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Satire

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Wir Menschen lachen gerne, vielmals über Witze, die in «schwarzen» Pointen enden. So ist es auch bei der Satire, die vom öffentlich-rechtlichen Programmangebot kaum wegzudenken ist. Doch was ist politisch und moralisch vertretbar und wo liegt die Grauzone? Von schwarzen Witzen in der Medienwelt und wann ein Eingriff in die Pressefreiheit nötig ist, ein Kommentar.

Gerade in Zeiten von COVID-19 kommt vermehrt die Frage auf: Über was darf ich noch lachen? Welche Witze sind legitim und ist Satire überhaupt noch angebracht? Die gleiche Frage stellt man sich in der Medienwelt. Das Coronavirus belegt Zeitungen, prägt ganze Stories in Fachzeitschriften und flimmert auch im Fernsehen durch Nachrichtensendungen, Talkshows, etc. hindurch. Kurz gesagt: Dieses Virus hat uns fest im Griff und ist Gesprächsthema Nummer eins. Für Satiresendungen, wie beispielsweise die «ZDF-heute Show», führt kein Weg an Corona vorbei, obschon es sich bei diesem Virus um eine sehr ernste und heikle Angelegenheit handelt. Doch sie scheinen sich zu helfen wissen, die «Satirekönige».

Provozieren in voller Härte

Die «ZDF-heute Show», moderiert von Oliver Welke, behandelt das Coronathema massenhaft. Eine Show, welche sich im letzten Jahr auch schon mit der deutschen Polizei in Heilbronn angelegt oder laut dem Onlinemagazin Watson Passanten «blossgestellt» habe. Im Vergleich zu Jan Böhmermann, der im Jahre 2016 ein Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten veröffentlichte und somit ein internationaler Skandal losgetreten wurde, noch heilig. Aber ist die Satire nicht da, um zu provozieren? Einem Bericht der NDR-Satiresendung «Extra 3» ist zu entnehmen: Ja, Satire ist effektiv dazu da, um zu provozieren und das in voller Härte.

Der Satiriker Jan Böhmermann mit dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama. 2016 sorgte er mit seinem Schmähgedicht über Erdogan für internationales Aufsehen.

Die Satire als «Kronjuwel» des freien Journalismus?

Trotzdem ist es schwierig einen Überblick über die Grauzone zu haben. Welcher Witz gebracht wird, welche Passage in eine Sendung eingebaut wird, ist immer situationsabhängig. So gibt es laut Extra 3 bei einer Satiresendung immer einen sogenannten «Feind», der genaustens analysiert und Stück für Stück auseinandergenommen wird. In deutschen Sendungen ist es häufig die AfD, allen voran Björn Höcke, die in Satiresendungen unter Beschuss kommt. Generell neigen Politikerinnen und Politiker besonders gut dazu, Ziele für kabarettistische Attacken zu werden.

Wie der Journalist Kurt Tucholsky sagte: «Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: Er will die Welt guthaben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.» Damit gemeint ist das Aufgreifen von Themen, die in den Augen des Satirikers faktisch falsch sind und mit einem humoristischen Angriff klargestellt werden – und das mit einem Hürdenlauf, in dem es über jegliche Tabus zu springen gilt, was eine Meisteraufgabe im Journalismus darstellt. Hinter der Satire steckt also eine Menge an Recherchearbeit, die gepaart mit einer klar ausgerichteten Meinung der Sendung, eingebauten Witzen und Sprüchen zum Endresultat führt: Ein lachendes Publikum, das neben der Unterhaltung gleichzeitig auch noch informiert wird. Man könnte somit behaupten, dass die Satire als «Kornjuwel» des freien Journalismus gilt.

«Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: Er will die Welt guthaben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.»

Kurt Tucholsky, Journalist (1890-1935)

Schwarzer Humor in Zeiten der Corona-Krise

Freier Journalismus hin oder her, ethische und moralische Grundsätze müssen dennoch eingehalten werden. Fakt ist, dass Humor allen Menschen in Zeiten von COVID-19 guttut. Weshalb nicht über die Situation lachen? Das nimmt sich die «ZDF-heute Show» zum Ziel. So redet Oliver Welke in der Sendung vom letzten Samstag zum Beispiel über Homeschooling, Abitur und deutschen Föderalismus. Trotz fehlendem Publikum im Studio aufgrund der Kontaktsperre, wird das Ziel erreicht: Die Zuschauer zuhause am Bildschirm sind unterhalten und werden dazu ermuntert, ihr Lachen nicht zu verlieren. Solange die Infizierten- und Streberate des Virus und die prekäre Gesundheits- und Wirtschaftslage nicht heruntergespielt werden, stellt sich die Frage: Warum nicht?