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Openair-Bühne

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Die wunderbaren Klänge verschiedener Instrumente füllen die Schlossmauern. Schnelle Rhythmen, herzzerreissende Töne und unerwartete Melodien finden sich in Arbon am Festival «Klassik im Schloss». Über zwei Tage erstreckte sich ein spannendes Programm, das als guter Abschluss der Sommeferien dient. Von Violinen bis hin zu einem Akkordeon, für jeden Geschmack war etwas dabei.

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Begonnen hat alles am Samstag, dem 12. August. Die Rede von Livia bietet den Auftakt des einzigartigen Events. Das Programm verspricht abwechslungsreiche Acts, die im Landenbergsaal und auf einer Openair Bühne stattfinden. Insgesamt sind sechs Konzerte geplant, die von den verschiedensten Musikern vorgeführt werden. 

Als erster Act spielte die Familenband «Pepper Chair». Die drei Kinder mit ihren Eltern bringen die Zuschauer ins Staunen und bieten einen leichten Einstieg ins Festival. Ihre Tanzmusik aus verschiedenen Ländern macht gute Laune. 

Um die Besucher ein wenig «gluschtig» zu machen, spielen Edouard Mätzener und Hitomi Niikura ein Duett. Der Klang des Cellos und der Violine fügen sich perfekt zusammen und kreieren eine feurige Atmosphäre, die Lust auf mehr macht. 

Um 17:00 Uhr ist es endlich soweit. Das Loewen Quartett spielt im Landenbergsaal den Auftakt der Konzertreihe. Die zwei Violinen Bastian Loewe und Livia Berchtold verschmelzen zu einem gemeinsamen Klang. Zusammen mit Martin Moriaty an der Viola und Aline Morger am Cello vervollständigt sich das Quartett. Unterstützt werden die vier Musiker durch die Pianistin Petya Mihneva. Gemeinsam spielen sie Dvoraks Klavierquintett. Das Stück besteht aus vier Sätzen: Der Anfang macht ein lebhaftes Allegro, danach wird ein lyrisches Dumka vorgestellt, der dritte Satz besteht aus einem energischen Scherzo und der Schluss bildet ein mitreissendes Finale. Die reiche Klangpalette des Werkes wird dadurch erreicht, dass eine ausgewogene Verteilung der musikalischen Themen zwischen Klavier und Streichinstrumenten besteht. 

Das nächste Konzert findet unter freiem Himmel um 19:00 Uhr statt. Isabel Pfefferkorn spielt mit vier Cellisten ihre vorbereiteten Stücke. Paul Handschke, Benjamin Nyffenegger, Zoltàn Despond und Sebastian Braun überzeugen die Zuschauer mit ihren wunderbaren Cello-Tönen. Der Auftritt startet mit romantischen Stücken und geht über in ein Disney-Lied. Schlussendlich landet Isabel bei der Filmmusik mit dem berühmten Song «Skyfall». Ihre präsize, entspannte und kraftvolle Stimme trotzt den Regenschauern, die während der Performance fallen.

«Cheibe Balagan» trat um 21:00 Uhr mit ihrem mitreissenden Konzertprogramm auf. Die Liebe der Musiker geht über auf die Zuschauer und tanzt durch die Reihen. Schon nach wenigen Tönen ist die Tanzfläche voll von Menschen, die ihre Körper im Takt der Musik bewegen. Mit ihrer Klezmer Gruppe hauchen sie der traditionell jüdischen Musik neues Leben ein. 

Am Sonntag gehörte die Bühne Dmitry Smirnov und Benjamin Engeli. Um 11:00 Uhr spielten sie auf der Violine und dem Klavier ein Stück von Saint-Saëns. Smirnov überraschte mit seiner Virtuosität und der Leichtigkeit seiner Haltung. Seine Finger flogen über die Saiten und der Bogen gab alles, der Schnelligkeit des Stückes gerecht zu werden. Engeli überzeugte mit seiner Performance ebenfalls und liess sich nicht aus der Ruhe bringen. 

Das Nachmittagsprogramm wurde zusammengestellt für Kinder. Françoise Podolski nahm sie mit auf eine Reise durch das Märchenland – wie passend im Schloss Arbon. Begleitet wurde die Erzählerin durch drei Musiklehrer der Musikschule Arbon. Julia Kräuchi spielte die Violine, Eva-Maria Profunser war an der Harfe und Grzegorz Podolski übernahm den Part der Perkussion. 

Um 17:00 Uhr trat das Trio «Eclipse» auf. Die einzigartige Zusammensetzung von Klarinette, Cello und Klavier überzeugte in ihrer Performance. Lionel Andrey spielte die Klarinette, Sebastian Braun das Cello und Benedek Horvàth das Klavier. Beim Zuhören spürte man die tiefe Verbundenheit der Musiker und auch die Liebe zu ihrem Métier. Das zweite Stück, «an american in paris», nahm die Zuschauer auf eine Reise durch die Strassen von Paris. 

Das Finale spielte das «Kollektiv» um 19:00 Uhr. Der Akkordeonspieler Raphael Brunner und der Querflötenspieler Juan Carlos Diaz wandeln zwischen Klassik und Folklore. Die Musik wird durch ihre Performance zur universellen Sprache. 

Diese sechs Hauptkonzerte und drei Nebenkonzerte fügten sich perfekt ins Schloss ein. Die Atmosphäre war inspirierend, entspannend und auch interessant. Mit den Musikern ins Gespräch zu kommen nach den Konzerten war eine Bereicherung und etwas, das man nie vergessen wird. Hautnah erlebte man Künstler in ihrem Element. 

Das Festival kennzeichnet den Start der neuen Konzertsaison. In den weiteren Monaten kann man sich gefasst machen auf weitere spannende Darbietungen. Die grossartige Musik verbindet sich im Schloss mit den Menschen und wird auch noch weiter in den Köpfen herumgeistern.