Nach einer Sommerpause sind sie wieder zurück mit neuen Buchempfehlungen für dich. Jede Seite, jedes Wort und jede Silbe ist es wert, gelesen zu werden. Dieser Meinung sind auch Deborah und Janine. Sie stellen dir jeden Monat ihren Lesestoff vor – Suchtpotential garantiert.

Tage mit Felice – Fabio Andina

Bild: https://rotpunktverlag.ch/

Ein kleines Dorf im Tessin, wo die Welt noch in Ordnung ist. Der 90 Jährige Felice ist ein Eigenbrödler, kein Weltenfremder, aber jemand, der sein Leben geniesst, barfuss durch die Wälder läuft und nackt im eiskalten Wasser einer Gumpe badet. Der Erzähler nähert sich dem Alltag von Felice und begleiten den alten Mann einige Tage.

Dieses Buch ist kein Action- und schon gar nicht ein „Schnell-mal-ein-grosses-Abenteuer-erleben“-Roman. Im Gegenteil. Als Leser brauchst du einiges an Geduld und Ausdauer. Lange traute ich mich nicht, den Roman zu lesen, da ich dachte, er sei mir zu „langsam“ und „zwenig Action“. Die Beschreibungen der Naturereignisse und einer anderen Sichtweise haben mir unglaublich gut gefallen und ich bin froh, den Roman doch noch gelesen zu haben. Lesen und entschleunigen- Fabio Andina ist das auf jeden Fall gelungen mit „Tage mit Felice“. – Debi

Tage mit Felice, Fabio Andina, Rotpunkt Verlag, 978-3-85869-863-6

Fast genial- Benedict Wells

Bild: Diogenes Verlag

Francis ist fast 18 Jahre alt und lebt mit seiner Mutter in einem Trailerpark. Als seine Mutter in die Psychiatrie eingewiesen wird, lernt Francis beim Besuch in der Klinik eine junge Patientin namens Anne-May kennen. Prompt verliebt er sich in sie und nimmt Kurz darauf erfährt er, dass er Er verliebt sich in die 19-jährige und nimmt sie mit, als er mit seinem besten Freund Grover eine Reise nach der Suche seines leiblichen Vaters antritt. In einem Brief von seiner Mutter hat er erfahren, dass er sein Leben einer künstlichen Befruchtung verdankt uns seine Mutter an einem Projekt zur Züchtung von Genies teilgenommen hatte.

Ich bin ein grosser Fan von Benedict Wells Schreibstil. Perfekt geeignet für die Zugfahrten in Schottland, habe ich „fast genial“ fast nicht aus der Hand legen wollen. Einerseits fehlte mir die Tiefe bei kritischen Themen, die im Buch vorgekommen sind. Andererseits finde ich, dass Coming-Of-Age Romane, wie „Fast genial“ einer ist, das nicht immer brauchen. Jugendliche zerbrechen sich schliesslich über so vieles den Kopf. Ein grossartiger Roman über Zufälle, Schicksale und die kleinen, wertvollen Augenblicke im Leben. – Debi

Fast genial, Benedict Wells, Diogenes, 978-3-257-06789-7

Frankenstein – Mary Shelley

„Frankenstein“ ist einer der bekanntesten Klassiker und sollte nicht nur im zur Halloween-Zeit gelesen werden. Der von Naturwissenschaften bessene Viktor Frankenstein versucht Leben zu erzeugen. Es gelingt ihm tatsächlich, doch entstanden ist dabei ein abstossendes und furchteinflössendes Wesen.

