Jede Seite, jedes Wort und jede Silbe ist es wert, gelesen zu werden. Dieser Meinung sind auch Deborah und Janine. Sie stellen dir immer am ersten Dienstag des Monats neuen Lesestoff vor – Suchtpotential garantiert.

Der kleine Teeladen in Tokio – Julie Caplin

Bild: Rowohlt Verlag

Das Buch verzaubert von Anfang an – deswegen wird man wohl kaum das Buch weglegen können. Es geht um eine angehende Fotografin namens Fiona, die für ein kurzes Stipendium nach Tokio fliegt. Dort darf sie, mit Hilfe eines berühmten Professors, eine Ausstellung vorbereiten. Doch widererwarten taucht ein anderer Tutor auf – ein Mann, von dem sie sich einst peinlichst blamiert hatte. Die Frage ist nun, ob Fiona es schafft, die Ausstellung zu erstellen.

Die Geschichte wird hauptsächlich von der Perspektive der Hauptfigur erzählt, enthält aber auch “Seitensprünge” in andere Perspektiven. Die detailreiche und sorgfältig ausgearbeitete Geschichte führt den Lesenden nach Japan, als wäre man gerade wirklich da. Die mitgelieferte Karte im Umschlag des Buches zeigt die Orte, an welchen das Buch spielt.

Julie Caplin doppelt nach, nämlich mit dem fünften Band der Reihe. Die Bücher lassen sich unabhängig voneinander lesen, haben aber immer einen kleinen Zusammenhang. Die Bücher sind verständlich und gleichzeitig fesselnd geschrieben. – Janine

Cheese- Zuzu

Bild: Edition Moderne

Klappentext: Zwischen existenziellen Fragen und praktischen Entscheidungen rennen drei Freund*innen einem Käse nach und wollen das Leben spüren.

ZUZU (Die Protagonistin heisst gleich wie die Autorin) verbringt viel Zeit mit ihren Freunden Dario und Riccardo. Ein Sommer mit Bier, Zigaretten und Gespräche über existenzielle Fragen und Entscheidungen. Jeder auf seine Weise, suchen ZUZU und seine Freunde den Mut, Risiken einzugehen, sich zu engagieren und zu versuchen, ihre Träume zu verwirklichen.

„Cheese“ ist der erste Graphic Novel von ZUZU. Ihr Zeichnungsstil und das Spiel zwischen Bild und Wort ist aussergewöhnlich. ZUZU hat die Figuren bewusst „verunstaltet“. Denn mit ihrem Neuling spricht sie wichtige Themen an: Eine autobiographische Geschichte über Freundschaft, Krankheit und die Suche nach sich selbst. Ein absolutes Lese-Muss, für alle Buchliebhaberinnen und Buchliebhaber, die auch über den Tellerrand blicken möchten. – Deborah

Der Vorleser – Bernhard Schlink

Bild: Diogenes Verlag

Der 15-jährige Michael lernt durch Zufall im Nachkriegsdeutschland Hanna kennen. Trotz grossem Altersunterschied wird sie seine erste Leidenschaft. Doch die Intimität bleibt Hanna geheimnisumwoben. Jedes Mal, wenn er sie besucht, muss er ihr vorlesen bevor sie miteinander schlafen und auch sonst erfährt er kaum etwas aus ihrem Leben.
Vom einen Tag auf den anderen verschwindet sie spurlos. Erst Jahre später begegnet Michael ihr wieder. Doch welches Geheimnis trug sie jahrelang mich sich mit?

“Der Vorleser” ist grossartig geschrieben. Die verständliche Sprache lässt dich schnell in die Handlung eintauchen. Trotz der Einfachheit regt das Buch zum Nachdenken an. Eine Frage, die mich verfolgte, nachdem ich das Buch gelesen habe: Wie viel ist mein Stolz wert?

Erschienen ist das Buch bereits 1995. Doch nach wie vor lesenswert! – Deborah

Die kleine Bücherei in der Church Lane – Rachael Lucas

Bild: Insel Taschenbuch / Suhrkamp

Das Buch handelt von einer jungen, ziemlich gestressten Lehrerin namens Lucy. Sie entscheidet sich für eine sechsmonatige Auszeit und zieht von Brighton in ein kleines Cottage in Little Maudley. Dort kümmert sie sich, zumindest versucht sie es, um die 96-jährige Nachbarin Bunty. Für die geschichtsinteressierte Lucy ist der naheliegende Bletchley Park perfekt für ihre Recherchen.
Doch eigentlich möchte sie sich nur ausruhen, mit ihrem Hund spazieren und nichts tun. Doch wer das Dorfleben kennt, weiss, wie schnell es geht, dass man im Dorf integriert wird.

Das Buch ist fesselnd geschrieben, dass man sich, leider vergebens, eine Fortsetzung wünscht. Durch die interessanten, historischen Details rund um den zweiten Weltkrieg erfährt man nebenbei alles über den Bletchley Park und dessen Rolle in der Geschichte der englischen Kriegsführung. – Janine

Hard Land – Benedict Wells

Bild: Diogenes verlag

Die Buchhändlerinnen und Buchhändler der Deutschschweiz lieben „Hard Land“ und kürten es zum „Lieblingsbuch“ des Deutschschweizer Buchhandels!

Der fünfzehnjährige Sam will einfach nur raus und weg von den Problemen zu Hause. Seine Rettung: Ein Ferienjob in einem alten Kino. Er findet Freunde, verliebt sich und ist zum ersten Mal kein Außenseiter mehr.

Der Roman führt zurück in die 80er Jahre. Jede Seite hat gefesselt. Benedict Wells weiss, wie er Emotionen rüberbringt. Er lässt seine Leserschaft lachen, weinen und mitfühlen.Das Buch ist mehr als nur ein “Teenie-Buch” Im Gegenteil. Es steckt voller Tiefe und ist wärmstens zu empfehlen. – Deborah

Bildquellen

  • der-kleine-teeladen-in-tokio: Rowohlt Verlag
  • zuzucheesecover-800×1067: Edition Moderne
  • Pressebildder-vorleserDiogenes-Verlag300dpi: Diogenes Verlag
  • die-kleine-bücherei-in-der-church-lane9783458681380cover: Insel Taschenbuch / Suhrkamp
  • Pressebildhard-landDiogenes-Verlag300dpi: Diogenes verlag
Geschrieben von:

Die Erde ist noch rund, aber die Geschichten sind viereckig geworden.

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