Tag

Klima

Browsing

Die Luftfahrt möchte ihre CO2-Emissionen bis 2050 gegenüber 2005 halbieren. Doch, wie will man das Ziel erreichen, wenn Flugzeuge, die mit Strom oder Wasserstoff angetrieben werden, noch in der Entwicklung stecken?

Obwohl im Moment wohl die wenigsten Menschen in ein Flugzeug steigen, bleibt das Bedürfnis, mit 800 Km/h in einer Röhre über den Wolken zu düsen, gross. Doch weder das vegetarische Menü noch wiederverwendbare Becher können darüber hinwegtäuschen, dass der Flugverkehr in den meisten Fällen das umweltschädlichste Fortbewegungsmittel ist. 

Heutzutage werden Flugzeuge mit der Kerosinspezifikation Jet A-1 angetrieben. Die Mischung für diesen Treibstoff ist höchst komplex und besteht aus unzähligen Kohlenwasserstoffe, die aus Erdöl gewonnen werden. Während dem Flug wird das Kerosin verbrannt und dabei stosst das Flugzeug vor allem CO2 und Wasserdampf aus, welche einen Einfluss auf das Klima haben. Sämtliche internationale Flüge für 10 % der CO2-Emissionen der Schweiz verantwortlich. Bis die ersten elektrischen Flugzeuge auf dem Markt sind, dauert es noch mindestens bis 2035. Doch es gibt auch eine schnellere Lösung. Sustainable Aviation Fuel. Dabei sollen im Vergleich zu herkömmlichem Kerosin, die CO2-Emissionen bis zu 80% reduziert werden.

Was ist Sustainable Aviation Fuel?

Im Gegensatz zum herkömmlichen, fossilen Kerosin, wird Sustainable Aviation Fuel (SAF) aus nachhaltigen Rohstoffen hergestellt. Um dieses nachhaltige Kerosin herzustellen gibt es zurzeit sieben verschiedene, international anerkannte Verfahren.

Das derzeit erfolgreichste Verfahren nennt sich HEFA-Verfahren. Dazu nimmt man erneuerbare und nachhaltige Abfälle, wie z.B Altspeiseöl und tierischen Fettabfällen. Von diesen Produkten wird dann zuerst das Wasser entzogen, um ein Öl zu enthalten. Anschliessend wird es ähnlich wie Rohöl, raffiniert. Die Firma Neste ist bei diesem Verfahren einer der führenden Hersteller und hat Kooperationen mit Lufthansa, KLM und Finnair. Zudem wurde während dem World Economic Forum (WEF) auch der Flughafen Zürich mit nachhaltigem Kerosin von Neste beliefert.

Beim HEFA-Verfahren wird unter anderem gebrauchtes Speiseöl und Tierfett aus Abfällen verwendet.

Eine zweites Verfahren nennt sich Power to Liquid. Dabei wird in einem Solarreaktor ein Metalloxid in Metall- und Sauerstoffionen gespalten. Mit Sonnenkollektoren können die notwendigen Temperaturen von bis zu 1500 Grad Celsius erzeugt werden. Sie fangen die Sonnenstrahlung auf und bündeln sie. Anschließend werden Kohlenstoffdioxid und Wasserdampf eingeleitet und es bildet sich ein Synthesegas, aus dem mittels des Fischer-Tropsch-Verfahrens alternatives Kerosin hergestellt werden kann.

Das Unternehmen Synhelion wurde von ETH-Studenten gegründet und hat bereits im April 2020 eine Absichtserklärung mit dem Flughafen Zürich unterzeichnet. Darin verpflichtet sich der Flughafen, die gesamte verfügbare Jahresmenge an synthetischem Kerosin, der in der Testanlage ab 2023 produziert wird, abzukaufen. Bis 2030 soll dann die Hälfte des Bedarfs der Schweizer Luftfahrt mit diesem synthetischen Treibstoff abgedeckt werden können.

Schwierigkeiten

Obwohl weltweit bereits 300’000 Flüge mit Sustainable Aviation Fuel abgehoben sind, deckt nachhaltiges Kerosin gerade einmal 5% des Bedarfs an Kerosin in Europa. Ausserdem können Flugzeuge noch nicht mit 100% synthetischem Kerosin abheben, es muss mit mindestens 50% konventionellem Kerosin gemischt werden. Es ist aber wahrscheinlich das dieser Beimischungswert in Zukunft wegfällt.

