Die Shortlist für „Bookstar 2022“ ist online. Anlässlich des Preises stellen wir euch in den folgenden Wochen einige der nominierten Jugendbücher vor. Heute im Fokus: „Vergissmeinnicht“ von Kerstin Gier und „Knights“ von Lena Kiefer.

„Vergissmeinnicht“ von Kerstin Gier

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Inhalt

Quinn ist attraktiv und allseits beliebt. Matilda hingegen stammt aus einer verhassten, strengen und überaus christlichen Nachbarsfamilie. Als Quinn beginnt unmögliche Dinge zu sehen und auf einer Verfolgungsjagd schwer verletzt wird, findet er jedoch in ausgerechnet in Matilda eine Verbündete. Matilda, die Fantasybücher liebt und nichts für unmöglich hält, ist zur richtigen Zeit zur Stelle und entpuppt sich als einzige Verbündete.
Während die beiden versuchen die Geheimnisse einer unbekannten Parallelwelt zu erforschen, kommen sich die Beiden, so unterschiedlich sie auch sind, immer näher…

Mein Lesegefühl

Nachdem ich die Edelsteintrilogie, die Silbertrilogie und Wolkenschloss verschlungen und geliebt habe, waren meine Erwartungen an Kerstin Giers neue Fantasyreihe entsprechend hoch. Das Cover, das mir persönlich sehr entspricht, hat sogar weiter zu dazu beigetragen.
So war ich unglaublich aufgeregt, als ich Vergissmeinnicht zum ersten Mal aufgeschlagen habe. Danach war erst einmal nichts mehr von mir zu hören gewesen.

Ich bin gut in die Geschichte eingestiegen und sofort ins Geschehen abgetaucht. Kerstin Giers Schreibstil war – wie von ihr gewohnt – grossartig. Lebendig, fesselnd und mit viel Humor erzählt sie die Geschichte abwechselnd aus Quinns und Matildas Sicht. Das war ich von Kerstin Gier zwar bisher nicht gewohnt, finde aber, sie hat es sehr gut umgesetzt.
Anfangs mochte ich zwar Matildas Kapitel etwas lieber, doch bald habe ich mich auch an Quinn gewöhnt und genoss seine Kapitel ebenso. Trotz kürzeren Teilen, die sich meiner Meinung nach ein wenig gezogen haben, bin ich gut vorangekommen und war enttäuscht, als ich bereits das Ende erreichte.

Zur Handlung an sich möchte ich gar nicht zu viel verraten, zumal sie nach diesem ersten Band auch noch nicht abgeschlossen ist.
Jedenfalls war die Idee und das Konzept für mich recht neu. Etwas in dieser Art habe ich bisher noch nicht gelesen, weshalb der Plot für mich auch immer wieder Überraschungen barg.
Besonders sind mir auch die kleinen Eastereggs aufgefallen, die man nur erkennt, wenn man andere Bücher von Kerstin Gier gelesen hat.

Charaktere

Die Charaktere waren gut entwickelt und haben sich durch die vielen liebevollen Details äusserst real angefühlt.
Matilda habe ich von Anfang an gemocht. Trotz ihrer strengen Familie konnte sie ihren Humor bewahren und ich bewunderte sie für ihre Schlagfertigkeit. Man kann gar nicht anders als sie zu mögen.

Bei Quinn dagegen dauerte es etwas länger, doch schliesslich habe ich ihn total in mein Herz geschlossen. Es war schön, einen Einblick in seine Gedanken zu bekommen, ansonsten hätte ich ihn vermutlich, wie Matilda das anfangs tat, für ein arrogantes Arschloch gehalten;) Aber so war er mir mehr als sympathisch und seine frechen Kommentare fand ich ziemlich witzig.

Ein weiteres Highlight war Julie, Matildas beste Freundin und Cousine. Sie hat immer zu Matilda gehalten und mich mit ihren bissigen und sarkastischen Bemerkungen mehrfach zum Lachen gebracht.

Der Rest von Matildas Familie, abgesehen von Tante Berenike, ist zum Verrücktwerden. Matildas Eltern sind superstreng und ihre anderen Cousinen die grössten Nervensägen des Universums, also wirklich. Und zudem auch noch verdammt frech und selbstgefällig. Ich wusste nie, ob ich sie bemitleiden, mich über sie nerven oder über sie lachen sollte. Meist war es allerdings Letzteres.

Es gab so viele witzige, süsse, freche, smarte oder irgendwie bemerkenswerte Kommentare, dass mein Buch von Post-its nur so überquellt.

Fazit und Leseempfehlung

Ein lustiger, fesselnder, herzerwärmender und allgemein sehr gelungener Auftakt einer Reihe, die ich sofort durchsuchten würde, wären alle Bände bereits erschienen. Ich warte schon sehnsüchtig und äusserst gespannt auf die Fortsetzung der Geschichte und kann das Buch allen Fantasyliebhabern, Träumern und Kerstin-Gier-Fans wärmstens empfehlen.

„Knights“ von Lena Kiefer

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Inhalt

Charlotte Stuart ist achtzehn Jahre alt, lebt mit ihrem Bruder in London und besitzt eine einzigartige Gabe. Diese darf unter keinen Umständen in die falschen Hände gelangen. Als plötzlich Jagd auf sie gemacht wird, hat Charlotte keine andere Wahl, als zu fliehen.
Ausgerechnet KORT, die Organisation, vor der sie sich jahrelang gefürchtet hat, gewährt ihr Schutz. KORT besteht aus den Nachfahren der Ritter der Tafelrunde, alle mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, mit denen sie die Welt im Gleichgewicht halten. Doch sind nicht alle Nachfahren mit KORTs Tun einverstanden. Zwei gegnerische Gruppen bilden sich, wobei KORTs Feinde stetig an Macht gewinnen.

