„Du lebst nur einmal.“

Diesen Spruch bekommen wir immer wieder in den verschiedensten Situationen zu hören. Doch entspricht das überhaupt der Wahrheit? Und was passiert, wenn wir eben nicht mehr am Leben sind? Werden unsere Seelen weiterleben?

All diese Fragen und noch viele mehr stellen sich Menschen schon seit Beginn unseres Zeitalters. In all den Jahrhunderten haben uns Menschen die verschiedensten Dinge beschäftigt.
Aber diese Ungewissheit, diese Frage, auf die wir nie eine Antwort erhalten werden, ist universell.

Unabhängig von Zeitalter, der Religion, dem Alter und Status; Wir alle haben eine Gemeinsamkeit. Wir sind dem Tod geweiht. So interessieren wir uns auch alle dafür, was danach kommen wird.

Um dieser Ungewissheit zu entkommen und sich die Angst zu nehmen, sind Menschen über die Zeit mit den verschiedensten Erklärungsversuchen und Theorien aufgekommen. Diese Ideen sind Grundsteine des Glaubens und der Religionen, wie wir sie heute kennen.

Während Atheisten davon ausgehen, dass sie nach ihrem Tod einfach aufhören zu existieren, haben Anhänger verschiedener Religionen genauere Vorstellungen des Jenseits.

Das Christentum

Im Christentum wird klar zwischen Diesseits und Jenseits unterschieden. Seine Lebzeiten verbringt man im Diesseits, bevor man stirbt und so ins Jenseits gelangt. Himmel und Hölle spielen dabei eine zentrale Rolle.

Nachdem ein Mensch stirbt, wird entschieden, ob er ein „gutes“, beziehungsweise „schlechtes“ Leben geführt hat. Hat eine Person ein rechtschaffenes Leben gelebt und Gott angemessen gehuldigt, steht ihr die Ehre zu, fortan im Himmel, im wahrsten Sinne des Wortes, ihre Seele baumeln zu lassen. Hat die Person während ihres Lebens gesündigt, so droht ihr die Hölle.

Das jüngste Gericht entscheidet im katholischen Glauben, ob der Seele eine Läuterung im Fegefeuer möglich ist. In diesem Punkt unterscheidet sich der Glauben der Protestanten von dem der Katholiken. Ihrer Auffassung nach entscheidet allein Glaube oder Nicht-Glaube während Lebzeiten über Himmel oder Hölle.

Zwischen gut und böse wird klar unterschieden. Dabei erklärt die Bibel deutlich, was nun als gut oder schlecht angesehen wird. Es gibt 10 Gebote, die eingehalten werden müssen und 7 Todsünden, die bei Ausführung mit der Hölle bestraft werden.

Heutzutage wird das allerdings nicht mehr ganz so eng gesehen. Das wichtigste Gebot, das es einzuhalten gilt, ist:

Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst

Das Judentum

Die jüdische Gemeinde wertet das Leben selbst wichtiger als das, was nach dem Tod kommt. Deshalb sprechen sie weniger über das Jenseits als andere Religionen. Auch die Vorstellungen, was danach passiert, gehen von Person zu Person weit auseinander.

Nach dem Tod wird jeder Mensch gleich behandelt. Nach jüdischer Überzeugung steigt jede Seele gleichermassen zu Gott und wird dort ewig fortbestehen.

Während sie steigt, wird die Seele von Sünden und anderen negativen Überbleibsel des Lebens befreit. Während dieser Zeit beten Freunde und Verwandte nach dem Tod elf Monate lang täglich für einen Verstorbenen das Kaddisch ab, um seine Seele zu reinigen. Das Kaddisch ist eines der wichtigsten Gebeten im Judentum und wird auch an jedem folgenden Jahrestag abgebetet.

Der Islam

Muslime sehen den Tod nicht als eine Katastrophe. Sie erkennen ihn als unausweichlich an. Die Frage ist bloss, ob es früher oder später geschieht. Über die Dauer eines Lebens entscheidet Allah allein. Ist seiner Meinung nach das Ende eines Menschen gekommen, ruft er dessen Seele zu sich. Deshalb wird der Tod auch „Abberufung“ genannt.

