Einatmen. Ausatmen. Auf „Play“ drücken und einfach nur zuhören. Der kurze Jingle ertönt in meinem Ohr und gleich darauf Matzes wohlige, tiefe Stimme.

„Willkommen im Hotel Matze, dem Interview-Podcast von Mit Vergnügen. Mein Name ist Matze Hielscher und ich treffe mich hier mit den für mich Besten der Besten, mit KünstlerInnen, mit UnternehmerInnen und mit schlauen Typen und versuche herauszufinden, wie die so ticken.“

„Jeder trägt einen unendlichen Schatz in sich, der es wert ist, erzählt zu werden.“ – Doris Dörrie

Hotel Matze

Auch er hat nun auf „Play“ gedrückt – allerdings für die Aufnahme. Gut zwei Stunden, manchmal auch gerne länger, unterhält Matze sich nun mit schlauen, interessanten Menschen. Er möchte herausfinden, was sie antreibt, sie inspiriert, will wissen, was sie machen, warum sie das machen, wie sie das machen. Sie sprechen über ihre Geschichten, über Einflüsse und Entscheidungen, über Erfolge und Misserfolge. Worüber lachen sie und wie sieht ihr Alltag aus? Diese Gespräche führt Matze mit einer unglaublichen Einfühlsamkeit, Intimität und einem Gespür für seinen Gesprächspartner. Er tastet sich an wichtige Themen im Leben seines Gastes heran, spielt Gedanken weiter und stellt wunderbare Fragen, die voller Ehrlichkeit sind.

„Ich glaube, dass ich in einem früheren Leben mal ein Eichhörnchen war und dass mir das guttut.“ – Tim Raue

Viele tolle und inspirierende Zitate aus seinen zahlreichen Begegnungen im Podcast hat Matze in seinem Buch „Die Schule meines Lebens“ gesammelt, in der ich jeden Abend artig eine Stunde zu Gast bin. Danach muss ich den Input aber auch erst einmal sacken lassen, denn das Buch ist gefüllt mit Weisheiten und Lebenstricks, mit Inspirationen und Ideen.

„Du kannst alles sein, was du willst, aber denk nicht, dass du wichtiger bist als die anderen.“ Jürgen Vogel

Podcast-Aufnahme im ungewöhnlichen Homeoffice (Foto: Mit Vergnügen)

Wer ist Matze Hielscher?

In der Corona-Zeit ist ein sehr schönes Bild von Matze entstanden: eingeengt zwischen zwei Regalwänden, aus denen eine Leopardendecke, Ordner, Schwimmbrillen und noch vieles mehr quillen, sitzt Matze auf einem kleinen Hocker hinter seinem aufgeklappten Laptop, Kopfhörer auf den Ohren, Mikrofon in der Hand. „Ich wollte im Homeoffice weiter meinen Podcast machen. Also bin ich zwischenzeitlich in die Besenkammer geflüchtet – der einzig dafür geeignete Ort“, erklärt er in einem Interview dem Handelsblatt gegenüber.

Vom Bassisten zum Medienunternehmer

Aufgewachsen ist Matze in der DDR, hat Lampenverkäufer gelernt und war Bassist in der Indie-Band „Virginia Jetzt!“, nun ist er Miteigentümer eines standhaften Medienunternehmens. „Man kann eigentlich alles machen und alles probieren und das Schlimmste, was die Leute sagen können, ist nö.“ Sagt er während einer Podcast-Aufnahme mit OMR. Ein wunderbares Lebensmotto, nachdem er auch zu handeln pflegt. Eigentlich wollten Matze Hielscher und Pierre Türkowsky nur ein paar Partys in Berlin schmeißen, doch daraus entstand 2010 das weitbekannte Stadtmagazin „Mit Vergnügen“ und einer der erfolgreichsten Podcasts im deutschsprachigen Raum. Gemeinsam mit dem Berliner Klamottenlabel Muschi Kreuzberg hat das Team beispielsweise die Partyreihe „Die 50 schönsten Rapper“ auf die Beine gestellt, oder auch „Die schönsten Laufstreckens Berlins“ in Kooperation mit Adidas.

„Ich bin immer ein bisschen besser im Geld Ausgeben, als im Einnehmen.“ – Martin Suter

Hört doch mal rein!

Ich führe unglaublich gerne tolle tiefgründige Gespräche und das Hotel Matze ist für mich tatsächlich der perfekte Ort, ein Hotel auf der Reise in das Leben anderer. Einfach so kann ich mich neben den Außenminister Heiko Maas, die Moderatorin Anne Will oder die Autorin Doris Dörrie setzen und ihnen einfach bei ihrem Gespräch mit Matze zuhören und von ihnen lernen.

Dieser Podcast ist für alle, die lernen wollen. Alle, die mit Freude Lebensgeschichten von anderen Menschen hören und sich inspirieren lassen. Für alle, die mit Vergnügen lieben und leben.

Hört doch mal rein! Ich kann es nur empfehlen.

„Quatschen können wir alle. Machen ist das Entscheidende.“ – Dunja Hayali

Am Ende jedes Podcasts stellt Matze seinem Gast die folgende Frage: „Ich hab eine große Plakatwand am Alexanderplatz gemietet und du darfst entscheiden, was dort für eine Woche für alle zum Lesen stehen soll. Was würdest du drauf schreiben?“

Er hat sie auch einmal selbst beantwortet: „Keine Angst vor großen Fischen.“

Geschrieben von:

ich bin für ein Faber-frohes Leben

Was ist deine Meinung? Schreib einen Kommentar!