Wir alle kennen die Zahnbürste mit ihren Borsten und die Zahnpasta, die darauf geschmiert wird, und die Wichtigkeit des Zähneputzens. Doch wie sah das damals aus? Tize Redaktorin, Larissa, geht in diesem Artikel dem Zähneputzen auf die Spur und in der Geschichte ein paar tausend Jahre zurück.

Die Zahnbürste und ihre Jahrtausend alte Geschichte

Holzschnitt aus 1695: Frauen putzen sich die Zähne und frisieren ihr Haar. Wellcome Collection gallery

Bereits im 4. Jahrhundert v.Chr. findet man Aufzeichnungen über das Zähneputzen. Im alten Ägypten wurde auf Ästen des Arakbaums herumgekaut. Der ausgefranste Ast war wie eine Bürste und das Holz enthält Fluoride. Fluoride kommen auch im Zahn selbst vor und sind ein wichtiger Schutz gegen Karies. Auch eine Zahnpasta soll laut einem gefundenen Rezept bereits hergestellt worden sein. Später haben die Römer ein Pulver aus Knochen, Horn und Muschelschalen zu einem verbrannten Pulver verbrannt, das Rückstände an den Zähnen abschliff. Im alten China soll nach alten Überlieferungen, die erste richtige Zahnbürste mit Schweineborsten hergestellt worden sein. Im Mittelalter hat neben anderen Dingen auch die Mundhygiene gelitten.

„Willst du die Zähne weiss machen, so nimm die Wurzel des Linsenkrauts und schabe die Rinde ab und reibe die Zähne fest damit, so werden sie weiss …“

Eine weitere Variante der Zahnpasta findet sich bei den Briten, die eine Mischung aus Honig, Salz und Roggenmehl verwendeten. Auch änderten die Briten das Schönheitsideal von weissen zu schwarzen Zähnen. Der Trend setzte Queen Elisabeth I. mit ihren verfaulten Zähnen. In Japan ist der Trend bis in 20. Jahrhundert unter dem Begriff „Ohaguro“ umgesetzt worden.

Kranke Zähne sind schlecht. Zu drastischen Mitteln griffen Zahnärzte beim französischen König Louis XIV, welcher einen Teil seines Gaumens beim Zähne ziehen verlor. Die Karies-rate war weiterhin hoch, den die Entdeckung der zahnschmelzstärkenden Wirkung von Fluorid wurde erst viel später gemacht.

Im 19. Jahrhundert wurde anstatt von Pulver eine Seife verwendet. Der Mund war dann voller Seife. Pfefferminze, Zucker oder Honig hatten gegen den Geschmack geholfen.

Ein Bild aus dem Jahr 1919

Wieder die Briten erfanden im 19. Jahrhundert die ähnlichste Paste, die wir heute werden. Durch die Verwendung von Glycerin war es dem Erfinder Dr. Washington Sheffield möglich, das bis anhin verwendete Pulver zu einer Paste zu verarbeiten.

Obwohl bereits im 19. Jahrhundert Zahnpasta im Glas verkauft wurden, verwendeten die meisten ihre selber hergestellte Zahnpasta. Der 2. Weltkrieg führte wieder zu einer schlechteren Mundhygiene, daher wurde in der Schweiz einer der bekannteren Zahnpasta geboren (Candida). Die bekannte Elemex Zahnpasta kam erst 1963:

Als erste Aminfluoridzahnpasta der Schweiz beendete sie eine Zeit von zahnärztlicher Gesellschaftskritik, die in den Nachkriegsjahren um die Volkskrankheit Karies entbrannt war.

Auch die Zahnbürste sollte ein Update erhalten. Die Erfindung dieser ging vergleichsweise sehr schnell. Die verschiedensten Tierhaare wurden für die Borsten verwendet, bis 1950 Nylon erfunden und eingesetzt wurde. Ein paar Jahre später waren dann auch bereits elektrische Zahnbürsten erhältlich.

Heute

Gibt es noch immer elektrische Zahnbürsten, Zahnpasta und der Trend liegt wieder bei gesunden weissen Zähnen. Geforscht an immer besseren Zahnpasten und Bürsten wird aber weiterhin. So gibt es Pasten, die sich gegen Karies, andere wiederum gegen Zahnfleischentzündungen richten.

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