Ich als angehende Primarlehrerin liebe Kinder – aber es gibt auch Menschen, die können rein gar nichts mit den kleinen Wesen anfangen. Lehrerin zu sein, fordert viele Dinge und kann echt anstrengend werden, doch es lohnt sich auch. Die Kinder geben immer was zurück, auch wenn es lustig ist (für sie, für dich nicht unbedingt) oder sie dich todernst etwas fragen, sodass du dich fragst, wie sie nur auf solch etwas kommen. Anyway, sie sind toll. Und wenn du dann gehst (wie ich, als mein Praktikum dann zu Ende war), weinen sie, schenken dir die süssesten Zeichnungen, schreiben Briefe, basteln und haben dich einfach unglaublich lieb.

Geduldiger als die Schlange an der Kasse

Die liebe Geduld, sie spricht uns manchmal aus der Seele, aber manchmal treiben wir es echt bis zum Zerbersten vor Gespanntheit. Sie soll gelernt sein, selbst in Kindertagen bis hin zum Erwachsenenalter. Selbst kleine Kinder können Geduld haben, das wurde bereits mit dem Marshmallow-Test herausgefunden (by the way ein ziemlich lustiges Experiment). Hierbei bekommt ein Kind ein Marshmallow vorgesetzt und bekommt einen Zweiten versprochen, sofern der Erste nicht gegessen wird. Der oder die PrüferIn verlässt dann das Zimmer – das Kind wird mit einer Kamera gefilmt. Aber seht es euch selbst an, wie die kleinen Wesen mit sich haddern:

Wissensbegierig und neugierig – auch wenn es für uns Erwachsene unlogisch erscheint.

Kinder sind unglaublich wissensbegierig und wollen am liebsten alles wissen, auch wenn es total keinen Sinn macht (für uns Erwachsene natürlich). Auch Aussagen, die die kleinen Wesen machen, sind teilweise zum Lachen oder zum Weinen, je nach dem wie man es nimmt. Eine kleine Auswahl aus den drei letzten Jahres als Studentin:

  • „Frau Graber, cha s’si, dass du nid usgesse hesch? Du blibsch nämli mega chli.“
  • „Du, wieso heissisch du eigentlich Frau Graber, duesch du gern grabe?“
  • „Wieso verzellsch du so öbis, das stimmt doch gar nid!“ (Ich habe gerade erklärt, dass die Milch von der Kuh kommt). Kind: „Sone Mischt, d’Milch chunt us de Migros, das weiss doch jede, oder hesch dört schomol en Chueh gseh, wo Milch ind Gugge git?“
  • Ich, trage einen Ring und die Kinder fragen mich: „Frau Graber, bisch du verhürotet?“ Ich darauf: „Nein, wieso meinst du?“ Die Kinder so: „Wieso hesch den en Ring ah?“
  • „Was, du hesch Geburtstag gha? Wie alt bisch den gworde?“ Ich frage zurück: „Ja, rot mol.“ Die Kinder überlegen und sagen dann: „36, wil so viel Falte wie du hesch, bisch jo scho gli im Altersheim“ (ich bin 22 und fühlte mich da nicht mehr so jung 🙂 )

Hilfsbereit, aber auch grausam

Kinder können einander helfen, da geht einem das Herz auf. Wie sie sich gegenseitig den Weg zeigen, eine Lösung überlegen, wie sie jetzt den Stift, der unter das Regal gerollt ist, herausholen können oder ganz einfach, wenn man die Mathe-Aufgaben gerade gar nicht im Griff hat. Doch sie können auch so richtig grausam sein, oder gemein. Sobald ein Kind nur langsam vorliest, lachen die anderen Kinder. Doch immer wieder gibt es, auch wenn ich als Lehrperson im Moment nicht eingreife, Schülerinnen oder Schüler, die sich gegen die Bösen stellen und die Opfer schützen.

Ehrlich – auch wenn es Zeit braucht.

Kinder sind ehrlich, auch, wenn es eigentlich nicht von Vorteil ist, gerade jetzt die Wahrheit zu sagen. Sie sagen dir, dass du schlecht aussiehst, auch wenn sie es eigentlich lieb gemeint haben. Und sie kritisieren alles an dir, sei es ein Tattoo oder schlicht deinen Kleidungsstil. Und wenn du etwas schön findest, zum Beispiel einen tollen Pullover, ist das für sie nicht wahr. Manchmal wird man aus ihnen nicht schlau, aber ehrlich, das sind sie.

Wenn ihr gerne Videos schaut, bei welchen Kinder vorkommen, schaut mal hier vorbei!

Geschrieben von:

Die Erde ist noch rund, aber die Geschichten sind viereckig geworden.

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