Das Baltikum im Norden Europas und Randgebiet des russischen Reiches, umfasst die Länder Lettland, Littauen und Estland. Gemeinsam bilden sie das Gebiet „Baltikum“, neben Ländern wie Russland, Weissrussland und Polen. Betitelt als Roadtrip Paradies und einem Traumziel für jegliche Naturliebhaber.

Die harten Fakten

Der Name wurde erstmals am Ende des Ersten Weltkrieges erwähnt. Die Selbstbezeichnung Balten,  wurde von den Deutsch-Balten erfunden, aus welchen in den baltischen Gouvernements des Russischen Reiches die Führungsschicht bestand. Auch heute verwenden die drei Länder die Bezeichnung noch als gemeinsamen Oberbegriff.

1944 bis 1990 waren die drei baltischen Staaten ein Teil der Sowjetunion. Sie wurden in dieser Zeit meist unfreiwillig ins sowjetische System gezwungen. Aus diesem Grunde bildeten am 23. August 2 Millionen Menschen den sogenannten „Baltischen Weg.“ Die Menschenkette war rund 600 Kilometer lang und verlief durch die drei Hauptstädte: von Tallinn, nach Riga, über Vilnius.

Riga, die Hauptstadt Lettlands.

In Estland und Lettland sind 25% der Bevölkerung russischer Herkunft, weshalb diese die grösste Minderheit darstellen, dicht gefolgt von Weissrussen und Ukrainern. In Lettland ist die polnische Minderheit mit 6% etwas grösser als die russische.

Die baltische Sprache umfasst nur Litauisch und Lettisch. Estnisch hingegen ist näher am bekannten Finnisch und ist daher eine Untergruppe der finno-ugrischen Sprachen. So kann es gut sein, dass ein Danke in Estland („tänan“), in Littauen („aciu“) und Lettland („paldies“) nicht sofort verstanden wird. Englisch ist in allen baltischen Staaten jedoch weit verbreitet und ähnlich gut gesprochen wie die in anderen nordischen Ländern. Die ältere Generation verständigt sich gelegentlich sogar auf Deutsch.

Tourismus im Baltikum: ein (noch) unberührtes Fleckchen Erde

Die Geschichte des nordischen Tourismus könnte vielleicht gleich verlaufen wie in Island. Anfangs spricht niemand davon. Dann ist es im Trend und eine ganze Heerschar an Influencern, Backpacker, Blogger und Fotosüchtigen reisst das ruhige und naturgepflegte Land an sich.

Natürlich gibt es genug Gründe die baltischen Länder zumindest einmal im Leben zu besuchen:

Die Hauptstädte sind alle drei UNESCO-Weltkulturerbe und verzaubern mit ihrem persönlichen Charme. Die farbigen Häuser, die alten Gassen, die gotischen Kirchen und die dicken Stadtmauern sind bloss ein Teil der historischen Kulturstädte. Alle drei Länder sind noch immer gezeichnet von der Barock oder Gotik Zeit.

Wald in Estland

Besonders ansprechend sind Roadtrips durch die drei Länder. Angefangen in der nördlichsten Stadt Tallinn hat man die Möglichkeit der Küste entlang (mit einem gelegentlichen Abstecher über die Nordsee nach Finnland), Richtung Süden zu crousen. Obwohl es Verbindungstechnisch sehr gut aussieht, empfiehlt es sich mit einem gemieteten Auto loszufahren, da die Strecken meist sehr lange dauern und man so um einiges flexibler vorankommt. Ausserdem entdeckt man dadurch unbekannte Orte in Wäldern und an einem der duzenden Seen.

Reiseinfos für die baltischen Staaten

Das baltische Essen ist sehr rustikal und russisch angehaucht. Während in Estland Fisch dominiert, gibt es in Lettland traditionsweise Dunkelbrot und in Littauen Zeppelinai. Ein Reisepass oder die ID reicht für einen Roadtrip aus. Mit der Währung könnte es kompliziert werden. In Estland zahlt man mit estnischen Kronen in Littauen mit Litas und in Lettland mit Lats, also bitte Kleingeld separat aufbewahren. Teuer sind die Länder ausserdem ebenfalls nicht. Nicht nur deshalb sind die baltischen Staaten für die Digital Natives ein Paradies: Als einzige Region hat man fast überall Zugriff auf Gratis Wlan.

Die Landschaft ist eigentlich nichts besonderes im Baltikum, der höchste Berg erreicht gerade mal 300 m.ü.M. Trotzdem ist es eine malerische Umgebung, gezeichnet durch tiefe Wälder, grüne Hügel und unzählige glasklare Seen. Wildcampen ist vielerorts ebenfalls kein Problem. Wer also vor dem grossen Touristensturm ins Baltikum will, sollte die Chance nicht verpassen, um die bekannten Plätze vielleicht sogar ohne Menschenmassen zu erleben.

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