Sie sind 19 Jahre jung, kommen aus der Stadt Zürich und begeistern mit ihrem ganz eigenen Genre «multilingue erotic rock and guitar porn»: FJÄLLA. Hinter der Band stehen Paula, Emilio, Ulla und Anouk. Im Interview mit tize.ch verrät uns Paula, was für Sound wir hinter dem eigens kreierten Genre erwarten dürfen und was sich FJÄLLA von der Teilnahme am diesjährigen «Band-it» erhoffen.

Liebe Paula, erzähl mir bitte mehr über FJÄLLA! Wie habt ihr zueinander gefunden?

Emilio, Ulla und ich kennen uns schon seit der Primarschule. Bereits vor einigen Jahren haben wir begonnen, mit verschiedenen Freunden Musik zu machen. Damals hatten wir allerdings noch keinen Namen. Erst als wir begannen, erste Konzerte zu spielen, musste ein Bandname her. Er entstand in unserem Bandraum, Emilios Probekeller, wo diese IKEA-Kisten «FJÄLLA» herumlagen. Uns gefiel dieses Wort und wir dachten uns: «Wieso nicht?». In unserer aktuellen Formation spielen wir nun seit Anfang 2020. Da stiess Anouk als Schlagzeugerin zur Band. Zusätzlich zum Singen spielt nun Ulla die zweite Gitarre, ich Bass und Emilio seit Beginn die Leadgitarre.

Wir verdanken unseren Bandnamen einer IKEA-Kiste.

In eurer Bandbeschreibung heisst es: «Aus Freundschaft entstand Musik, aus Musik Leidenschaft – mit dieser feiern wir das Leben». Selber beschreibt ihr eure Stilrichtung als «Multilingue erotic rock and guitar porn», die von Indierock, Punk und Alternative geprägt ist. Wie kam es dazu?

Die Bezeichnung unserer Stilrichtung entstand recht spontan und hat sich mittlerweile etabliert. Wir haben uns nie wirklich Gedanken darüber gemacht, sondern einfach das getan, worauf wir gerade Lust hatten. Dabei kommt es uns auch nicht auf die Sprache an, deshalb auch «Multilingue». Dieses Credo gilt auch für alles um die Musik herum. Das ganze Artwork, sowie Musikvideos und Inszenierungen produzieren wir selbst – so, wie es uns gerade Spass macht.

Ihr sprecht gerne Themen an, die sonst kaum angesprochen werden. Mit Songelementen wie «Ach Bitte, Leck an meiner Titte» provoziert ihr auch.

Da sprichst du den Song «Ach Bitte» an, indem wir über die weibliche Befriedigung singen. Wir wollen mit unseren Songs eigentlich gar nicht provozieren sondern Dinge thematisieren, die wir wichtig finden. Dinge, die im Alltag mehr angesprochen werden sollten, sodass „Ach bitte, leck an meiner Titte“ gar nicht mehr als Provokation aufgefasst wird. Unsere Songs entstehen übrigens spontan beim Jammen, oftmals auch nach langen Gesprächen. Vielleicht sind sie deshalb thematisch sehr aktuell.

Wie darf man sich euer Bandleben vorstellen?

Wir proben mindestens einmal in der Woche bei Emilio im Bandkeller. Der Proberaum ist unsere kleine Wohlfühloase geworden, wo wir an neuen Songs schreiben oder welche aufnehmen. Oft treffen wir uns aber auch, um an anderen Dingen zu arbeiten oder einfach zum Znacht.

Wie hat sich Corona auf eure Band ausgewirkt?

Während Corona war die Musik für uns ein Zufluchtsort, deshalb hatten wir nicht ein starkes Bedürfnis, die Pandemie in unserer Musik zu thematisieren. Das vergangene Jahr bot uns Zeit für Neues, so entstanden neben unserem ersten Album «Album F» auch spontane Musikvideos, Projekte mit verschiedenen anderen Künstler*innen und eine Akustik-Session. Hierfür trafen wir uns morgens um 7 Uhr, stellten Kameras auf, rollten die mitgebrachten Teppiche aus und spielten unsere eigene Single «Good Morning Sex» im Rieterpark.

Dieses Jahr nehmt ihr nun zum ersten Mal am Band-it Bandcontest teil. Wieso ist 2021 das Jahr, um Band-it zu rocken?

Bis auf Anouk befinden wir uns gerade alle in einem Zwischenjahr, in dem wir neue Dinge ausprobieren möchten. Aktuell haben wir deshalb mehr Zeit, die wir in unsere Musik, die Videos und Inszenierung investieren können. Band-it wird sicher eine spannende Erfahrung. Wir vermissen das Live-Performen sehr und hoffen auf gute Tipps von der Jury. Bis es soweit ist, üben wir weiter und proben sicherlich unsere neuesten Songs.

Wenn die vier für einmal nicht gemeinsam auf der Bühne stehen oder zusammen unterwegs sind, so gehen sie alle ihren ganz eigenen Interessen nach. Paula startet im Sommer ein Praktikum in einer Psychiatrie und hilft bis dahin einem Gärtner aus. Ulla absolvierte zuvor ein Praktikum im Gesundheitsbereich und interessiert sich aber auch stark für Architektur. Emilio tendiert zwischen einem Medizin- und Jus-Studium und Anouk befindet sich schon bald im Schlussspurt ihres Gymnasiums.

Was aber die Musik betrifft, steht eines schon längst fest: FJÄLLA wollen an der diesjährigen Austragung des Band-Contests alles geben und mit einer neuen Inszenierung auftrumpfen. Ob die Tennissocken, wie sie die FJÄLLA-Mitglieder in ihrer Akustik-Session im Rieterpark trugen, auch dann wieder Teil davon sein werden, das bleibt vorerst Paulas Geheimnis. Die Performance müssten sie sich erst noch überlegen, so die 19-jährige. Noch bleibt hierfür genügend Zeit: Die Qualifikationen finden im Juni im Zürcher Moods und im Theater am Gleis in Winterthur statt. Die Anmeldefrist für interessierte Bands und Acts endet am 31. März.


Das Band-it ist ein Musikwettbewerb für junge Talente und bietet den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, professionelle Auftrittserfahrung zu sammeln, ehrliches Feedback zu erhalten, neue Kontakte zu knüpfen und unter tosendem Applaus der Fans im grellen Rampenlicht die Bühne zu rocken. Musikstil, eigener Song oder Cover spielt dabei keine Rolle – Hauptsache du geniesst die Zeit auf der Bühne und bist motiviert, diese einmalige Chance zu nutzen.  Mehr über die diesjährige Austragung findest du hier oder direkt unter band-it.ch

Titelbild: FJÄLLA x ZOSIA PROMINSKA

Geschrieben von:

Projektleiter tize.ch

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