Im islamischen Glauben ist der Körper während Lebzeiten zwar unerlässlich, trotz allem aber sterblich. Die Seele hingegen wird als unsterblich angesehen und nach dem Tod vom Körper getrennt.
Hier kommt der Todesengel Izrail ins Spiel. Zur Stunde der Abberufung beauftragt Allah Izrail, der die Trennung von Körper und Seele zu exekutieren hat.

Auch für das Darauffolgende haben Muslime eine sehr genaue Vorstellung.
Nach Abberufung kommt die Seele vor ein vorläufiges Gericht. Nach islamischem Glauben haftet jeder vollkommen für das, was er getan hat. So wird, im Gegensatz zum jüdischen Glauben, die Seele nicht einfach bereinigt, sondern entweder fürs Paradies auserkoren oder für die ewige Verdammnis bestimmt.

Danach kommen die Glücklichen unter den Seelen allerdings nicht direkt ins Paradies. Vielmehr folgt ein langwieriger und komplizierter Prozess, während dem die Seelen ihren Glauben beweisen müssen.
Dieser ist so komplex, dass ich ihn hier nicht gross erläutern werde. Wer trotzdem mehr wissen will, kann sich gerne weiter darüber informieren, denn es ist durchaus spannend.

Die letzte Entscheidung jedenfalls liegt bei Allah allein, der auch Fehler verzeihen kann, bereut die Seele diesen. So vertrauen Muslime auf die Barmherzigkeit und absolute Gerechtigkeit Allahs.

Der Hinduismus

Ha, das war wohl das Karma!

Bestimmt habt ihr alle schon einmal so einen ähnlichen Spruch gehört. Doch was hat es mit dem Karma auf sich?

Hindus glauben an den ewigen Kreislauf des Lebens. Wenn sie sterben, werden sie nach kurz oder lang in einem neuen Körper wiedergeboren. Dabei kann es sich um ein Mensch, Tier, Pflanze, Einzeller oder jedes beliebige weitere lebende Objekt handeln. Was für eine Art Körper dies sein wird, hängt allein von ihrem Karma ab.

Das Karma ist das Prinzip, dass man selbst zurückbekommt, was man anderen antut, beziehungsweise, wie man sich anderen gegenüber verhält. Ist man gütig und hilfsbereit, gläubig und rechtschaffen, ohne zu sünden, so hat man gute Chancen auf ein schönes nächstes Leben.
Dieses Prinzip zwingt Hindus dazu, sich ununterbrochen gut zu verhalten. Die Vorstellung auf ein unschönes nächstes Leben soll von schlechten Taten abschrecken.

Die erstrebenswerteste Form der Wiedergeburt ist die des Menschen. Denn nur auf diesem Weg kann es einem gelingen, dem Kreislauf der Wiedergeburten zu entkommen und die Seele zu befreien.
Diese Befreiung wird Moksha genannt und ist das Ziel des Lebens.

Der Buddhismus

In der Ansicht, was nach dem Leben kommt, ähnelt der Buddhismus dem Hinduismus stark.

Auch die Buddhisten glauben an die Wiedergeburt in einen neuen Körper, der erfreulicher oder weniger erfreulich sein kann; je nach dem, wie sich eine Person im vorherigen Leben verhalten hat. Diesen Kreislauf nennen die Buddhisten „Samsara“ und ist für sie eine recht unschöne Gegebenheit.
Sie empfinden die Wiedergeburt als eine Bürde, als etwas Schlimmes, dass möglichst vermieden werden soll.

Aus diesem Grund hofft jeder Buddhist auf die Befreiung der Seele ins Nirwana. Das Nirwana ist dabei kein Ort, wie der Himmel, sondern ein Zustand der völligen Ruhe und Friedens.

Anmerkung

Wichtig zu wissen ist, dass es sich hierbei nur um die fünf grossen Weltreligionen handelt. Es gibt viele Abzweigungen und Unterteilungen dieser, die wiederum an etwas anderes glauben.

Ich möchte mit diesem Artikel also nichts verallgemeinern, sondern nur eine grobe Übersicht schaffen. Falls jemand Angehöriger einer Religion ist und sich nicht mit den obenstehenden Informationen identifizieren kann, soll er gerne einen Kommentar hinterlassen. Das wäre für die anderen Leser und auch mich sehr interessant.

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