Jede Rolle kann neu besetzt werden, egal wie gross der Name klingen mag

Schreie, Tränen, Verzweiflung, Entsetzen… Mit so viel Emotionen kann man es beschreiben; schlechtes Casting. Kein Fanlager ist sicher davor, holen Studios seit jeher bis zum letzten Penny alles aus einer Filmwelt raus. Einen neuen Film drehen? Nehmen war doch einen jungen Burschen aus Hollywood? Am besten ein Shootingstar für die weiblichen Fans? Nur mal eine Idee wie Marketing und Casting Entscheidung überspitzt aussehen kann. Doch dieses Beispiel zeigt nicht, wer am Ende denn Hass aller abbekommt.

Es ist eine der schwersten Aufgaben für jeden Schauspieler, in die Fussstapfen eines Charakters treten, welcher bereits grossartig gespielt wurde. Das Scheitern dann hängt oft nicht von dem Schauspieler und seinen Leistungen ab. Sondern vom Drehbuch, Umstände des Drehs und die gesamte Produktion rundherum. Meist mischt sich das Studio zu sehr ein, einen Weg, um mehr Geld zu gewinnen gibt es stetig. Dazu noch die Ansprüche der Fans, welche Veränderungen oder ein schlechtes Abschneiden ihres Filmhelden nicht aushalten können. Geht es nach Ihnen, kann niemandem dem Original trotzen. Man muss aber nicht allein denn Schauspieler die Schuld geben für solche Misserfolge, sondern die oben genannten Umstände miteinbeziehen. Daher was wäre ein Filmartikel ohne Beispiele?

Daher hier drei prominente Beispiele. Sie zeigen, wie Recasting funktionieren kann, wie es nicht funktioniert und warum man den Schauspieler eine Chance lassen sollte.

Joaquin Phoenix – das gekrönte Lachen

Eines der besten Beispiele für Casting, wo es misslang, wie gelang war die Rolle des Jokers. Stetig eine Rolle, mit viel Hintergründen, Motivation und Drama einfach einer vielseitigen Figur. Das Heath Ledger mit der Darstellung des Clownprinzen des Verbrechens, eine der beeindruckendsten Leistungen eines Schurken des modernen Kinos, hilft beim Recasting nicht wirklich. Der Oscar, ging aber verdient 2019 an Joaquin Phoenix für seine ganz eigene Interpretation des Schurken. Eines neuen Jokers, welcher abgesehen vom Namen wenig Ähnlichkeiten mit Heath Ledger seinem hatte. Einer welcher seine eigenen Probleme hat und so eine ganz eigene Geschichte spielt. Ohne zu probieren, Ledger zu imitieren.

Bildquelle: https://www.imdb.com
Von Kritikern hoch gelobt, Phoenix und Tod Phillips Joker zeigte eine ganz andere Seite des grossen Batman Schurkens

Das Gegenteil aufgrund Probleme Regie-Wechsel und einem furchtbaren Schnitt, musste Jared Leto mit seinem Joker hinnehmen. Doch um herauszufinden, wie Recasting nicht funktioniert wechseln wir doch die Galaxie.

Alden Ehrenreich – die Rückkehr des Solos

So erfolgreich wie Phoenix Recasting lief es bei Kollege Alden Ehrenreich nämlich nicht. Sein “Solo: a Star Wars Story” Film ging bei Kritikern mittelmässig als gelungen und witzig durch, wenn auch mit negativen Stimmen. Doch lagen die Probleme an der Kasse, waren 392.9 Million nicht genug, um nur die Produktions- und Werbekosten zu begleichen. Disney von dem Erfolg gar nicht angetan und Sündenbock Ehrenreich bei den blutigen und kritischen Star Wars Fans kam gar nicht gut weg.  