Neue Flugzeuge wie der Airbus A350 können nähmlich bereits mit 100% synthetischen Kerosin fliegen, wie ein Testflug diesen März zeigte. Auch die Produktion wird in den nächsten Jahren vervielfacht. Eine viel grössere Herausforderung liegt beim Preis. Beim HEFA-Verfahren liegt der Preis pro Tonne Kerosin bei etwa 1100 Franken. Für herkömmliches Kerosin liegt der Preis bei 650 Franken pro Tonne. Auch das synthetische Kerosin aus dem Power to Liquid Verfahren ist heute noch zwei- bis dreimal so teuer, wie fossiles Kerosin.

Zuletzt gibt es auch noch Hürden bei der Nachhaltigkeit. Wenn zum Beispiel Raps nur noch angebaut wird, um Öl für synthetisches Kerosin herzustellen, konkurriert es die Lebensmittelproduktion. Zudem muss man berücksichtigen wie viel Energie, Wasser und Rohstoffe für die Anbaufläche benötigt wird. Um sicherzustellen das die alternativen Kraftstoffe auch tatsächlich nachhaltig sind, gibt es Nachhaltigkeitskriterien.

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) und die EU schreiben diese in entsprechenden Verordnungen vor. So wird sichergestellt, dass synthetische Kraftstoffe eine mindestens 60% bessere CO2 Bilanz vorweisen als fossile Brennstoffe, wie beispielsweise Erdöl. Eine Reduktion der CO2-Emissionen um 80%, wie die Branche verspricht ist daher eher die Ausnahme.

Bis Flugzeuge elektrisch oder mit Wasserstoff Fliegen braucht es nachhaltiges Kerosin um den CO2Anstieg zu bremsen.

Zukunft

Mit zunehmender Forschung werden die Prozesse verbessert und mehr Menge kann günstiger hergestellt werden. Bei optimistischen Prognosen wird sich synthetischer Kraftstoff 2025 an den herkömmlichen Kerosinpreis angleichen. Die Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) berechnete ein realistisches Szenario, bei welchem rund die Hälfte des konventionellen Kerosins durch SAF ersetzt werden kann und somit rund 33% der CO2-Emissionen eingespart werden könnte. Eine Lösung für „immer“ wird Sustainable Aviation Fuel daher nicht sein, sondern eher eine Zwischenlösung, bis elektrische- oder wasserstoff- Flugzeuge marktreif sind. Eine vielversprechende Zwischenlösung auf dem Weg zu klimaneutralen Flügen ist Sustainable Aviation Fuel aber auf jeden Fall.

Gut ein Jahr ist es her, dass sich Greta Thunberg mit dem Schild „Skolstrejk för Klimatet“ vor das schwedische Parlament setzte.
Die Fridays for Future Bewegung hat sich seitdem hartnäckig gehalten und es gehen noch immer tausende Menschen jeden Freitag auf die Strassen, um für das Klima zu protestieren. Doch die Politik tut sich schwer und es konnten bis jetzt nur kleine Erfolge gefeiert werden.
Zum Glück sind wir jedoch nicht nur von den Massnahmen der Regierung, sondern auch von den Entscheidungen jedes Individuums abhängig. Ich werde euch drei Unternehmen vorstellen, welche einen einzigartigen Weg gefunden haben ihren Beitrag zur Bekämpfung der Klimakatastrophe zu leisten.

Lange Zeit war es still auf Seiten der Jugendlichen, wenn es um brandheisse, politische Probleme ging. Dann kam sie – Greta Thunberg, die 16-jährige Klimaschutzaktivistin aus Schweden. Mit ihren Streiks für die Umwelt zog sie schnell die Aufmerksamkeit der Medien auf sich und begeisterte Schülerinnen und Schüler in der ganzen Welt. Wie schnell sich diese Welle ausbreitete und welche Chancen und Risiken sie mit sich bringt. Ein Kommentar.

