Eine kleine, überwiegend kulinarische Stadtführung durch Zug – Welche Cafés, Bars und Restaurants zu empfehlen sind und was man im Zentrum der Schweiz tun kann, wenn man nichts tun will.

Meine ganze Kindheit und Jugend habe ich im Kanton Zug verbracht. Ich ging hier zur Schule, habe meine Freizeit hier verbracht und dann mit den Jahren meine Heimat immer wieder mit Grossstädten der Schweiz verglichen. Zürich, Luzern, Basel, Lugano… Alles wunderschöne Orte und im Vergleich zu ihnen, schien Zug immer klein und unscheinbar. Und ja, es ist eine eher kleine Stadt mit knapp 30’000 Einwohnern. Im ganzen Kanton sind es fast 127’000, etwas mehr als ein Drittel der Bevölkerung der Stadt Zürich allein. Daher war alles, was ich von Freunden gehört habe immer, wie langweilig es ist, dass nie etwas läuft. Ich habe mir deshalb in der letzten Zeit angefangen Gedanken darüber zu machen, was man in Zug denn so alles machen kann. 

Die Klassiker

Die Dinge, die sich jeder in Zug sicherlich schon einmal angesehen hat, sind der Zytturm, die Altstadt, der Pulverturm und der Zugerberg. Wenn nicht auf Klassenfahrt, dann sicher als Familie oder Freunde aus dem Ausland zu Besuch waren oder mit Schulfreunden. Der Zytturm ist das Wahrzeichen Zugs und wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Damals wurde er als Feuerturm verwendet und er beträgt heute eine Höhe von 52 Metern. Will man ihn sich ansehen, muss man nur den Schlüssel im Laden unten drin abholen und dann kann man zusammen mit einer Info-Broschüre die steile Treppe hinauf wandern und oben die Aussicht über die Altstadt geniessen.

Die Altstadt ist in der Innerschweiz vor allem daher bekannt, dass im Winter 1435 ein Teil davon abrutschte und somit 60 Menschenleben forderte. Ein Artikel mit weiteren Informationen dazu ist hier angeheftet. In der Altstadt gibt es viele kleine süsse Läden mit allen möglichen Dingen, wie Kleidergeschäfte, Schneider, Barbershops, Cafés und Kunstläden. Am südlichen Ende der Alstadt findet sich auch eine Kappelle wieder, die Liebfrauenkappelle.

Des Weiteren, gibt es einige Museen in Zug, das Kunstmuseum, featuring Künstler der Wiener Moderne, Schweizer Surrealismus und Kunst aus der Region. Dann gäbe es noch das Museum Burg mit wissenswerten Informationen zur Entstehung der Stadt und ihrer Geschichte. 

Teil von Zug ist auch der Zugerberg, natürlich. Mit dem Auto kommt man gut hoch, doch mit der Zuger Bergbahn bekommt man ein viel authentischeres Erlebnis. Es gibt vier Restaurants auf dem Zugerberg, welche zum Geniessen einladen. 

Gastronomie

Restaurants

Nun wieder zurück auf Seelevel. In Zug gibt es viele leckere Restaurants, welche empfehlenswert sind. Für Italienisch gibt es drei Standorte, die unbedingt ausprobiert werden sollten. In der Metalli befindet sich das La Taverna. Das Foccacia mit Rosmarin und Knoblauch ist fantastisch und das Personal arbeitet schnell und effizient. Fischmärt in der Altstadt ist ein sehr gemütliches Restaurant mit einer unglaublich leckeren Penne Al’Arrabiata. Es ist etwas teurer, doch die Location in der Altstadt, sowie die entspannte Atmosphäre sollte man sich nicht entgehen lassen. Mein letzter Tip wäre das San Marco. Wieder einmal ist die Bedienung und das Team wundervoll und sehr zuvorkommend. Direkt am See mit einer Treppe ins Restaurant leitend, fühlt man sich schnell so, als sässe man in einem abgelegenen Dorf in Italien.

Ein Treffpunkt für viele Jugendliche in Zug ist der Mexikaner, Juanito’s. Der einzige Nachteil an diesem Restaurant sind die hohen Preise, für einen Burrito blättert man schnell 35 CHF hin. Doch die phänomenalen Cocktails, vor allem die Frozen Daquiris gleichen dafür wieder aus. 