Was macht uns menschlich? Wo sind die Grenzen eines Menschens? Wo sollte der Mensch nicht eingreifen? Die Fragen sind aktueller denn je. Die Geschichte von Frankensteins Monster zeitlos. Nach 20 Jahren wagte ich mich an den Klassiker und es lohnte sich! – Debi

Die Sonnenschwester – Lucinda Riley

Elektras Geschichte beginnt im heutigen New York, denn sie ist ein weltbekanntes Model. Doch der Schein trügt, denn sie hat hinter den Kulissen grosse Probleme. So gross, dass Elektra im Begriff ist, ihr Leben zu ruinieren. Zum Glück taucht ihre Grossmutter Stella auf, die sie in ihre ganz eigene Geschichte mitnimmt und Elektras Welt komplett auf den Kopf stellt…

Die Geschichte von Elektra nimmt einen ziemlich mit, der Zeitsprung zu Stella und dessen “Mutter” nach Afrika ist umso spannender und ergreifender. Die Kulturen werden ordentlich erklärt, aber auch durcheinandergebracht. – Janine

Die sieben Schwestern, Die Sonnenschwester, Lucinda Riley, Goldmann Verlag, 978-3-442-31447-8

Die verschwundene Schwester – Lucinda Riley

Das Siebengestirn – wie das Sternbild der sieben Schwestern auch genannt wird – besteht aus sieben Sternen. Doch bei den Schwestern fehlt eine, denn von Merope war nie die Rede. Mit dem Tod des Vaters Pa Salt kommt eine Entdeckung ans Licht, den Merope scheint zu existieren. Ein einziger Hinweis, ein Ring, führt die sechs Schwestern rund um den Globus.

Die siebte und zweitletzte Geschichte hat mich unglaublich gefesselt, umso schlimmer kommt das letzte Buch leider erst nächstes Jahr heraus. Lucinda Riley schreibt in einem unvergesslichen Stil, der mir unheimlich gut gefällt. – Janine

Die sieben Schwestern, Die verschwundene Schwester, Lucinda Riley, Goldmann Verlag, 978-3-442-31448-5

Dunbridge Academy, Anyone – Sarah Sprinz

Charles ist Toris bester Freund. Seit der fünften Klasse gibt es die beiden nur im Doppelpack. Als Tori Valentine datet, der insgeheim ihr Schwarm ist, kann sie Charles diesen Fakt nicht erzählen, auch nicht, dass sie bei dieser Verbindung Bauchschmerzen hat. Doch Charles lenkt sich mit Mitschülerin Eleanor ab, mit der er gerade für das Theaterstück Romeo und Julia übt. Doch irgendwie scheint das Ganze ins Schwanken zu geraten…

Das zweite Buch der Dunbridge Academy lässt sich fliessend lesen, auch wenn der Start und andere Hauptfiguren einen zuerst stutzen lässt. Die Dunbridge Academy lässt einen aber schnell wieder eintauchen. – Janine

Dunbridge Academy, Anyone, Sarah Sprinz, LYX Verlag,978-3-7363-1684-3

Das Schmetterlingszimmer – Lucinda Riley

Posy lebt alleine in ihrem geliebten Admiral House, einem Anwesen im ländlichen Suffolk. Eines Tages taucht ein völlig unerwartetes Gesicht aus der Vergangenheit auf: Freddie. Vor fünfzig Jahren haben sie sich das letzte Mal gesehen. Doch das lange Schweigen und der Unterbruch ihrer Liebe hat einen Grund – ein düsteres Geheimnis…

Lucinda Rileys Schreibstil ist unverbesserlich und ich liebe ihre Art zu schreiben. Das Buch ist wieder einmal durchdacht und mit historischen Informationen gespickt. Auch die Flashbacks zurück in die Vergangenheit der Hauptfigur Posy machen das Buch immer interessanter und der Schluss ist eindeutig phänomenal und unerwartet.  – Janine

Das Schmetterlingszimmer, Lucinda Riley, Goldmann Verlag, 978-3-442-49144-5

Das Orchideenhaus – Lucinda Riley

Als junges Mädchen verbrachte Julia jede Minute bei ihrem Grossvater, der im Gewächshaus eines Herrenhauses, Wharton Park genannt, Orchideenzüchter war. Nach einem schweren Schicksalsschlag führt Julia wieder nach Wharton Park. Der jetzige Besitzer überreicht ihr ein Tagebuch, das scheinbar Julias geliebten Grossvater gehörte und bei Renovierungsarbeiten aufgetaucht ist. Als sie ihre Grossmutter damit konfrontiert, ändert sich Julias Leben schlagartig…

