Wer kennt sie nicht? Die gute alte Postkarte, gereist von weit her, mit den exotischsten Briefmarken und Stempeln. Urlaub und Postkarte gehören genauso zusammen wie Salz und Meer. Meistens befindet sich auf der Vorderseite ein Bild von einem bekannten Ort oder Monument und auf der Rückseite ein kurzer positiver Feriengruss. Das Ganze ist von Hand geschrieben und möglicherweise mit kleinen Zeichnungen verziert. Je nach Feriendestination kann es gut möglich sein, dass die Postkarte erst ankommt, wenn der Sender schon längstens wieder Zuhause ist. Doch ist die Postkarte noch zeitgemäss?

Individualität oder doch unpersönlich?

Das Bild einer klassischen Postkarte sollte passend, neutral, schön und persönlich sein, jedoch auch dem Geschmack des Empfängers entsprechen. Diese Kriterien können eine Suche nach der passenden Postkarte aufwändig gestalten, obwohl die Souvenirläden voll sind mit verschiedenen Motiven. Der Wunsch nach einer individuellen Gestaltung steht im Vordergrund. Beim Text hingegen stehen dem Sender alle Möglichkeiten offen, um seine ganze künstlerische Schöpfung auszuleben. Standartgrüsse wie: «Hallo, uns geht es gut, das Wetter ist toll etc.» können eine Postkarte aber schnell wieder unpersönlich erscheinen lassen. Der Handel mit Postkarten boomte lange in der Gesellschaft, denn jeder hatte sich verpflichtet gefühlt eine Postkarte zu verschicken und es gab früher natürlich kein WhatsApp und Co., um mit Freunden und Familien in Kontakt zu bleiben. Heute wächst eine neue Generation heran, die die Welt bereist und Feriengrüsse in die Heimat sendet. Doch die Frage ist auf welche Art?

Der Wandel der Postkarte durch die technischen Entwicklungen

Die Postkarte ist bei Jungen out? Im Zeitalter von verschieden Apps wie zum Beispiel «Postcreator» sicher nicht! Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wieso junge Menschen auf diese Art von Postkarten zurückgreifen. Um nur einige zu nennen: Sie kann immer und jederzeit verschickt werden, wenn eine Internetverbindung zum PC oder Handy besteht, sie ist gratis und es kann ein eigenes Bild (Selfie, Frühstück, verschlafene Gesichter, Momentaufnahmen) verwendet werden. Durch die Verwendung eines eigenen Ferienbildes wirkt die Postkarte gleich viel Persönlicher, ein erlebter Eindruck wird vermittelt und auch die Qualität des Bildes ist gut aufgelöst. Jedoch kann ein individueller Charakter beim Text verloren gehen. Durch die beschränkte Anzahl an Zeilen und die Computerschrift ist es nicht möglich der Karte seine persönliche Note zu hinterlassen. In den letzten Jahren ist zudem immer mehr Fläche für Werbung auf der Postkarte verwendet worden.

Ist die Postkarte vom Aussterben bedroht?

In absehbarer Zeit sicher nicht. Die Postkarte hat den digitalen Wandel überlebt und sich angepasst. Durch die Entwicklung, die Postkarte selber gestalten zu können, ist die Beliebtheit mehr gestiegen und neue Trends haben sich entwickelt. So zum Beispiel der vom Handlettering.

Der neue Trend Handlettering

Postkarten können nun im Vordergrund auch handgeschriebene Sprüche, Wörter oder Texte enthalten. Bei Handlettering steht nicht nur die klassische Kalligrafie im Vordergrund, sondern Wörter schön zu schreiben, zu verzieren und diese im Internet zu teilen. Im heutigen Zeitalter, wo alles in Computerschrift erscheint, wird die Handschrift immer mehr geschätzt. Als Materialien können Bleistifte, Brush Pens, Pinsel, Stifte in die verschiedenen Grössen und Farben verwendet werden. Für Beschreibstoffe eignen sich ebenfalls die verschiedensten Utensilien: Papier, Stein, Holz, Schilder oder Tafeln. Der Trend hat alle Generationen ergriffen: Ältere, welche schon immer gern schön geschrieben oder gezeichnet haben, per Zufall auf einen Workshop gestossen sind oder Junge die sich über die Sozialen Medien anstecken lassen haben. Die Motivation für Handlettering ist genauso vielseitig wie die Art des Trends. So schreiben die einen gern, empfinden etwas Beruhigendes/Magisches oder lieben die Kreativität (Liebe fürs Detail).

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