Der Herbst ist in vollem Gange und mit ihm weht ein kühler Wind durch Bundesbern. Zwischen Erbschaftssteuer, EU-Verträgen, Ständemehr und Service-Citoyen wird ein wichtiger Pfeiler für die Citoyen langsam, aber sicher, in den Abgrund gefahren: die Bildung. Die Studiengebühren steigen, was schon Belastung genug ist. Nun sollen auch die 13 Wochen Ferien für Gymnasiasten gekürzt werden. Nicht etwa, weil man ganz offensichtlich mit allen Mitteln versucht, dass weniger Menschen studieren. So denken wir nicht! Nein, es sei nur fair, heisst es. Lehrlinge hätten ja auch nur fünf Wochen Zeit im Jahr, sich zu erholen. Aber auch das gilt nur, wenn sie nicht gerade im dritten Lehrjahr stecken, für die Berufsschule lernen, Prüfungen schreiben oder im Betrieb einspringen müssen.
Die wohl teuerste Bildungsoffensive seit der Erfindung des Dreisatzes: Studiengebühren sollen steigen. Nicht ein bisschen. Nein, gleich exponentiell! Heute zahlen Studierende durchschnittlich 1445 Franken pro Jahr an Studiengebühren. Bald soll das Studium doppelt so viel kosten. Willkommen in der Schweiz, wo das Studium bald so viel kostet wie ein durchschnittlicher (Vollzeit-Studenten-)Monatslohn – in Butter, nicht in Franken!
Denn in der Welt der Schweizer Politik, wo Entscheidungen oft so zäh sind wie kalte Butter auf einer frisch servierten Rösti, hat man endlich einen Weg gefunden, Studierende wirksam zu entlasten – durch zusätzliche Belastung. Genial. Der Bundesrat, beseelt vom Sparfieber, greift nun ausgerechnet jene an, die später einmal den Fachkräftemangel ausbaden sollen. Man nennt das „vorausschauende Politik“. Ich nenne es: Butterbrotdenken – viel Verpackung, wenig Nährwert.