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Wir in der Schweiz sind gut ausgestattet mit dem Mediensystem. So herrscht hierzulande zum Beispiel Meinungs- und Informationsfreiheit, wovon Menschen in anderen Ländern oftmals nur träumen können. Man kommt in der Schweiz beinahe tagtäglich mit den Medien in Kontakt, bewusst oder unbewusst. Doch wie ist das Schweizer Mediensystem aufgebaut? 

Hier das wichtigste zusammengefasst: 

Über einen Monat ist es her, als der Bundesrat Massnahmen in Kraft gesetzt hat, um dem Coronavirus den Garaus zu machen. Mit Erfolg: Die Fallzahlen der Corona-Infizierten sinken tagtäglich, ein Licht am Ende des Tunnels ist in Sicht. Um die Zahlen weiter in Schach halten zu können, greifen die Behörden nun zu neuen Methoden: Eine Tracing-App soll es möglich machen, Ansteckungsketten zurückzuverfolgen. Doch so schnell die Idee gekommen war – so schnell hagelte es auch an Kritik, am «wachenden Auge».

Auch wenn die Coronakrise allgegenwärtig ist und die Medien nahezu sprengt: Andere Debatten, wie die um die Flüchtlingspolitik, werden dadurch nicht automatisch weggeschwemmt – sollten jedenfalls nicht. So forderten diese Woche unzählige Menschen über die verschiedensten Social Media-Kanäle: «Bundesräte, holt diese Menschen rein!», trotz der momentan anhaltenden Sperrung der Grenzen. Klar ist, dass eine Verschlimmerung der humanitären Situation der Flüchtlingskrise vehemente Konsequenzen nach sich zieht, besonders für die Politik und die Regierenden der Stunde.

Das Schweizer Militär gerät des Öfteren in Kritik. Es koste zu viel, wäre unnötig und überhaupt: Die Schweiz wäre doch viel zu unwichtig, weshalb sollte ein so kleines Land angegriffen werden? All das sind Kritikpunkte, die in alltäglichen Diskussionen immer wieder auftauchen und auch während den diesjährigen Wahlen, gerieten die «grünen Ferien» desöfteren in Beschuss. Wie wichtig ist eine Armee für ein kleines Land wie die Schweiz und welchen Stellenwert hatte sie in der Vergangenheit?

Immer wieder hört man die Begriffe «bünzli» oder «Bünzlischwizer». Was bedeuten diese Wörter? Wie entwickeln wir uns und das Zusammenleben innerhalb der Schweizer Gesellschaft? Woher kommt dieses «bünzlihafte»? Eine Analyse über den «Bünzli» in uns.

Wir Schweizerinnen und Schweizer seien verknorzt, abgestumpft, zu ernst, sind sture Einzelkämpfer*innen oder haben unseren Kopf nur bei der Geldbörse. Heute gibt es für diese Klischees eine einfache Bezeichnung: «Bünzli», oder zu Deutsch «Spiessbürger». Tize.ch hat zu diesem Thema eine Gruppe von Jugendlichen aus dem Raum Solothurn befragt, wie unsere Gesellschaft in den Augen junger Menschen wahrgenommen wird.

 

Die Schweiz im Vergleich

Doch vorab die Frage: Wie steht die Gesellschaft der Schweiz im internationalen Vergleich da? Die Bertelsmann-Stiftung hat einen Gesamtindex mit über 30 Ländern erstellt, der im Zeitraum von 2009-2012 aufweist, wie sich die Gesellschaft in den Punkten «soziale Beziehungen», «Verbundenheit» und «Gemeinwohlorientierung» sieht. Besonders auffallend sind dabei die skandinavischen Staaten, die in allen Bereichen sehr gut abgeschnitten haben. Auch die Schweiz darf sich mit dem neunten Platz durchaus zufriedengeben. Einzig allein beim Punkt «Akzeptanz von Diversität» schneidet die Schweiz etwas «bünzlig» ab.

 

Die Sache mit der Offenheit

So ziemlich alle der befragten Personen finden, dass die Schweizer Bevölkerung noch ein wenig an ihrer Offenheit arbeiten könnte. Auch sie selbst bezeichnen sich in diesem Punkt als besonders «bünzlig». Dabei geht es nicht nur um die Offenheit gegenüber anderen Kulturen, Religionen, etc., sondern auch um die Bereitschaft, im Alltag auf fremde Menschen zuzugehen und sich auch einmal mit Leuten zu unterhalten, die man nicht kennt. Hingegen zeigt sich in der Umfrage: Eher die älteren Menschen werden als weniger offen empfunden, was nach den Aussagen mit den Unterschieden in der Erziehung zwischen früher und heute erklärbar ist.

 

Liberalismus herrscht vor

Generell wird bei den jungen Leuten gemäss der Umfrage eine Generationslücke zwischen Konservatismus und Liberalismus festgestellt. Wie eine befragte Person die Situation einschätzt, denke die jüngere Bevölkerung der Schweiz im Grossen und Ganzen freier und liberaler als die älteren Generationen, welche eher auf Traditionen beharren. Trotzdem wird von den Befragten wahrgenommen, dass zwischen Jung und Alt eine grosse Toleranz herrscht und andere Meinungen durchaus respektiert werden.

 

Der urschweizerische Grundgedanke

Ein grosser Teil der Befragten nimmt also die Menschen in der Schweiz als eher verschlossen war. Woher könnte das kommen? Wie kann es sein, dass der Grossteil eines Landes so geprägt ist? Nach der Antwort eines Befragten ist dies einfach zu erklären. Die Schweiz habe sich seit ihrer Gründung im Jahre 1291 gegen die grossen Reiche behaupten, selbst organisieren und ernähren müssen. Durch die geographische Lage war die Schweiz im Laufe der Geschichte immer wieder abgeschottet und auf sich alleingestellt. Durchaus möglich also, dass dieser Charakter über die Jahre unsere Persönlichkeiten geprägt haben könnte. Trotzdem ist dies aber nur eine Theorie.