Charlotte findet sich zwischen zwei Fronten wieder, in einem Kampf, der bisher nicht der ihre war, dem sie sich aber auch nicht entziehen kann.
Und wären die Verwirrung, das Misstrauen und die unzähligen Fragen, sich selbst betreffend, nicht genug, spielen auch noch ihre Gefühle verrückt. Ob mehr hinter der Anziehung steckt, die sie mit Noel Mayfield, einem Lancelot-Erben, verbindet?

Mein Lesegefühl

Wie bereits auf dem Cover dargestellt, trifft in dieser Geschichte Mittelalter auf Moderne. Zwei völlig fremde Welten werden miteinander verbunden und ergeben eine reizvolle, actionreiche Mischung.

Der Schreibstil hat mir jedenfalls zugesprochen. Man kann leicht darin versinken und sich von dieser anderen Welt davontragen lassen. Er ist spannend, sorgt aber immer wieder durch Witz und humorvolle Momente für Auflockerung. Besonders die Dialoge haben es mir angetan, da sie unterhaltsam, schlagfertig und realitätsnah waren.
Die Grundlage für eine grossartige Geschichte ist damit schon einmal gelegt.

Die Idee hat mich von Anfang an überzeugt. Ich habe bisher kaum Bücher gesehen, die die Artussage mit der heutigen Welt verbinden und Lena Kiefer ist dies überaus gut gelungen. Die Handlung wirkt gut durchdacht, wodurch ich selbst den kleinsten Details sofort eine grössere Bedeutung beigemessen habe. Nichts scheint ohne Grund zu geschehen und für alles gibt es früher oder später eine Erklärung.
Zudem hat es unglaublich viele Twists und obwohl manche davon zu erahnen sind, sind es schlussendlich so viele, dass die eine oder andere Überraschung sicher dabei ist. Es ist immer etwas los und die Geschichte wird nicht künstlich in die Länge gezogen.
Und obwohl ich kein grosser Fan des «Liebe auf den ersten Blick»-Tropes bin, wurde es in diesem Fall doch so gut umgesetzt, dass ich mich nicht daran gestört habe.

Charaktere

Charlotte ist eine starke, mutige und witzige junge Frau, die schnell meine Sympathie gewonnen hat. Sie hat stets das Wohl der anderen vor ihr eigenes gestellt, wofür ich sie zutiefst bewundere. Trotzdem hatte sie ihre Fehler. Das ist mir persönlich bei einer Protagonistin sehr wichtig.
Allerdings hat mir dieses letzte Stück gefehlt, damit ich sagen könnte, sie wäre eine vollkommen einzigartige Protagonistin. Sie hat sehr viele Ähnlichkeiten mit anderen Leads aus Büchern in dem Genre. Ich hoffe deshalb, dass sie sich in den Folgebänden noch ein wenig mehr von der Masse abhebt, vielleicht auch mal dunkleren Versuchungen nachgibt.

In Noel habe ich mich sofort verliebt. Er hat eine düstere, melancholische und tragische Aura, die ihn unwiderstehlich macht. Noel ist der dunklere Ausgleich zu Charlottes Optimismus und Licht. Die beiden sind ein echtes Powercouple! Ich fühle sie total!

Mein Liebling, neben Noel, war Zeph, Noels guter Freund und Teil seines Teams bei KORT. Er ist zuverlässig, positiv und witzig. Es war Zeph, der in den düsteren Momenten Witze gerissen und die Stimmung gelockert hat, wofür ich ihm immer wieder dankbar war.

Auch den Rest des Teams habe ich schnell ins Herz geschlossen. Ich freue mich bereits darauf, im zweiten Band mehr von ihnen zu lesen und sie noch besser kennenzulernen.

Fazit

Lena Kiefer lässt Mythologie und Moderne in dieser packenden Geschichte gekonnt verschmelzen. Die Handlung ist gut durchdacht und ein Twist folgt auf den nächsten. Langweilig wird es einem bei diesem Abenteuer auf keinen Fall!
Eine Empfehlung für Urban Fantasy- und SciFi-Fans.


Bookstar ist ein Preis, wo man als Leser und Leserin entscheiden kann, welches Buch den Preis „Bookstar“ verdient hat. Dieses Jahr sind zum Beispiel die bekannten Autorinnen Urusula Poznanski (Thalamus) und Angie Thomas (The Hate u give) sowie andere Autoren nominiert. Insgesamt wurden 20 Bücher nominiert, die ihr bis 30. September bewerten könnt. Mit der Registrierung und mindestens mit einer Bewertung seid ihr beim Wettbewerb dabei, wo ihr einen Hauptpreis von 250.- Franken sowie je zwei Mediengutscheine in Wert von 100.- und 50.- gewinnen könnt.

Lass dir weitere Rezensionen der Tize-Crew nicht entgehen.

Bildquellen

  • vergissmeinnicht: https://www.bookstar.ch/wp/wp-content/uploads/2022/04/9783949465000.jpg
  • knights: https://www.bookstar.ch/wp/wp-content/uploads/2022/04/9783570165911.jpg
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