Hat das Theater noch Relevanz für junge Leute? Diese Frage beschäftigt mich schon länger. Schliesslich gehe ich selbst oft ins Theater und spiele leidenschaftlich seit ich klein bin auf verschiedenen Bühnen.

Deshalb möchte ich in diesem Beitrag meine Ansichten und Gedanken, was dieses Thema angeht, teilen und vielleicht den einen oder die andere anregen, sich aus einer anderen Sichtweise mit dem Thema zu beschäftigen.
Damit der Artikel nicht zu einseitig und nur aus meiner Sicht geschrieben ist, kommen einige Personen, unter anderem auch jene, die ihr Leben nicht komplett dem Theater gewidmet haben, kurz zu Wort.

«Ich glaube, sehr viele junge Leute sind nicht wirklich am Theater interessiert, da ich denke, dass die meisten ein falsches Bild davon haben, was Theater ist und was es alles sein kann. Das finde ich sehr schade.»

Angehender Schauspieler, 34 Jahre alt.

Das Theater existiert schon gefühlt seit den Urzeiten. Schon in der grauer Vorzeit sind die Menschen gerne in Rollen geschlüpft und haben sich verkleidet. Es braucht ja auch nicht viel, um ein kleines Stück aufzuführen. Bestenfalls nur ein paar motivierte Leute.

«Die Idee des Theaters war es schon immer, in eine andere Welt einzutauchen. Es ermöglicht einem, eine Geschichte mitzuerleben, die einen nicht persönlich betrifft.»

Lehrerin, 23 Jahre alt
«Man ist ein Aussenstehender und fühlt doch alles mit. – Das Leid und auch die Freude der Spieler auf der Bühne.»


Das Theater entwickelte sich, wurde professioneller, mit Bühne, SchauspielerInnen, Kostümen und war schon bald aus dem Leben der Kulturinteressierten nicht mehr wegzudenken. Es wurde fester Bestandteil der Gesellschaft- jede Stadt hatte mindestens ein Theater.
Früher, als man am Abend den Fernseher noch nicht einfach anschalten konnte, war das Theater eine Art der Unterhaltung. So war es neben Hinrichtungen die beste Unterhaltung, die man sich vorstellen konnte.
Doch die Zeiten änderten sich. Plötzlich liessen sich die Bilder einfangen, bewegte Bilder so, dass die Menschen ihr Haus nicht mehr verlassen mussten, um die Unterhaltung zu haben, die ihnen der Fernseher ins Wohnzimmer liefern konnte.

«Auch bei einem Film kann man mit den Figuren mitfühlen, doch beim Theater fühlt es sich viel realer an, weil es gerade in diesem Moment vor den eigenen Augen passiert.»

Und schon bald lief im Fernseher nicht mehr «Der Zug, der in den Bahnhof einfährt», sondern Filme, die mit modernen Techniken immer hochwertiger produziert werden.

Manche Leute würden behaupten, das Kino habe das Theater abgelöst, da das Theater quasi in der Vergangenheit steckengeblieben sei.
Doch meiner Meinung nach ist das ein Ausspruch von jemandem, der das Theater nicht verstehen möchte oder es nie wirklich kennengelernt hat. Ich glaube, dass viele beim Gedanken «Theater» an einen verstaubten Saal denken, wo ein paar untalentierte Menschen ein langweiliges Stück aufführen, welches zu Zeiten von Shakespeare geschrieben wurde.

«Ich finde es schade, dass die Plattform nicht so gross ist, zum Beispiel, dass Uralte Stücke aufgeführt werden, die Jüngere nicht wirklich interessieren.»

Angehende Hebamme

Vielleicht ist genau das das Problem. Dadurch, dass das Theater eine so lange Tradition hat, sehen es viele junge Leute als etwas, das doch nur ältere Leute besuchen. Für junge Personen ist das Theater «uncool.» Meiner Meinung ist das unglaublich schade, weil dadurch dem Theater nicht mal die Chance gegeben wird, zu zeigen, was es kann.

«Auch wenn in sie nicht so oft besuche, finde ich es wichtig, dass Theater existieren. Gäbe es keine Theater mehr, würde für mich etwas fehlen in unserer Gesellschaft.»

Natürlich werden so vermehrt Stücke aufgeführt, die dem «älteren» Publikum gerecht werden, weil man sich natürlich nach der Zielgruppe richtet.
Dasselbe passiert in der Filmindustrie, wenn immer mehr Leute seichte, kurzweilige Unterhaltung suchen. Dann werden anspruchsvollere Filme, die auch etwas wagen, zu einem Nischenprodukt.
Und doch gibt es sie. Filme und Theaterstücke, die jüngere Menschen ansprechen, ohne Langweilig und stumpf zu sein. Ich glaube, das Theater könnte genau der Ort sein, der alle Generationen zusammenbringt, das würde ich mir zumindest wünschen.

«Theater anzuschauen bereitet mir grossen Spass, auch selbst mitzuspielen. Ich liebe es, in die Geschichte einzutauchen und zu sehen, wie das Ganze auf der Bühne umgesetzt wird.»

Lehrerin, 23 Jahre alt.

Vor zwei Jahren besuchte Tize das Theater, bei dem ich damals mitwirkte. „Moustache“, eine Verwechslungskomödie von Thomas A. Welte auf. Tize war für euch dabei und hatte damals dabei einige Impressionen des Theaterstückes eingefangen. Hier kommst du du zum Artikel «Bei Okay trägt man Schnauz.»

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