«Skolstrejk för klimatet» (zu Deutsch «Schulstreik für das Klima») heisst es auf den Schildern, welche Greta Thunberg jeden Freitag auf ihre Streiks vor den schwedischen Reichstag mitnimmt. Mit ihrem Mut, wöchentlich die Schule für ihre Klimastreiks zu schwänzen, hat sie zahlreiche junge Menschen dazu inspiriert, ihr es gleich zu tun. Überall auf der Welt begeben sich junge Menschen auf die Strassen und streiken für die Umwelt. Das erste Mal vor den schwedischen «Riksdag» begab sich Greta Thunberg am 20. August letzten Jahres, so berichtet das Hamburger Abendblatt. Nach dem Journalisten und Youtuber «Mr.Wissen2go» hat Greta seither wichtige politische Treffen in der gesamten Welt besucht, wie beispielsweise den UN-Klimagipfel in Polen oder das Weltwirtschaftstreffen in Davos und dabei mit vielen Politikerinnen und Politikern gesprochen. Doch was bewirkt sie mit den Protesten wirklich? Stellt diese «grüne Welle» bei den Jugendlichen nur einen Hype dar, der irgendwann wieder vorübergeht?

Die Zukunft liegt bei den Jugendlichen

Klar ist, dass die junge Generation früher oder später in die Fussstapfen der älteren tritt. Irgendwann werden wichtige Funktionen in der Politik, in Firmen oder auf dem Land übernommen. Eine positive Entwicklung also, dass sich die Jungen für brisante Themen, wie den Klimawandel, interessieren und engagieren. Aus Greta Thunberg und den Tausenden Schülerinnen und Schülern hat sich mittlerweile eine internationale Bewegung namens «Fridays for Future» gebildet. Die Botschaft der Bewegung ist klar: «Wir fordern eine Politik, die der Aufgabe zur Bewältigung der Klimakrise gerecht wird.» Etwa so steht es auf der offiziellen Webseite von Fridays for Future.

Eine Parole, die ankommt

Und genau diese Forderung findet bei der jungen Bevölkerung grossen Zuspruch. Man will Veränderungen sehen, etwas bewirken und die Menschen aufrütteln. Gerade, weil zurzeit noch keine genauen Konzepte zur Bekämpfung des Klimawandels bestehen und es immer noch ranghohe Politiker gibt, die ihn leugnen. Der Bekannteste und Mächtigste unter ihnen: Der US-amerikanische Präsident Donald Trump, wie beispielsweise von der NZZ berichtet wird. Doch ist es legitim, trotz den lauten Gegenstimmen für einen Streik die Schule ausfallen zu lassen? Wie Mr. Wissen2go in seinem Video über den Klimastreik aussagt, ist es die einzige Möglichkeit, die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen. Würden Schülerinnen und Schüler an Wochenenden oder freien Tagen streiken, hätte niemand dem Ganzen grosses Interesse gewidmet.

Aber auch hier gibt es die einen und die anderen, die den Aktivismus ausnutzen, um sich begründet vom Unterricht fernhalten zu können. Eine von Tize.ch befragte Person beispielsweise, kennt ein paar Leute aus der Kantonsschule, welche zwar für das Klima zu Unterrichtszeiten «streiken», dann aber mit dem Flugzeug in die Ferien fliegen und massenhaft Produkte aus Südamerika konsumieren. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Klimastreiks zurzeit einen enormen Hype erleben, welcher auch diejenigen mitreisst, die sich eigentlich überhaupt nicht dafür interessieren.

Die selbstgerechte Art der Klimademonstrant*innen

Um mehr Aufmerksamkeit zu erhalten, muss man ab und an auch ein wenig «lauter schreien» und provokanter sein. Dennoch ist es falsch zu sagen, dass die Politikerinnen und Politiker von heute keine Ahnung haben und rein gar nichts ändern können oder wollen. Auch die «Anführerin» der Klimabewegung, Greta Thunberg, bewegt sich vermehrt in diese populistische Richtung. Zu sagen, wer gut und böse ist, ist Schwarzweissdenken. Greta selbst beispielsweise, stellt immer wieder Forderungen auf, die politisch nicht machbar sind, realistisch schon gar nicht. Auf die Probleme hinweisen, Forderungen stellen und provozieren kann sie und viele der Mitstreikenden. Doch das Wichtigste fehlt: Konkrete Lösungsvorschläge, wie die Situation zu ändern wäre. Dies bietet der rechten Seite eine Plattform, die Bewegung zu kritisieren und trägt auch nicht gerade zum sachlichen Diskurs bei.

Greta im Personenkult?

Nach MrWissen2go wird die junge Schwedin von den Medien und den Menschen im Allgemeinen zu sehr in den Mittelpunkt gestellt. Selbstverständlich kann sie selbst nichts dafür. Trotzdem geht es bei den Demonstrationen um viel mehr, es geht um das Klima und die Zukunft unseres Planeten.