Der Freiruum ist ein Konzept im Industrieviertel Zugs, neben der Siemens. Viele kleinere Händler finden sich hier zusammen, Köche und Geschäftsleute aus aller Welt, welche nebeneinander ihre Stände haben. Dieser Melting Pot aller möglichen Küchen der Welt gibt vieles her: Gerichte des Nahen Ostens, Griechisch, zudem Burger, Italienisch und Koreanisch. Eine Bouldering Wand findet man in dem Komplex ebenfalls wieder. Der Freiruum ist ein kulinarisches Erlebnis, welches man sich nicht entgehen lassen sollte. 

Via Zug Tourismus : https://www.zug-tourismus.ch/gastronomie/freiruum-d89905378d

Auch asiatische Restaurants sind in Zug gut vertreten, es gibt nicht nur ein oder zwei sondern gleich fünf Sushi Restaurants. Die besten zwei sind jetzt neu Level Sushi und das Aki Sushi in der Kistenfabrik. Level Sushi hat ein wunderschönes Ambiente, wieder einmal mit einem Überblick über den See und einer sehr witzigen, spielvollen Inneneinrichtung. Aki Sushi hat eine sehr vielfältige Auswahl an Sushi, welche frisch gerollt und noch warm serviert werden. Level Sushi bietet auch Poke Bowls und einige mediterrane Gerichte an. Das Far East im Bahnhof hat eine gute Auswahl an Take Away Gerichten, welche für einen guten Preis perfekt für schnell auf die Hand sind.

Von Oben nach Unten: Aki Sushi, Freiruum , La taverna, Juanito’s, San Marco, Level Sushi

Cafés

Auch Kaffee kann Zug gut – Mit mehreren Cafés an verschiedensten Ecken, ist die Stadt perfekt ausgestattet. In der Nähe der Post gibt es das Kaffee Frech, welches von 12 – 14 Uhr Poke Bowls serviert. Es ist ein sehr junges Café, mit einem urbanen und lockeren Touch. Zusammen mit dem Cafe Glücklich, welches Abends zur Bar wird, oder dem alteingesessenem Zuger Klassiker Confiserie Speck, gibt es alles, was man sich in Zug w¨ünschen könnte. 

Weiter eingehen möchte ich kurz auf das Café Speck: Es ist ein traditioneller Betrieb, geleitet von der Familie Speck. Seit 1895 geniessen die Einwohner Zugs die Backwaren der Familie Speck. In der vierten Generation werden die sechs Standorte heute geleitet und sind unter anderem für ihre Zuger Kirschtorte bekannt. Im Januar 2020 feierte die Confiserie ihr 125 jähriges Jubiläum. Am 25. Januar wollte das Team deshalb versuchen, den Guinness World Record aufzustellen, die grösste Zuger Kirschtorte aller Zeiten gebacken zu haben. Dies taten sie auch, mit einer Masse von 241kg und einer Menge von 100L Kirschsirup, was einer Anzahl von 3300 Stücken entspricht.

Von Oben nach Unten : Kaffee Frech, Cafe Glücklich, Confiserie Speck

Bars

Es gibt einige Bars, doch nur wenige davon sind für das jüngere Publikum interessant. Überzeugen tun vor allem das Plaza, eine der wenigen Raucherbars in Zug. Die Drinks sind stark, die Musik abends laut, und aufgeteilt ist es in einen Innen- und eine Aussenbereich. Das Grand Café, genannt GC, ist etwas angenehmer. Ab und zu werden Fussballspiele übertragen und es ist praktisch jeden Abend am Wochenende überfüllt. Das Team ist kompetent, arbeitet sehr schnell und serviert unter anderem auch Essen. Es liegt direkt neben der Bushaltestelle Postplatz und ist daher sehr gut angebunden an ÖV. 

Wo wir es gerade von Clubs haben, in Zug gibt es drei – Die Galvanik, Lounge&Gallery und industrie45. Wie es so ist, gibt es jeden Abend einen etwas anderen Musikstil, anderes Thema und Agelimit. Die Galvanik ist bekannt dafür, dass die Kantonsschulen aus Zug dort ihre Abschluss- und Weihnachtsparties veranstalten.

