Wie entsteht eigentlich ein Theater?  Ein kleiner Einblick hinter die Kulissen:  “Ein Theater zu gründen war wirklich ein Kindheitstraum von mir.” 

Alles begann mit einer Idee und ein paar Freunden, die verrückt genug waren, sie umzusetzen. Gegründet wurde das Theater ursprünglich 2021 von Michi, Sibylle und Annamirjam. Wir wussten, wir möchten spielen und dadurch unserer Liebe zum Theater Ausdruck verleihen. Der nächste Schritt war das Team. Natürlich klappt ein Theater auch nur mit drei SpielerInnen, doch je mehr Leute dabei involviert sind, desto mehr Möglichkeiten ergeben sich.  

“Das Theater ermöglicht es einem, sich auf ebenso unterhaltsame, wie tiefgründige Weise mit dem Selbst und der Welt auseinanderzusetzen.” 

“Es ermöglicht einem für kurze Zeit und ohne Konsequenzen in eine andere Rolle zu schlüpfen und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.” 

Aller Anfang ist schwer oder zumindest etwas holperig und so war es auch bei uns: Bis wir unsere endgültige Truppe zusammenhatten, der Proberaum stand und wir das fertige Skript in den Händen hielten, dauerte es. Doch schliesslich waren wir ein sechsköpfiges Team bestehend aus jungen Leuten von Uster, Kloten, Dietlikon, Aarau und Graubünden.

Man könnte meinen, es brauche sonst nicht viel für ein Theater. SpielerInnen und ein Theaterstück, fertig! Doch wir mussten bald einsehen, dass noch weit mehr dazugehört, ein Theaterstück von Grund her auf die Beine zu stellen. Wir alle, bis auf unseren Regisseur, hatten vorher noch nie bei so einem Projekt mitgewirkt, bei dem alles selbst geplant, organisiert und kommuniziert werden musste. 
Das ist eine völlig neue Herausforderung, die wir motiviert und voller Kreativität in Angriff genommen haben.  

“Das Schöne am «Dachstocktheater» ist, dass wir gemeinsam planen und einander bei Entscheidungen miteinbeziehen. Jede*r kann eigene Ideen miteinbringen und bei der Gestaltung des Stücks mitwirken.” 

Der Name war die kleinste Hürde, nachdem wir den Proberaum hatten. Da sich dieser in einem Dachstock befindet, lag der Name auf der Hand: Dachstock-Theater.

Und er passt wirklich perfekt, da die Aufführungs- und Kostümräume ebenfalls in Dachstöcken sind.  

Der nächste Punkt auf unserer Liste war das Skript. Klar, ohne Skript kein Theaterstück und ohne Stück keine Aufführung. Unser Regisseur übernahm das Schreiben des Stücks. Natürlich hätten wir auch ein fertiges Theaterstück nehmen können, doch irgendwie war uns von Anfang an klar, dass wir etwas Eigenes produzieren wollten. So hatten wir auch die Möglichkeit, mitzubestimmen, wie gross unsere Rolle sein sollte und wie viel Text wir lernen wollten. Ausserdem konnte sich Michi beim Schreiben der Rollen an der jeweiligen Person orientieren, auf die er die Figur zuschrieb. Ausserdem liess er sich von “The show must go wrong” inspirieren, dessen fantastische Aufführung wir als Teamevent zusammen besuchten.  

“Als ich im Kindergarten die Prinzessin im Märchen «Froschkönig» spielen durfte, wurde zum ersten Mal die Begeisterung für das Theater in mir geweckt und ist seitdem auch geblieben.“

Michis Idee war schlussendlich in seinen Worten ein Stück, das auf ernsthafte, wie komische Weise die Bedingungen für eine Umsetzung und Entstehung einer Theaterproduktion aufzeigt und auf die Spitze treibt.

“Unser Stück zeigt auf, was bei einem Theater alles schiefgehen kann, wenn ein Team nichts von Zusammenarbeit versteht und jeder macht, was er will.” 

Unser Stück wechselt ab zwischen der Ebene der Figuren, die wir spielen und der Ebene, auf der die Figuren, die wir spielen, Schillers “Tell” spielen. Oder es zumindest versuchen. So wird es nie langweilig, da alle Darstellenden mindestens zwei Figuren spielen. “Wilhelm Tell” wurde zur Rahmenhandlung erkoren, da, auch wenn die Schweizer Nationalmythen nicht allen bekannt sind, alle zumindest ungefähr wissen, um was es in dem Stück geht.  

Und dann beginnt die Zeit der Proben und des Auswendiglernens. Die Proben fühlen sich meiner Meinung nach am normalsten und vertrautesten an, weil ich das schon kenne. Doch alles rund herum ist immer noch Neuland.  So viele neue Aufgaben kommen auf einen zu, wenn man nicht “nur” zum Spielen da ist:

Der Probeplan muss erstellt werden, wir brauchen Kostüme, Bühnenbild etc. 

Anfangs wollten wir noch Sponsoren suchen, doch es stellte sich heraus, dass der finanzielle Aufwand sehr im Rahmen blieb und immer noch bleibt. Für den Anfang haben wir uns auch dazu entschieden, keinen Eintritt zu verlangen, sondern dass es erst nach der Aufführung eine Kollekte geben soll.

Da wir noch eine sehr neue Truppe sind, möchten wir den Leuten die Möglichkeit geben, unser Theaterstück zu geniessen, ohne sich im Vorhinein Gedanken zum Preis zu machen, da sie uns noch nicht kennen und nicht wissen, wie wir spielen. 

Nach Monaten der Probe befinden wir uns jetzt im Endspurt. Bis die Aufführungen Mitte August starten, holen wir aus jeder Probe das Beste heraus und freuen uns sehr darauf, unser Projekt endlich vor Publikum präsentieren zu dürfen.

Und darum geht es in unserem Stück:

Eigentlich sollte es eine ganz normale Theatervorführung werden und unter der Leitung des renommierten Regisseurs Philemon Vrisch kann eigentlich auch gar nichts schief gehen, dachten sie… Das war ihr erster Fehler.
Weitere Fehler lassen nicht lange auf sich warten: Fehlende Textkenntnisse, Grössenwahn und unpassende Requisiten sind nur das Sahnehäubchen auf der Torte des Verderbens.
Lass Dich mitreissen von der chaotischen Tell Story in Anlehnung an das weltberühmte Stück «Willhelm Tell». Bist Du auf der Suche nach Qualitätstheater und grosser Schauspielkunst?  Das wirst Du hier nicht finden! Aber mir Telled Dir bestimmt e tolli Story!»

Bist du neugierig geworden? Alle weiteren Infos zum Stück und Hintergrund unserer Gruppe findest du auf unserem Instagram «Dachstocktheater» wo ebenfalls der Link zu unserer Website ist.

Wir freuen uns😊


Gastartikel von Annamirjam Lütolf
 
 

Geschrieben von:

Was ist deine Meinung? Schreib einen Kommentar!