Die junge Bevölkerung sieht bestehende Generationslücken zwischen Jung und Alt und erkennt, dass wir Menschen in der Schweiz eher verschlossen agieren. Auf die Frage hin, wie man etwas daran ändern könnte, haben alle Befragten geantwortet: «Mehr mit offenen Augen durchs Leben gehen, mehr Rücksicht auf andere Menschen nehmen und alles ein wenig lockerer sehen.» Vorsätze, die sich bestimmt Jede und Jeder von uns vornehmen kann. Eine befragte Person findet, dass das Leben viel spannender sein kann, wenn man versucht, etwas mehr über den eigenen «Tellerrand», den eigenen Horizont zu blicken. Dennoch ist Jeder und Jedem selbst überlassen, wie der «Bünzli» in einem selbst ausgelebt wird. Schlussendlich ist es nicht immer negativ, etwas bünzlig zu sein.

Vom Hissen der Schweizerfahne bis zum Mitsingen der Nationalhymne an Fussballspielen. Wann sind wir patriotisch, ohne es überhaupt richtig zu merken? Von welchem Zeitpunkt an verwandelt sich der Patriotismus in Nationalismus?

Besonders in der Schweiz ist der Patriotismus – auch Vaterlandsliebe genannt – immer mehr zum Tabuthema geworden. Der Patriotismus wird von vielen Menschen falsch verstanden. «Diese Leute sind doch alle rechts!», heisst es vielmals. Hingegen steht hinter dem Patriotismus kein rechtes Gedankengut und er hat auch gar nichts mit Rassismus oder Gewalt zu tun. Der Grat hinüber zum Nationalismus ist dennoch sehr schmal.

 

Was ist Patriotismus?

Laut der Erklärung auf politik-lexikon.at bedeutet Patriotismus/Vaterlandsliebe, die Liebe zum eigenen Land, zur Geschichte, zur Kultur, zum politischen System, zur Landschaft, usw. Ein Patriot steht also seinem Land bei und pflegt eine emotionale Bindung dazu. Im Prinzip, kann sich jeder Patriot nennen, der im Garten eine Schweizerfahne wehen hat oder an besonderen Anlässen ein rot, weisses T-Shirt mit einem Schweizerkreuz an der Brust trägt. Diese zwei Punkte beispielsweise, da gibt es daneben natürlich noch ganz viele mehr, drücken eine solche Liebe zum Vaterland aus, auch wenn wir das zunächst vielleicht nicht einmal bemerken. Das alles hört sich also überhaupt nicht tragisch an. Warum aber steht dann der Patriotismus in einem solch schlechten Licht?

 

Der schmale Grat

Der Grund, weshalb sich immer weniger Menschen offiziell zum Patriotismus bekennen, ist die Verwechslung mit dem Nationalismus. Der Nationalismus entstand gegen Ende des 18. Jahrhunderts während dem Ausbruch der französischen Revolution. Er breitete sich über ganz Europa aus und war Teilverantwortlicher für den Ausbruch des 1. Weltkrieges, mehr als 100 Jahre später. Anders als beim Patriotismus wird beim Nationalismus die eigene Nation über alle anderen Nationen gestellt. Somit gilt das eigene Volk für Nationalisten als das einzig Richtige, was zur Ausgrenzung und Verachtung gegenüber Minderheiten und anderen Nationen führt. Beim Patriotismus aber wird die Liebe zum Vaterland gezeigt, dabei werden aber keine anderen Völker verachtend dargestellt oder ausgegrenzt. Sobald also mit dem Patriotismus übertrieben wird und von einer Ausgrenzung von Minderheiten oder anderer politischer Unkorrektheit die Rede ist, überschwappt die Vaterlandsliebe in den Nationalismus.

 

Die «falschen» Patrioten

Im November letzten Jahres wurde Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Ein Mann, der sich in seiner ersten Rede als Präsident mit folgendem Satz als Patriot betitelte: «Wenn man sein Herz dem Patriotismus öffnet, dann gibt es keinen Platz für Vorurteile.» Ein eigentlich korrekter Satz. Nur leider vom falschen Mann ausgesprochen. Staatschefs, die ein Einreiseverbot für Muslime einführen wollen oder vorhaben, eine Mauer zu bauen, damit keine Mexikaner mehr in ihr Land einreisen können, sind keine Patrioten.

Genauso wenig wie Politiker aus der AfD, welche ihr Parteiprogramm als «gesunden Patriotismus» betiteln. Ihre Auffassungen, was Patriotismus ist, ist eine komplett falsche und rückt nur alle «richtigen» Patrioten in ein schlechtes Licht.

 

Warum uns Patriotismus gut tut

Patriotismus stärkt das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt eines Landes. Besteht Vaterlandsliebe, besteht auch ein Wille, das Land voranzutreiben und aufzubauen. Ausserdem gibt es der eigenen Identität halt. Durch Gemeinschaftsgefühl und dem Bewusstsein, einer Gemeinschaft anzugehören, entsteht ein sicherer Boden der Identität. Gleichzeitig kann dies auch bei der Integration von Migrantinnen und Migranten helfen. Und bestimmt gibt es Meilensteine in der Geschichte oder Dinge in der Kultur, die einem als Schweizer/Schweizerin einfach aufblühen lassen und das Gefühl geben, zu sagen: «Ach, ich bin einfach stolz darauf, Schweizer zu sein.»