Wieder überrascht Lucinda Riley mit ihrem Wissen und Recherchekönnen. Die historischen Details und die Zeitsprünge sind immer getrennt und verständlich, sie bereichern die Story ungemein. Schade ist, dass Lucinda Riley keine Bücher mehr schreibt, da sie letztes Jahr verstorben ist. Umso mehr schätzt man ihre grandiose Arbeit. – Janine

Das Orchideenhaus, Lucinda Riley, Goldmann Verlag, 978-3-442-49194-0

Der Lavendelgarten – Lucinda Riley

Jahrelang hat Emilie gegen ihre aristokratische Herkunft gekämpft und versucht, ein eigenes Leben aufzubauen. Doch als ihre distanzierte Mutter Valerie stirbt, lastet das grosse Erbe der Familie auf ihr, mitsamt dem herrschaftlichen Chateau in der Provence. Per Zufall fällt ihr die Gedichtsammlung ihrer Tante Sophia in die Hände, die eine tragische Liebesgeschichte verbirgt und Emilies Vergangenheit und Zukunft radikal ändert.

Die Geschichte in Südfrankreich spielt zum Teil auch während des zweiten Weltkriegs, welcher mich sowieso geschichtlich interessiert. Das Buch kam also gelegen und fasziniert wieder mit Sprüngen in der Geschichte. Lucinda Riley ist schlicht und weg eine grandiose Autorin. – Janine

Der Lavendelgarten, Lucinda Riley, Goldmann Verlag, 978-3-442-47797-5

Helenas Geheimnis – Lucinda Riley

Viele Jahre ist es her, dass Helena als junge Frau einen unbeschwerten Sommer in Zypern verbracht hat. Nun kehrt sie nach dem Tod ihres Patenonkels wieder in das Haus ihrer Vergangenheit zurück. Eigentlich sollten es unbeschwerte Momente und eine schöne Zeit mit ihrer Familie werden, doch die Vergangenheit lässt sich nicht länger verbergen…

Die Geschichte wird oft aus der Perspektive von Alex, Helenas Sohn, erzählt. Das hat mir zu Beginn nicht gut gefallen, da der kindliche Schreibstil mir nicht gefallen hat. Ich war zu Beginn also etwas enttäuscht und abgeneigt, weiterzulesen. Zur Mitte hin wurde es aber immer wie spannender und man konnte kaum warten, bis Helenas Geheimnis endlich gelüftet wurde. – Janine

Helenas Geheimnis, Lucinda Riley, Goldmann Verlag, 978-3-442-48405-8

Das Mädchen auf den Klippen – Lucinda Riley

Mit gebrochenem Herzen und einem grossen Durcheinander in ihrem Leben kehrt Grania zurück in ihre Heimat in Irland. Bei einem Spaziergang bei den Klippen wird sie schlagartig aus den Gedanken gerissen. Am Rande der Klippen steht ein kleines Mädchen, barfuss und nur mit einem Nachthemd bekleidet. Durch diese Begegnung stösst Grania die Tür in eine Vergangenheit auf, die sie mit Leben und Tod konfrontiert. 

Das Buch war angenehm zu lesen, aber zu Beginn etwas harzig, da man Grania als Hauptfigur nicht erklärt bekommt (oder nicht in ihre Gefühlswelt) eintauchen kann.  – Janine

Das Mädchen auf den Klippen, Lucinda Riley, Goldmann Verlag, 978-3-442-49235-0

Bildquellen

  • andina-tage-mit-felice: https://rotpunktverlag.ch/
  • Pressebildfast-genialDiogenes-Verlag72dpi: Diogenes Verlag
Geschrieben von:

Die Erde ist noch rund, aber die Geschichten sind viereckig geworden.

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