Was lief schief? Es startete mit dem Engagieren von Chris Miller und Phil Lord (The Lego Movie, 21 Jump Street, 22 Jump Street) als Regisseure und Producer. Beide sollten unter der Führung von Star Wars-Veteran Lawrance Kasdan den Film kreieren. Nach einem halben Jahr Dreharbeiten dann der Bruch, wegen «kreativen Differenzen» mussten beide den Film verlassen. Sie sollen einen zu komödiantischen Film geplant haben ganz zum unwohl Kasdans und Disneys. Neu engagiert wurde Ron Howard (Apollo 13, Der Davinci-Code) welcher nach Vorstellung Disneys einen ernsten Film mit Komödiantischen Momenten kreieren. Howard der wenig Zeit noch dazu bekam (im Filmbusiness, mehr Drehzeit = mehr kosten) soll 70% des originalen Materials neu gedreht haben, Schauspieler mussten ausgetauscht werden und nach Gerüchten, der von Miller und Lord gecastete Ehrenreich noch Schauspielunterricht nehmen, seine Rolle verlange andere Aspekte jetzt.

Am Ende kein Wunder das am Ende eher positiv über Donald Glovers Lando gesprochen wurde als Ehrenreichs Solo.

Am Ende war es für Ehrenreich eine unüberwindbare Aufgabe. Wie ein Hollywood-Kritiker meinte “Ehrenreich wurde eine unmögliche Aufgabe übertragen: uns Harrison Ford vergessen zu lassen, einfach den wohl ikonischsten Action Helden im modernen Film».

Robert Pattinson – der Fluch der Fledermaus

Wie konnte es so weit kommen, der Typ aus Twilight soll Batman spielen?! Wohl eine Reaktion der meisten Zuschauer. Die Rolle des Batman ist eine der wichtigsten Figuren, dahinter stehen Millionen-Deals und Hoffnungen einer riesen Fan Gemeinde. Warum aber diesem Recasting eine Chance geben? Was Mainstream Zuschauer nicht bekamen, Pattinson hat sich gewandelt als Schauspieler. Aus dem Jugendstar wurde ein echter Schauspieler, welcher auf der Flucht war vor seinen Twilight Tagen. Wo er die Rolle des Love-Interest Vampirs Edward Collin mimte und sehr negativ auf seine Erfahrungen mit der Produktion zurückblickte.

Filmfans verlangen viel, liegt oft viel Hoffnung und Vorfreude. Hier etwa, ein Fan-Made Trailer nur von Fans für Fans. Mit Zusammenschnitten aus Pattinsons Karriere.

Ein Grund sicher warum Pattinson sich aus dem Mainstream zurückgezogen hat und vor allem in Indie-Filmen brillierte. Dies mit sich überschlagenden Kritiken und Anerkennung. Entwickelte sich Pattinson fernab der grossen Presse zu einem begnadeten Method Actor (die Art der totalen Identifizierung mit einer Figur) dessen bekannteste Vertreter der erwähnte Heath Ledger war. Wer das für leere Worte hält, sollte sich Indie-Perlen wie «Good Time», «High Life» und vor allem «The Lighthouse» ansehen. Man erkennt darin Pattinsons schauspielerischen Fähigkeiten und warum er einen jungen Batman spielen soll und Christopher Nolan (Inception, Dark Knight, Interstellar) ihm Vertrauen für seinen neusten Film «Tenet» schenkt.

Gute oder schlechte Schauspielerei entscheidet sich in winzigen Details.

Manfred Krug

Es ist wichtig, nicht das Idol von Millionen probieren zu imitieren. Sondern die Figur für sich zu kreieren. Sich nicht erdrücken zulassen von dem Geist der Vergangenheit, diesen probieren zu würdigen auf seine ganz eigene Art. Mit einer Neuinkarnation eines geliebten Helden. Daher bevor man einen Schauspieler wie Alden Ehrenreich angreift sich fragen, was hinter den Kulissen lief und gibt bitte Robert Pattinson eine Chance. Der Mann (kein Glitzer-Boy mehr) ist ein ernst zu nehmender Schauspieler. Er hat die Chance, sich von einem Vampir eine echte Fledermaus zu werden, geben wir ihm diese.

Geschrieben von:

(Vorsicht Klischee-Spruch aber halt Lieblingskünstler) “What would life be if we had no courage to attempt anything?” ― Vincent Van Gogh

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