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2. Weltkrieg

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Der britische Schindler ist ein Mann, der insgesamt 669 Kinder vor den Nazis in Tschechoslowakei gerettet hat. Sir Nicholas Winton heisst dieser Retter und seine unglaubliche Geschichte von ihm könnt ihr in diesem Artikel lesen.

Lage der Tschechoslowakei vor dem 2. Weltkrieg

Nach dem Münchner Abkommen im Jahre 1938, wo Grossbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland unterschrieben haben, dass Tschechien das noch dazugehörende Sudetenland den Deutschen abgeben soll. Deutschland wiederum musste versprechen, dass es niemanden angreift. Grossbritannien und Frankreich hofften, dass Frieden eingehalten wird auf Kosten von der Tschechoslowakei und dass kein Krieg ausbricht. Leider war dem aber nicht so. Im März 1939 übernahm Hitler Tschechien und das Protektorat Böhmen und Mähren entstand. Die Slowakei wurde ein eigenes Land.

Mission

Als die Nazis das Sudetenland übernommen haben, flohen viele Tschechen ins Landesinnere. Viele hatten Angst vor der Zukunft und die Lage der Juden wurde drastischer schlimmer.

In dieser Zeit wollte Sir Nicholas Winton mit seinem Freund zum Skifahren in die Schweiz reisen. Doch daraus wurde nichts, weil der Freund die Reise abgesagt hat und stattdessen nach Tschechien gefahren ist, um dort Flüchtlingen zu helfen. Und so fuhr Nicholas auch mit.

Als er sah, wie die Flüchtlinge lebten, wollte er ihnen irgendwie helfen und so entstand die Idee, die gefährdeten Kinder nach Grossbritannien zu bringen. Doch dieses Vorhaben war schwer, denn Grossbritannien hatte Voraussetzungen. Jedes Kind, das dorthin kam, musste eine Pflegefamilie haben und er musste für jedes Kind 50 Pfund (heute ca. 3’500 Franken) bezahlen. Als Grossbritannien grünes Licht gab, fingen die Vorbereitung an. Artikel kamen in die Zeitungen und Spenden wurden gesammelt. Kinder wurden für die Reise vorbereitet.

Der letzte Abschied

Als der Tag kam, wo die Kinder abreisten, war es ein schmerzhafter Abschied für die Eltern. Den kleineren Kindern wurde gesagt, dass sie einen grossen Ausflug nach Grossbritannien machen. Sie waren aufgeregt und freuten sich sehr. Doch die Älteren wussten, was los war. Ihre Eltern haben sie in den meisten Fällen nie mehr gesehen und es war ein Abschied für immer.

Während Nazis Tschechien schon übernommen hatten, wurden diese Kindertransporte den ganzen Sommer organisiert, bis die Deutschen am 1. September 1939 in Polen einmarschierten. Der letzte Zug konnte nicht rechtzeitig abfahren und diese Kinder wurden nie mehr gesehen. Man vermutet, dass diese Kinder in die Konzentrationslager in Ausschwitz gebracht worden sind.

Mission accomplished

Als diese Aktion beendet war, war für Nicolas diese Episode abgeschlossen und er hat sein Leben weitergelebt, kämpfte im 2. Weltkrieg mit und hat geheiratet. Er hat es niemandem erzählt sogar seiner Frau nicht und so war diese Geschichte in Vergessenheit geraten. Die geretteten Kinder wurden erwachsen und wussten nichts über ihren Retter.

Eines Tages ging seine Frau auf den Dachboden und fand ein Buch voller Bilder, Namenslisten und Dokumenten von der Rettungsaktion. Sie wollte, dass es öffentlich wird und deswegen brachte sie es zu einer Historikerin. Über diese Geschichte wurde in einer britischen Show geredet, wo Nicholas war. Aber auch die erwachsenen Kinder, die Nicholas gerettet hat. Doch Nicholas wusste davon nichts. Es war eine herzliche Überraschung für Nicholas, als es aufgedeckt wurde. Weiter unten ist ein Ausschnitt der Show.

Als diese Geschichte öffentlich wurde, bekam Nicholas viele Ehrungen. Die Queen hat ihn zum Ritter geschlagen. Die tschechische Regierung hat ihn mit dem Orden des weissen Löwen, die höchste Auszeichnung von Tschechien, ausgezeichnet. Viele der geretteten „Kindern“ schrieben ihm viele Briefe, um Danke zu sagen.

Denkmäler von Sir Nicholas Winton am Prager Hauptbahnhof

Vorbild

Er hat eine unglaubliche Arbeit geleistet, wenn man sich vorstellt, dass er für jedes Kind eine Familie finden musste. Es musste alles schnell gehen, denn es war ein Wettrennen gegen die Zeit, weil die Nazis vor der Tür standen. Sie haben sogar Pässe gefälscht, weil die britische Regierung zu langsam war. Aber es zahlte sich aus. Insgesamt 669 Kinder hat er vor dem sicheren Tod gerettet.

Wenn es nicht unmöglich ist, dann gibt es einen Weg.

Sir Nicholas Winton

Nicolas Winton ist ein gutes Beispiel, um den anderen zu helfen. Hilfsbereit sein und immer den Schwächeren helfen. Eine kleine hilfsbereite Geste kann vieles ändern, einem eine Freude machen oder wie in diesem Beispiel jemanden das Leben retten. Wir sollten nicht vergessen, dass wir den anderen helfen soll, egal womit.

Ps. Er starb mit eindrucksvollen 106 Jahren. Ist das nicht krass?

Ein Video über Sir Nicholas Winton
Quelle