsel“, weil wir mit dem Flugzeug angereist sind. Merkt euch: Wer seiner Insel einmal einen schlechten Namen gegeben hat, muss den Rest des Spieles damit leben. Den Inselnamen kann man nicht mehr ändern. Also macht euch dabei bitte mehr Gedanken wie ich.

Was man im Spiel machen kann

Danach geht es mit dem eigentlichen Spiel los. Ziel des Spieles ist es, seine Insel nach seinen Wünschen zu gestalten. Um dies zu tun, kann man Items kaufen, geschenkt kriegen, tauschen oder sogar selber basteln. Die Auswahl an Items ist riesig (viel grösser als die Frisurenauswahl) und man hat unzählige Möglichkeiten, seine Insel nach seinem Geschmack zu designen. Ausserdem erhält man von Tom Nook und den Inselbewohnern Aufgaben, um den Wachstum der Insel voranzutreiben. So kann man Häuser bauen und erweitern, einen Laden eröffnen, an das Museum Fossilien stiften oder andere Inseln besuchen.

Ich am Flughafen meiner Insel, im Gespräch mit Bodo von Dodo Airlines

Ein weiterer Antrieb des Spiels sind sogenannte „Nook-Meilen“. Diese kann man auf seinem „Nook-Phone“ (ja, dein Avatar besitzt sogar ein Handy) sammeln. Nook-Meilen erhält man für abgeschlossene Aufträge. Das Schöne ist, ist dass man für fast alles Nook-Meilen erhalten kann. Bei meinen ersten Wespen- und Vogelspinnenstichen erhielt ich gleich ein paar Nook-Meilen. Nook-Meilen kann man für diverse Items eintauschen, wie einen Frisurenkatalog oder Kleidungsstücke.

Insel nach deinem Geschmack

Apropos Wespen- und Vogelspinnenstiche: Das ist das Schlimmste, was dir auf dieser Insel passieren kann. Du kannst weder sterben noch irgendwie etwas so dermassen falsch machen, dass du deine Insel in den Ruin treibst. Das Spiel geht wirklich rein darum, deine Insel nach deinen Wünschen zu gestalten. Was für mich am Anfang nach einem eher langweiligen Spiel klang, hat mich trotzdem begeistert. „Animal Crossing: New Horizons“ braucht gar keinen Spannungsbogen, um dich zu packen. Vielleicht liegt es an den süssen Figuren, die mit viel Liebe ins Detail und tollen Dialogen erstellt wurden. Vielleicht liegt es an den ständigen Überraschungen wie neue Figuren, die plötzlich deine Insel besuchen. Vielleicht liegt es daran, dass man die Möglichkeit hat, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen und seine eigene kleine Welt zu erschaffen. Ich weiss es nicht. Aber manchmal konnte ich das Spiel nicht auf die Seite legen, obwohl ich schon seit Ewigkeiten sinnlos auf meiner Insel herumrennte, um Holz für meinen Baumstammtisch zu hacken. Das Spiel begeistert. Es wächst einem schon fast ans Herz.

Meine Inselbewohner und ich feiern den Campingplatz. Leider ohne Bocki, der erst später dazukam.

Das Einzige, mit dem ich mich nicht ganz anfreunden konnte, war der Fakt, dass das Spiel in Echtzeit ablief. Wenn es bei mir Mitternacht war, dann war auch auf Fluginsel Mitternacht. Wenn es bei mir regnete, regnete es auch auf Fluginsel. Auf eine Art und Weise gefiel es mir, andererseits war es für ungeduldige Menschen wie mich eher mühsam. Wenn man genug Materialen gesammelt hatte, musste man einen ganzen Tag warten, bis beispielsweise der Laden gebaut war. Bis dahin hörte man von Tom Nook nur noch „Jetzt kannst du dich mal entspannen“ statt konkrete Aufgaben. Aber vielleicht ist der Sinn des Spiels auch, dass man sich mal vom Alltagsstress entspannen kann, was mit diesem Spiel eindeutig gelingt.

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"And by the way, everything in life is writable about if you have the outgoing guts to do it, and the imagination to improvise. The worst enemy to creativity is self-doubt."- Sylvia Plath

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