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„Wie der Halbbart zu uns gekommen ist, weiss keiner zu sagen, von einem Tag auf den anderen war er einfach da.“

So beginnt die Geschichte von Eusebius, kurz Sebi, der Protagonist von Charles Lewinskys neustem Werk „Der Halbbart“. Charles Lewinsky, 1946 in Zürich geboren, gilt als einer der bekanntesten Schweizer Schrifsteller. Der Autor, bekannt durch Romane wie „Melnitz“, widmet sich in seinem neusten Roman „Der Halbbart“ der Geschichte der mittelalterlichen Eidgenossen rund um den Marchenstreit und der Plünderung des Klosters Einsiedeln, die eine der Ursachen der Schlacht am Morgarten war. Sein Roman, der für den diesjährigen Schweizer Buchpreis nominiert wurde, handelt von Sebis Weg zum Erwachsenen und seiner Bekanntschaft mit dem Halbbart, ein Fremder, der plötzlich in Sebis Dorf kommt. Den Namen „Halbbart“ bekam er, weil eine seiner Gesichtshälften komplett entstellt ist und ihm deswegen nur ein halber Bart wächst. Wer er genau ist und woher er kommt, weiss keiner- doch schnell wird er im Dorf für seine Heilmittel und sein grosses Wissen bekannt.

Welcher Buchliebhaber kennt es nicht. Man stöbert durch die Regale einer Buchhandlung und stösst auf die grossen Namen und Titeln der Vergangenheit aus sämtlichen Epochen. Shakespears Hamlet, Goethes Faust, Schillers Die Räuber, Max Frischs Homo Faber, Homers Ilias, Kafkas Verwandlung und Tolstois Krieg und Frieden. Grosse Autoren und dessen berühmten Werke, die Liste scheint einfach schier endlos zu sein. Doch etwas fällt mir immer wieder auf, wenn ich so durch die Regale streife. Man findet kaum Autoren neben Dürrenmatt, Hesse und Poe welche noch am Leben sind.