Er ist nicht greifbar, sondern nur psychisch in unseren Köpfen. Trotzdem ist er keineswegs ungefährlich. Der Nocebo-Effekt- ein Effekt, deren Beschwerden den Körper vermeintlich krank macht. Was steckt wirklich dahinter?

Der Begriff

Auf lateinisch bedeutet Nocebo so viel wie „ich werde schaden“. Der Begriff ist in der Medizin, aber auch im anthropologischen Kontext (Voodoo) seit Anfangs des 20. Jahrhunderts bekannt. So waren damals Personen ohne Symptome Todgeweiht, weil sie selbst daran glaubten. Nocebo wird auch als „die dunkle Seite der Einbildungskraft“ bezeichnet.

Das positive Pendant

Gerade das Gegenteil dazu ist das „Placebo“. Übersetzt aus dem lateinischen bedeutet es so viel wie „ich werde heilen“. Hierbei ist die Person krank und weist Symptome auf. Die Medikamente, welche die erkrankte Person aber erhält sind nur Scheinpräparate ohne Wirkstoff. Trotzdem geht es dem Patienten nachher besser, da die Person sich eingebildet hat, dass die Medizin wirken muss.

Welche Personen können an dem Nocebo-Effekt erkranken?

Wieso Personen genau an Nocebo erkranken ist nicht gänzlich geklärt. Klar ist, dass eine pessimistische und ängstliche Einstellung die Umstände begünstigen. Man spricht von einer unbeabsichtigten, negativen Suggestion.

Einige Studien haben bereits belegt: Wer ausführlich den Beipackzettel eines Medikaments studiert oder im Detail vom Arzt oder Apotheker über Nebenwirkungen aufgeklärt wird, der leidet auch häufiger unter diesen Folgen, selbst wenn sie nur lästig und ungefährlich sind.

Körperliche Auswirkungen sind hingegen weniger untersucht. Die negative Erwartung senkt den Endorphinen Gehalt im Blut, was tatsächlich dazu führen kann, dass ein Mensch sich schlechter und schmerzempfindlicher fühlt. Weiter wird durch die Negativität den Botenstoff Cholecystokinin ausgeschüttet. Ein Hormon, welches für die Entwicklung der Gefühle von Angst und Panik zuständig ist.

Wieso es schwer zu erkennen ist

Für medizinisch ausgebildete Personen ist es ethisch gesehen schwer einen Patienten zu fragen: „Sind die Symptome echt oder simulieren Sie nur?“. Es gilt zwischen Nebenwirkungen, zufälliger Befindlichkeitsstörung und effektiver Krankheit zu unterscheiden. Wichtig ist, dass egal ob Nebeneffekt oder Nocebo-Effekt, das Medikament oder die Methode gewechselt wird, um die Furcht und die Folgen davon dem Patienten zu nehmen. Trotzdem stehen Ärzte unter dem Grundsatz die Patienten aufzuklären, obwohl dies beim Nocebo-Effekt unvorteilhaft wirken könnte.

Wie kann der Necobo-Effekt verhindert werden?

Der Effekt basiert wie bereits erwähnt auf Furcht und Angst. Da Studien schwer durchführbar sind und ethisch auch fragwürdig sind, werden Präventionsmassnahmen, um den Patienten die Angst zu nehmen, durchgeführt. Die folgenden Sätze sind Beispiele aus der Praxis, welche vermieden werden sollten:

  • „Wir schläfern Sie ein; gleich ist es vorbei“,  
  • „Fünf Prozent der Patienten vertragen dieses Medikament nicht“ -> Verbesserung:“95 Prozent vertragen dieses Medikament sehr gut“.
  • Beipackzettel beinhaltet: „Sehr selten“ -> Verbessert: „höchstens ein Betroffener unter 10.000, die das Produkt anwenden“.
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