Es ist viel mehr als nur ein klassicher Coming-Out-Film. „Matthias et Maxime“- ein Film von Xavier Dolan. Doch was genau macht das Drama so besonders?

„Matthias et Maxime“ ist ein Filmdrama von Xavier Dolan, das am 22. Mai 2019 während den Internationalen Filmfestspielen von Cannes Premiere feierte und ebenfalls im Wettbewerb um die Goldene Palme konkurrierte. Mit „Matthias et Maxime“ präsentierte der junge Frankokanadier Xavier Dolan bereits seinen achten Film. Es handelt sich dabei nicht um einen klassischen Coming-Out-Film. Trotzdem ist „Matthias et Maxime“ im tiefsten Inneren eine Queer-Liebesgeschichte. Wobei nebenbei auch andere Themen wie Freundschaft und Familie mit viel Witz sowie Drama erzählt wird.

Darum geht’s:

Matthias (Gabriel D‘ Almeida Freitas) und Maxime (Xavier Dolan) sind schon seit ihrer Kindheit enge Freunde. Als Maxime entscheidet, für längere Zeit vom heimischen Montreal nach Australien zu gehen, löst der nahende Abschied bei beiden unerwartete Gefühle aus. Als sie zusätzlich gebeten werden, sich für die Aufnahmen eines studentischen Kurzfilms zu küssen, bleibt dieses Ereignis nicht ohne Folgen. Während Matthias sich krampfhaft gegen seine Gefühle zu wehren versucht, wächst in Maxime der Wunsch, Matthias noch näher zu kommen.

Bild: © Pathé Films AG
Xavier Dolan als Maxime

Szenen und Schnitt:

Vor allem die erste Hälfte des Films ist voller Energie, mit vielen Gruppenszenen, in denen schnell und laut durcheinandergeredet wird und die Kamera hektisch vom einen zum anderen springt. Dies kann mit der Zeit herausfordernd sein, vor allem weil der Film in Schweizer Kinos meist auf Französisch mit deutschem Untertitel ausgestrahlt wird. Doch genau diese lebendigen Szenen widerspiegeln sehr gut das Gefühlchaos der beiden Protagonisten wieder. Als die Dramatik im Film jedoch steigt, werden die Szenen ruhiger und die Zuschauer haben Zeit das Gesehene auf sich wirken zu lassen. 

Deshalb ist der Film so gut:

Es ist aufregend und zugleich schmerzhaft, den Protagonisten bei ihrem Versuch der Verleugnung der eigenen Gefühle zuzusehen. Berührend ist vor allem die Unsicherheit vom Maxime, die durch seine generell prekäre Situation und die komplizierte Beziehung zu seiner Mutter verstärkt wird. Aber auch die totale Abwehr des vermeintlich heterosexuellen Matthias mit fester Freundin und sicheren Berufsaussichten ist ergreifend. 

Wo ist der Film zu sehen?

Leider ist es nicht mehr möglich den Film in den Schweizer Kinos zu sehen. Auf Apple TV kann man jedoch bereits «Matthias et Maxime» ausleihen oder kaufen. Ab dem Dezember 2021 soll der Film auch im Schweizer Detailhandel erhältlich sein.

Schaue dir den Trailer an.

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