„Now he´s gone and joined that stupid club. I told him not to join that stupid club.“

Das sind die Worte die Wendy Elizabeth Fradenburg, die Mutter des weltberühmten Sängers Kurt Cobain in einem Interview über ihren verstorbenen Sohn äussert. Mit diesem „dummen Klub“ bezieht sie sich, wie viele vermuten, auf den Klub 27.

Der Klub 27 ist ein im Volksmund bekannter Klub, der Musiker die mit 27 Jahren verstorben sind zusammenfasst. Um ‚beizutreten‘ muss man also als Musiker einfach mehr oder minder bekannt sein und mit 27 Jahren aus dem Leben scheiden. Es ist also eigentlich kein richtiger Klub, sondern eher der Name eines Phänomens das diese Musiker zusammenfasst.

Der Mythos

Heute fallen im Zusammenhang mit dem Klub 27 hauptsächlich die Namen der Musiker Jimi Hendrix, Janis Joplin, Jim Morrison, Brian Jones, Amy Winehouse und Kurt Cobain. Geht man allerdings einzig nach den zwei oben erwähnten Kriterien, finden sich viele weitere Musiker die mit 27 verstorben sind. Unter den Mitgliedern des engeren Kreises des Klub 27, erkennen manche aber noch einige weitere Gemeinsamkeiten. So hatten sie alle ein sehr kritisches Verhältnis zu Alkohol und Drogen, und standen mutmasslich auch bei ihrem Tod unter deren Einfluss. Auch haben sie alle unsere Musikgeschichte bedeutend mitgeprägt und haben auch heute noch weltweit unzählige Fans. Dazu kommt auch der Fakt, dass bei einigen von ihnen, die Umstände ihrer Tode nie ganz aufgeklärt werden konnten und auch Mordverdacht erhoben wurde. Zu guter Letzt heisst es ausserdem noch, dass viele von ihnen Linkshänder waren und bei ihrem Tod ein weisses Feuerzeug in der Tasche gehabt haben sollen.

Forscht man allerdings ein bisschen weiter, wird ziemlich schnell klar, dass diese Verbindungen ziemlich weit hergeholt wenn nicht sogar falsch sind. Zwar sind diese sechs oben erwähnten wirklich alle mit 27 gestorben. Auch dass sie weltbekannt waren und immer noch sind lässt sich auch nicht abstreiten. Jedoch waren sie nachweislich nicht alle Linkshänder und das mit dem Feuerzeug ist auch nirgendwo klar belegt. Zugegebenermassen konnte zumindest der Tod von Jim Morrison nie ganz aufgeklärt werden, doch bei den anderen war die Todesursache immer mehr oder weniger klar. Auch wenn an einigen Orten immer noch von zwielichtigen Umständen gesprochen wird, so ist das gar nicht so ungewöhnlich. Schliesslich gibt es bei den meisten Toden von berühmten Personen immer noch Fans, die die offizielle Todesursache nicht einfach so hinnehmen können und eine Verschwörung wittern. Auch der Alkohol und Drogenkonsum ist kein sonderlich auffallendes Indiz, da ihr Konsum meist mit dem Ruhm kommt und es viele Berühmtheiten gibt, die davon nichtmehr loskommen. Auch die Zahl 27 ist nicht so speziell wie es scheinen mag. Ein solch frühes Todesalter ist zwar tragisch, jedoch vor allem in dieser Scene leider nicht ungewöhnlich da viele mit einem solch exzessiven Lebensstil nicht klar kommen.

Alles ein reiner Zufall

Ob man also nun an die Verschwörungstheorie glaubt, dass diese Musikikonen mehr verbindet als nur ihr gemeinsames Todesalter, sei jedem selbst überlassen. Allerdings kann man sagen, dass diese ganzen geheimnisvollen Zusammenhänge alle ziemlich weit hergeholt sind. Tatsächlich belegen Studien der Universität Queensland, dass mit 27 Jahren nicht signifikant mehr Musiker sterben, als in jedem anderen Alter. Dass die oben erwähnten durchaus wichtigen Figuren der Musikszene alle in ihrem 28. Lebensjahr verstarben, ist daher vermutlich nicht mehr als ein Zufall. Es ist zwar nicht ungewöhnlich, dass berühmte Persönlichkeiten früh sterben, dass ist jedoch eher ihren extremen Lebensverhältnissen als einem ominösen Klub geschuldet. Auch wurde der Mythos des Klub 27 erst durch den Tod von Kurt Cobain in der breiten Masse bekannt und war davor eher unbedeutend. Erst in den 90ern und nach dem Umkommen von Amy Winehouse im Jahr 2011 wurde der Klub 27 wiederholt in den Medien thematisiert und verbreitet. So gibt es mehrere Lieder und Dokus, die sich seitdem damit befasst haben und den Begriff weiter bekannt gemacht haben. Abschliessend kann man also sagen, dass hinter dem Klub 27, auch nicht mehr steckt, als das gemeinsame Todesalter, das sich einige weltbekannte Musiker teilen.

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