Kleidung ist ein grosses Thema. Von der Ästhetik bis zur nachhaltigen und fairen Produktion gibt es viele Aspekte, mit welchen man sich befassen kann. Dabei endet die Produktionsfrage nicht bei der Kleidung. Vielmehr ist die Frage bei Accessoires, wie Handtaschen mindestens genauso berechtigt.

In den Kauf einer Handtasche wird oftmals viel Geld investiert. Zeugt der hohe Preis aber auch automatisch von einer nachhaltigen, fairen und umweltfreundlichen Produktion? Und woher stammen die Materialien überhaupt?

Leder und Fleisch vom Tier

Handtaschen aus echtem Leder haben ihren Preis, denn Leder ist nicht gratis. Echtes Leder stammt in Europa hauptsächlich von Rindern, Schafen und Schweinen. Allerdings gibt es auch Leder aus exotischer Herkunft, von Tieren wie Schlangen oder Krokodilen. Letztere werden oft extra für die Lederindustrie gezüchtet.

Irrtümlicherweise wird Leder häufig für ein Abfallprodukt der Fleischindustrie gehalten. Etwas, das sowieso entstehen wird und andernfalls entsorgt wird. Leider bestätigen die Leder- sowie die Fleischindustrie beide, dass sich Leder keinesfalls um ein Abfallprodukt handelt. Es wird eher als ein eigenständiger Markt gesehen, da sich die Produktionen von Fleisch und Leder zwar oft ergänzen, aber ohne das andere abnehmen würde. Der Begriff Nebenprodukt ist hier also zutreffender für die Herstellung von Leder.

Gilt Leder als ein Naturprodukt?

Hier lautet die Antwort eindeutig: Nein. Selbst wenn ein Label in einer Handtasche angibt, dass das Material zu 100% natürliches Leder ist, gilt Leder offiziell nicht als Naturprodukt. Denn damit Leder nicht kaputt geht oder spröde wird, muss es behandelt werden. Dazu werden starke und toxische Chemikalien verwendet. Diese können bei dauerndem und regelmässiem Tragen sogar gesundheitsschädigend sein.

Arbeitsbedingungen bei teuren Labels

Gerade bei Billigmarken werden die Kleider- sowie die Accessoirherstellung häufig kritisiert. Angegebene Gründe zielen alle auf ein Problem ab: Ausbeutung. Dazu zählt Kinderarbeit, Hungerlöhne und Aussetzung schädlicher Herstellungsprozesse.

Nun könnte man annehmen, dass bei den sogenannten High-End-Marken alles besser sei. Zu High-End-Marken zählen jegliche Labels, die der obersten Preisklasse angehören. Beispiele hier sind Luis Vuitton, Armani, Gucci oder Prada. Gerade über solche Marken tauchen auch vermehrt Berichte auf, die von ebenso ausbeutenden Arbeitsbedingungen berichten. Eines der grössten Probleme dabei ist die Kinderarbeit.

Die Good News

Natürlich ist nicht alles schlecht und unmoralisch. Im Gegenteil: In Punkto Nachhaltigkeit können High-End-Labels glänzen. Besonders in den letzten Jahren begann diesbezüglich ein Prozess, mit welchem besonders die teuren Marken natürlich mithalten wollten.

Die Vorwürfe über Kinderarbeit und andere Ausbeutungen blieben bislang auch nicht ungehört. Die Marken reagieren darauf und sind auch hier auf dem Weg der Besserung. Gucci zum Beispiel hat die Kinderarbeit komplett eingestellt. Und auch andere High-End-Marken haben sich dies zum Ziel gesetzt.

Einkaufsmöglichkeiten

Wer sich zwar nicht gleich für die vegane Variante entscheiden möchte, jedoch etwas auf die Materialienherkunft achten möchte, dem hilft folgender Tipp: Beim Einkauf einer Handtasche aus Leder sollte auf jeden Fall einen Blick auf das eingenähte Label im Innern der Tasche geworfen werden. Es macht schon einen grossen Unterschied, ob tierisches Leder von Tieren stammt, die in der Region leben. Das bedeutet lieber Rindsleder anstatt von exotischen Tieren.

Im Weiteren gibt es natürlich auch Alternativen. Neben dem typischen Kunstleder existieren auch Lederimitate aus den unterschiedlichsten Pflanzen. Es gibt Leder aus Ananas, Kaffeeblättern, Mango oder Kork, um einige zu nennen.

Die Frage nach fairer und nachhaltiger Produktion ist also nicht nur bei Kleidung berechtigt. In der Handtaschenindustrie gibt es so viele Unterschiede diesbezüglich, dass sie auch Anpassungsmöglichkeiten bietet. Es bedeutet ja nicht, dass man vegan leben soll, aber man kann trotzdem ein Auge darauf haben und sich den genannten Tatsachen bewusst sein.

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