Pflanzen verleihen einem Raum eine besondere Atmosphäre, sind nicht ungemein teuer und sorgen zusätzlich für gute Luftqualität. Etwas hält trotzdem viele von uns ab, sich einen grünen Schützling zuzulegen: Die Ausrede, wir hätten keinen grünen Daumen.
Viele Pflanzen sind allerdings viel einfacher zu halten als man denkt. Ich stelle euch hier ein paar geeignete Pflanzen für Anfänger vor und was es dabei zu beachten gibt.

Über den Lockdown sind Zimmerpflanzen zum totalen Trend geworden. Konnte man nicht mehr nach draussen, um die Natur zu geniessen, so musste man sie sich eben ins Haus holen.

Auf Instagram, Tiktok und co. habe ich viele bewundernswert grüne Räume und Ecken gesehen und so möchte auch ich einen neuen Versuch starten. Zugegebenermassen nicht mein erster. Doch bisher sind meine Pflanzen nach einigen Wochen entweder vertrocknet, hatten zu viel Wasser oder sind aus anderen Gründen eingegangen. Fest steht, dass ich sie nie für lange am Leben halten konnte.

Das soll sich nun ändern. Für einen weiteren Start habe ich mich besser informiert, um ein weiteres Grünzeug Massaker zu verhindern.

Wie sich herausstellt, gibt es überraschend viele pflegeleichte Pflanzen, die schön aussehen und keine Kakteen sind. Denn dass man sich als unfähiger Grünzeug Halter Kakteen zulegt, ist ja wohl der offensichtlichste, meiner Meinung nach aber auch langweiligste Weg.

Beim Recherchieren haben gleich mehrere Grünlinge meine Aufmerksamkeit erregt. Einige davon werde ich euch nun mit ihren Vor- und Nachteilen, als auch ihren Ansprüchen vorstellen, in der Hoffnung, auch euch für einen Versuch zu motivieren.

Aloe Vera

Ja, ich weiss, ich sagte keine Kakteen. Trotzdem muss diese tolle Pflanze einfach dazu, denn sie ist nicht nur einfach zu halten, sondern hat auch noch eine vielseitige Anwendung. Aloe Vera hat einen kühlenden und feuchtigkeitsspendenden Effekt für die Haut und ist so in vielen Lotions und Duschgels enthalten.

Ursprünglich komm diese Pflanze aus den Trockengebieten Afrikas und verträgt dementsprechend keinen Frost. So ist sie also perfekt als Zimmerpflanze geeignet. Sie hat gerne Licht, sollte aber trotzdem nicht in der prallen Sonne stehen, will man, dass sie ihre grüne Farbe beibehält.

Am besten wächst Aloe Vera in einer Mischung aus normaler Pflanzenerde und Sand, die so gut wie nie gewässert werden müssen. Erst wenn der Untergrund wieder trocken ist, sollte wenig neues Wasser dazugegeben werden. Also macht es auch nichts, vergisst man die Pflanze mal für einige Tage oder verreist für eine Woche.
Möchte man sie zusätzlich zum Blühen bringen, wird eine Überwinterung bei niedrigeren Temperaturen von ca. 12°C empfohlen.

Das ist aber auch alles. Aloe Vera ist robust und pflegeleicht und durch das vielseitig anwendbare Gel nicht nur schön, sondern auch nützlich. Nur Besitzern von Haustieren, die alles anknabbern, sollte besser von der Pflanze abgeraten werden. Sie ist für Katzen und Hunde nicht ganz ungefährlich.

Die Aloe Vera mit ihren typisch rosettenartig angeordneten Blättern.

Elefantenfuss aka Flaschenbaum

Der Elefantenfuss ist mir durch sein besonderes Aussehen aufgefallen. Durch seine zierlichen, herunterhängenden Blätter erhielt er auch seinen Spitznamen „Ponytail Palm“, was so viel wie „Pferdeschwanz Palme“ bedeutet.

Auch diese Pflanze bevorzugt helle, wenn auch keine übermässig sonnigen Standorte. Der Elefantenfuss bevorzugt zudem ein Substratgemisch, wie es für Palmen geeignet ist. Am besten kauft man dies gleich so, ansonsten könnte man Erde mit Sand anreichern, um etwas Ähnliches zu erhalten. Dabei ist wichtig, dass die Erde gut wasserdurchlässig ist.

Beim Giessen sollte man darauf achten, dass die Erde leicht durchfeuchtet ist. Wässert man sie zu viel, werden die Blattspitzen braun. Deshalb sollte man zwischen dem Giessen immer warten, bis die Erde an der Oberfläche wieder angetrocknet ist. Auch hier gilt die Devise „Weniger ist mehr“.