The Pickwick’s Pub ist für alle in Zug der perfekte Ort, die den Flair englischer Pubs aufsuchen wollen. Unter der Woche und am Wochenende werden immer wieder Rugby oder Football Games gestreamt und sorgen für ordentlich Stimmung. Man fühlt sich, wenn auch nur für einen Abend, als wäre man nicht in einer kleinen unbekannten Stadt in der Zentralschweiz.

Weitere, etwas entspanntere Bars, wären die Fischerstube in der Altstadt, mit sehr talentierten Bartendern und einer guten Bierselektion. Die Althus Bar am Landsgemeindeplatz serviert leckere Appetizer. Für einen After-Work-Drink oder um sich den Sonnenuntergang anzusehen, ist sie wie geschaffen. Nur wenige Meter von der Althus Bar entfernt gibt es die Weinbar Platzhirsch. Der Besitzer Christoph schafft es immer wieder mit seinem Humor und gut eingespieltem Team einen wundervollen Abend zu gestalten. Die Selektion an verschiedenen Tartars, wofür die Bar ebenfalls bekannt ist, enttäuscht nicht. Mein persönlicher Favorit ist das Asian-Tartar. 

Von Oben nach Unten : Mantra, The Pickwick’s Pub, Grand Café, Plaza, Platzhirsch, Althus, Fischerstube

Aktivitäten

Sucht man in Zug etwas, was man in der Freizeit tun kann, gibt es mehrere Optionen. Beispielsweise gibt es die Option Minigolf zu spielen. Wenn man an der Zughaltestelle Postplatz ist und dann die Treppe rechts hochgeht, kommt man irgendwann zu einem Minigolfplatz. 

Immer schön ist es, wenn man die Möglichkeit hat auch an den See zu gehen. Ob im See schwimmen, oder man das Kursschiff nimmt oder privat ein Motorboot mietet, es gibt so viele Optionen. Alternativ gibt es die Bootsvermietung Zug Bord du Lac am Landsgemeindeplatz. Hier kann man Tretboote und Motorboote zu einem gerechtfertigten Preis mieten. Der Vorteil der Motorbooten ist, dass man diese auch mieten kann, wenn man keinen Bootsführerschein hat. Die Boote haben nur 8PS haben und fahren damit rund 15km/h. Das Team aus Schülern und Studenten schafft es mit Freundlichkeit und Effizienz einen schönen Aufenthalt auf dem See zu ermöglichen. Möchte man danach noch ein leckeres hausgemachtes Eis geniessen, kann man dies direkt gegenüber in der Dieci Eisdiele machen. 

In Zug gibt es zwei Kinos, das Seehof und Gotthard. Möchte man sich in den Sommermonaten unter freiem Himmel Filme anschauen, kann man dies am Hafen im Coop OpenAirKino tun. Pro Tag läuft ein Film, entweder einer, der noch im Kino generell läuft oder, etwas, was schon erschienen ist. Dieses Jahr werden Filme wie Downtown Abbey: A New Era, Westside Story oder House of Gucci gezeigt. 

Im Sommer gibt es dann auch immer noch das Seenachtsfest, in der letzten Juniwoche. Teil davon sind eine 24-minütige Show der Patrouille Suisse und das Highlight, das Feuerwerk um 22:30. Natürlich sind Essensstände sowie Konzerte Teil des Events und laden zum Entspannen und Feiern ein. 

https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/zug/spektakulares-in-den-luften-ld.1128642

Zusammengefasst…

Ich mag Zug. In Zug ist alles schön organisiert, alles hat seinen Platz, man hat zu fast allen Kategorien eine Auswahl. Obwohl Zug keine Grossstadt ist, hat die Stadt Charme. Sie überfordert einen nicht, man kennt die Menschen vom sehen und hat schnell die Übersicht über die Stadt gewonnen. Sollte einem Zug immer noch zu klein sein, dann gibt es in 20 Minuten Entfernung zwei wundervolle Städte, Zürich und Luzern. Als „Zentrum“ der Innerschweiz ist man sehr schnell an alle Grossstädte angebunden. Und auch wenn es gut für die Durchreise ist, würde ich jedem empfehlen hier mal vorbeizuschauen. Denn nein, es ist nicht Lugano, auch nicht Lausanne oder Basel. Aber Zug hat seine schönen Seiten und ist gut, wenn man einmal tief durchatmen und geniessen will.

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