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Gefühle

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Meine Lehrerin meinte immer, sie gebe eine 1 für all diejenigen, die ihre Geschichte mit «Und da wachte ich auf und merkte, es war alles nur ein Traum» beenden. Sie sagte jedoch nie, dass dieser Satz nicht der Anfang sein kann. Denn manchmal, da hat man so Träume, die einen auch nach dem Aufwachen noch beschäftigen. Der Epilog der Nacht also. Fragmente der Träume: schwammig, verwaschen und unvollständig.

Wenn ich mir das Gehirn im nicht medizinischen Sinne vorstelle, dann sehe ich es als eine Art riesige Bibliothek. Jedes Gefühl, das jemals gefühlt wurde, jedes Ereignis, das jemals geschah, jeder Eindruck der jemals entstand und jeder Geruch, den man jemals gerochen hat, hat als Buch in einem dieser unzähligen Regalen seinen Platz gefunden. Vielleicht sind einige dieser Bücher schon lange verblasst, oder im Gegenteil: Ein paar davon sehen aus wie neu.

Keine Krankheit, keine Behinderung , nichts schlechtes – einfach eine noch eher unbekannte und unterschätze Charaktereigenschaft. Genauer gesagt eine Charaktereigenschaft, über die mehr Menschen verfügen, als man zunächst denken würde. Auch mir wurde es erst vor kurzem bewusst, dass ich mich damit in vielen Punkten identifizieren kann. Bei dem Begriff «Hochsensibilität» denken die meisten an emotionale, oft weinende oder einfach introvertierte Menschen. Das ist so allerdings nicht ganz korrekt. Was es bedeutet, hochsensibel zu sein, möchte ich in diesem Artikel mal etwas genauer erklären und vielleicht kann sich der eine oder andere danach auch damit identifizieren und sich selber besser verstehen.