Von den Monaten Oktober bis März wird die Wassergabe beinahe vollständig eingestellt. In dieser Zeit greift der Baum auf seine Wasserspeicher im Stamm zurück. Zum Überwintern sollte er 3 – 4 Wochen an einen kühlen Ort, wie zum Beispiel den Keller, gebracht werden.
Nach der Überwinterung und einigen grosszügigeren Wässerungen kann der Baum im Frühling wieder kräftig spriessen.

Der Elefantenfuss punktet nicht nur durch sein originelles Aussehen, sondern auch seine Pflegeleichtigkeit.

Schusterpalme

Diese äusserst grüne Pflanze findet ihren Ursprung in Ostasien und gilt als bestens geeignet für Anfänger. Weder trockene Luft, noch Staub oder Zugluft können ihr gross etwas anhaben.

Sie kommt mit wenig Licht zurecht und kann so sogar in den dunkleren Ecken eines Raums gedeihen. Direktes Sonnenlicht sollte möglichst vermieden werden, da die Blätter so einen Sonnenbrand bekommen können. (Ja, ich war auch überrascht, dass Pflanzen Sonnenbrände kriegen können. Sonnencrème hilft da allerdings eher weniger;))
Im Winter mag sie es gerne auch ein paar Grad kälter.

Die Schusterpalme wächst am besten in Kübelpflanzenerde, die gerne auch Zusätze wie tonhaltige Erde oder Quarzsand enthalten darf. Die Erde sollte jedenfalls wasserdurchlässig sein.

Am besten giesst man sie mit zimmerwarmen, abgestandenem Wasser. Im Sommer wird sie mässig feucht, im Winter beinahe trocken gehalten. Im Topf darf auf keinen Fall Staunässe entstehen, ansonsten könnte es passieren, dass die Wurzeln zu faulen beginnen.

Beachtet man diese Punkte, sollte es kaum ein Problem sein, eine Schusterpalme zu halten. Denn auch wenn sie nicht unbedingt so aussehen, sind sie sehr robust.

Bild: Aspidistra elatior - 01.jpg
Die Schusterpalme gedeiht auch im Schatten gut.

Orchidee

Auch wenn diese zarten Blüten es sich nicht anmerken lassen, sind Orchideen erstaunlich strapazierfähig. Die elegante Blume, die ursprünglich aus dem Regenwald stammt, ist eine der beliebtesten Zimmerpflanzen überhaupt.

Im Zusammenhang mit einer Orchidee sollte das starkes Sonnenlicht besser gemieden werden. Am geeignetsten sind Fenster gegen Westen oder Osten, wo die Blumen morgens und abends leichten Sonnenschein geniessen können, aber nicht der mittäglichen Strahlung ausgesetzt werden.

Am besten wachsen sie in eigens dafür gedachter Orchideenerde, die man bereist fertig kaufen kann.

Beim Giessen sind sie allerdings schon ein wenig anspruchsvoller. Ein allwöchentliches Wurzelbad ist hier angesagt. Dabei taucht man die Wurzeln in möglichst kalkfreies Wasser und lässt sie dann gut abtropfen. Dies sollte man im Sommer allwöchentlich, im Winter eher seltener wiederholen.

Orchideen sind ein echter Hingucker und dabei viel einfacher zu halten als man denkt.

Orchideen kommen in den unterschiedlichsten Mustern und Farben daher und sind dabei noch nicht mal äusserst kompliziert.

Der Standort

Der Standort der wichtigste Faktor, den es unbedingt zu beachten gilt. Er ist das A und O für den gesunden Wachstum eurer Pflanze.

Ihr könnt euren grünen Schützlinge noch so gut wässern, düngen, zurückschneiden und hätscheln. Stehen sie an einem Ort, der für diejenige Pflanze ungünstig ist, wird sie nie ihr volles Potenzial entfalten und über kurz oder lang vermutlich eingehen.

Falls ihr keinen geeigneten, sonnigen Platz in eurem Haus findet, könnt ihr euch auch durch eine Pflanzenlampe Abhilfe schaffen. Damit sollten eure Grünlinge an jeder Stelle im Raum das nötige Licht bekommen.

Einen Versuch ist’s wert!

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf sollte es nun möglich sein, einen weiteren Versuch in Sachen Pflanzeneltern zu starten. Und damit ihr sie nicht vergesst, fasse ich euch die wichtigsten Punkte nochmals zusammen:

  • Der Standort die damit verbundene Lichtstärke sind das A und O
  • Lieber zu wenig Wasser als zu viel (mehr kann man immer geben)
  • Habt Spass und probiert auch neue Dinge aus!

Ihr seht, es braucht keinen grünen Daumen, um eine Zimmerpflanze halten zu können. Falls ihr noch weitere Tipps habt, schreibt sie gerne in die Kommtaren, damit künftige Pflanzenlieberinnen und Pflanzenliebhaber von ihnen profitieren können.

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