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Das älteste und grösste Nachwuchs-Filmfestival der Schweiz bringt junge Filmschaffende aus dem ganzen Land nach Zürich — und blickt in diesem Jahr auf fünf Jahrzehnte filmisches Schaffen zurück.

Was 1976 als kleiner Videowettbewerb für Jugendliche begann, hat sich über fünf Jahrzehnte zum bedeutendsten Nachwuchs-Filmfestival der Schweiz entwickelt. Die Schweizer Jugendfilmtage, kurz SJFT, vergeben jedes Jahr die begehrten «Springenden Panther» an die besten Kurzfilme junger Filmschaffender — und bieten einer Generation von Filmtalenten sichtbare Plattformen, auf denen sie ihr Werk einem breiten Publikum präsentieren können.

In dieser Woche findet er nationale Filmwettbewerb der SJFT statt. Rund 60 Kurzfilme werden in fünf Alterskategorien gezeigt, die das gesamte Spektrum des Nachwuchsfilmschaffens abdecken: von Produktionen von Kindern bis 12 Jahren (Kategorie A) über Werke von Jugendlichen bis 16 (B) und 19 Jahren (C) bis hin zu jungen Erwachsenen zwischen 20 und 25 Jahren (D). Kategorie E schliesslich richtet sich an Studierende von Filmhochschulen — darunter ZHdK, HSLU, ÉCAL, HEAD und CISA — bis Filmschaffende bis 30 Jahre.

Das Festival eröffnet am Mittwoch, 11. März 2026, um 18:30 Uhr im blue Cinema Abaton mit einer Eröffnungsfeier inklusive Apéro. Ab dem 12. März laufen täglich die Wettbewerbsprogramme in den fünf Kategorien.

Die Preisverleihung findet am letzten Festivaltag, Sonntagabend dem 15. März, statt. Im Anschluss werden alle erstplatzierten Wettbewerbsfilme nochmals gezeigt, gefolgt von einem Apéro mit den Gewinner*innen.

Die Jury 2026

Die fünfköpfige Wettbewerbsjury vereint erfahrene Filmschaffende, die selbst eine Verbindung zur Festivalgeschichte haben. Damien Hauser (*2001), schweizerisch-kenianischer Autor und Regisseur, begann seine Festivalreise 2016 an den Jugendfilmtagen und realisierte seither vier Spielfilme, die u.a. am TIFF gezeigt wurden. Tabarak Allah Abbas (*1998) absolvierte den Bachelor in Cinema an der HEAD in Genf; ihre Filme liefen an den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur. Riccardo Bernasconi (*1984) nahm mit 19 Jahren an den Jugendfilmtagen teil — zehn Jahre später wurde einer seiner Kurzfilme für die Filmfestspiele von Venedig ausgewählt. Isabelle Favez (*1974) studierte an der ZHdK und feierte Premieren ihrer Animationsfilme an der Berlinale und in Annecy. Stefan Jung (*1959) ist seit den 1980er Jahren als Kameramann und Regisseur tätig und gewann 1980 an den 4. Jugendfilmtagen mit seinem Super-8-Film «Metamorphose».

Die Moderation übernimmt Ann Mayer, Schauspielerin und Autorin für Radio SRF Kultur, die das Festival seit fünf Jahren begleitet.

Talent Camp: Internationaler Nachwuchs trifft auf Zürcher Filmszene

Parallel zum Festival findet das Talent Camp statt — ein viertägiges Intensivprogramm für bis zu 20 internationale Teilnehmende, das Masterclasses mit Schweizer Filmschaffenden, Kinobesuche und Netzwerkmöglichkeiten kombiniert. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Format versteht sich als Brücke zwischen dem nationalen Festival und der internationalen Filmcommunity und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der attraktivsten Nebenangebote des Festivals entwickelt.

Mehr als fünf Tage im Jahr

Die Schweizer Jugendfilmtage verstehen sich ausdrücklich als ganzjährige Förderstruktur. Übers Jahr bietet der Verein Filmworkshops für Schulklassen, Film-Coaching für individuelle Projekte sowie Meet-Ups für die ganze Schweizer Filmcommunity an. Mit dem Schulangebot «Klappe Auf!» können Klassen aller Stufen aktiv ins Filmemachen einsteigen. Das Angebot «Next Gen Ani» fokussiert speziell auf Animationsfilm.

Für ein Festival, das seit fünfzig Jahren ohne Unterbrechung stattfindet und dabei stets ehrenamtlich organisiert wurde, ist die Bandbreite des Programms bemerkenswert. Die diesjährige Jubiläumsausgabe läuft vom 11. bis zum 15. März 2026.

Mehr Informationen und Tickets: jugendfilmtage.ch