Gabrielas Stimme ist stark und sanft zugleich. Sie ist wortgewandt mit der Feder und tanzt energiegeladen zur Musik. Gabriela Mennel ist das volle Paket, hat letztes Jahr am Band-it den ersten Platz belegt und unter anderem 3’000 Franken als musikalische Förderung gewonnen. Einige Monate später sprechen wir erneut mit der 20-jährigen Studentin.

Gabriela, du hast letztes Jahr am Band-it gewonnen – was hat sich seither verändert?

«Mein Musikstil hat sich verändert. Er wurde souliger, sogar etwas Blues und Jazz kamen dazu. Natürlich rappe ich immer noch, aber die Vielseitigkeit macht mich aus. Ausserdem spiele ich jetzt mit einer ganzen Band auf der Bühne. Früher waren da nur ich und der DJ, was ebenso toll war. Aber mit mehr Musikern hat man gemeinsam mehr Power.»

Kennengelernt hat sie die Musiker durch ihre neuen Producer «2ps». Junge, motivierte Leute, die jungen Menschen die Chance bieten möchten, ihre musikalischen Ziele zu verwirklichen, beschreibt Gabriela das Team. «Sie haben mich angeschrieben, weil sie mit mir zusammenarbeiten wollten und haben dann die Kontakte zur Band hergestellt.» Dies war ohnehin ein Tipp der Band-it Jury. Mehr Menschen auf der Bühne. Mehr Musiker. Noch mehr Power.

Nebst dessen ist die gelernte Mediamatikerin neu im Gesangsunterricht, um – auch aufgrund der Rückmeldungen der Jury – sich gesanglich zu verbessern. Bislang war dies ein kostspieliger Traum gewesen, der nach dem Sieg in Winterthur endlich erfüllt wurde.

Was findest du besonders toll am Band-it?

«Generell finde ich es toll, dass sie jungen Künstlern eine Plattform und die Chance bieten, auf der Bühne zu stehen. Diese Erfahrung ist für jeden Musiker toll. Was es aber ausmacht, ist die Jury, die sich Zeit nimmt, dir Feedback zu geben.»

«Ich bin immer noch am Anfang, aber nicht mehr an der Startlinie.»

«Ich bin ein bisschen weiter vorne, aber ich habe noch einen langen Weg vor mir.», sagt Gabriela auf die Frage hin, wo sie heute musikalisch steht. Und sie arbeitet sich konstant weiter nach vorne: Zurzeit arbeitet Gabriela an ihrer zweiten EP, die voraussichtlich im Mai erscheinen wird.

Erzähl mir etwas über deine neue Single «Art of Love».

«Die entstand so: ich fuhr nach Bern zu meinen Producern. Dort hab ich den Beat gehört und dachte sofort ‘Darauf will ich was schreiben!’. Und das erste Thema, das mir zur Musik einfiel, war die Liebe. Darum geht es in dem Lied. Um die Kunst der Liebe. Etwas Wertvolles. Etwas Einzigartiges. Liebe ist ein Meisterwerk.»

So ähnlich geht es Gabriela oft. Sie hört eine Musik und schreibt einen Text dazu. Am liebsten zu Hause, umgeben von ihren eigenen vier Wänden, wenn sie ganz für sich ist und in ihren Gedanken versinken kann. Doch nebst ihren Gefühlen und Gedanken sieht sie auch im Leben per se eine grosse Inspirationsquelle. «Alles was um mich herum geschieht, ist eine Inspiration.»

Musik begleitet Gabriela seit ihrer Kindheit. «Meine Mutter kommt aus Kuba. Von klein auf lief zu Hause Musik. Von afrokubanischen bis zu lateinamerikanischen Klängen; beide Musikrichtungen haben mich stark beeinflusst. Man hat getanzt und manchmal auch mitgesungen. » Neben diesen Musikstilen sieht sie aber auch in der amerikanischen Sängerin Etta James eine Inspiration. «Eine richtige Powerfrau! Mit ihrer Stimme konnte sie unterschiedliche Emotionen wecken. Sie hatte eine Stimme, die berührt.»

Was denkst du über die Schweizer Musikszene?

«Ich finde die Entwicklung cool, insbesondere im Bereich HipHop und Rap. Es werden immer mehr unbekanntere Musiker gepusht und die Künstler werden immer öfters für ihre Arbeit belohnt. Aber was eindeutig fehlt, sind Frauen! Es gibt ein paar tolle Künstlerinnen, die bekannter sind, aber auch so viele Frauen, die in den Startlöchern sind und nicht beachtet werden. Mehr Frauenpower ist wichtig!»

Dass das Schweizer Publikum auf Künstler zuweilen zurückhaltend wirkt, ist kein Geheimnis. Das hat auch Gabriela bereits gemerkt, insbesondere wenn sie an die wilden Fans in Kuba denkt.

«Hey, zeige mr eus doch die Liebi und düemmer eus gegesiitig unterstütze!»

In diesem Jahr begann die junge Frau ihr Betriebskommunikationsstudium. Von der Musik leben zu können, wäre trotzdem ein Traum. «Aber ich brauche unterschiedliche Herausforderungen. Es soll nicht nur Musik sein. Aber gerne mehr Musik.»

Nebst der Musik tanzt Gabriela leidenschaftlich und war bereits mehrere Jahre bei einem Jugendmagazin als aktive Redakteurin mit dabei. Seit einigen Monaten ist sie auch aktives Mitglied von tize.ch. Ganz ruhig wird es um den Namen Gabriela so schnell nicht – beziehungsweise um den Namen «Cachita». «Ich werde meinen Namen ändern. Aus dem bisherigen Gabriela wird Cachita, der eine Verniedlichung von meinem Zweitnamen ist. Zu dem Wandel, den ich in den letzten Monaten durchgemacht habe, passt auch ein Namenswechsel. Etwas Spanischer. Etwas Frecher.»

Hast du irgendwelche Tipps für die diesjährigen Band-it Teilnehmer*innen?

«Macht euch keinen Druck. Geniesst den Moment auf der Bühne. Nicht zu viel Nachdenken. Ihr habt nichts zu verlieren, nur zu gewinnen. Hört euch das Feedback der Jury an und wenn es für euch stimmt, dann setzt es um.»

Eine letzte Frage: Was bedeutet für dich Musik?

«Musik ist alles für mich. Musik passt zu jeder Situation. Stell dir einen Film ohne Musik vor. Der hätte bestimmt nicht die gleiche Wirkung. Musik ist ein Begleiter. Musik ist alles.»

Tize wünscht Gabriela bzw. Cachita weiterhin alles Gute für ihre musikalische Laufbahn und freut sich, sie ebenfalls zu einem Teil der Tize-Crew zählen zu dürfen.


Das Band-it ist ein Musikwettbewerb für junge Talente und bietet den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, professionelle Auftrittserfahrung zu sammeln, ehrliches Feedback zu erhalten, neue Kontakte zu knüpfen und unter tosendem Applaus der Fans im grellen Rampenlicht die Bühne zu rocken. Musikstil, eigener Song oder Cover spielt dabei keine Rolle – Hauptsache du geniesst die Zeit auf der Bühne und bist motiviert, diese einmalige Chance zu nutzen.  Mehr über die diesjährige Austragung findest du hier oder direkt unter band-it.ch

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