Bereits vor über 45 Jahren gab es Capsule Hotels – ein Trend, für den wieder einmal die Japaner gesorgt haben. Seit dem ersten Hotel hat sich die alternative Unterkunft weit verbreitet.
Definition
«Capsule» heisst übersetzt «Kapsel» was so viel wie kleiner, runder oder ovaler Behälter bedeutet. Es ist also ein Beherbergungsbetrieb, der kompakte, geschlossene und private Schlafkapseln statt herkömmlicher Hotelzimmer bereitstellt.
Die Geschichte
Am 1. Februar 1979 wurde die erste Capsule Unterkunft Stadtteil Umeda in Osaka eröffnet. Die Kapsel war ursprünglich ein Projekt als Folge der Weltausstellung in Osaka und war Teil der Suche nach kostengünstigen und funktionalen Unterbringungsmöglichkeiten.
Die Grundidee war es immer schon einen kostengünstigen privaten Schlafplatz zu ermöglichen. Die Kapseln waren hauptsächlich für Geschäftsleute vorgesehen, die nur einen einfachen Schlafplatz gesucht haben. Seit dem ersten Kapselhotel ist das Angebot immer beliebter geworden und hat sich über die Grenzen Japans verbreitet. In Deutschland wurde das erste Capsule Hotel 2019 eröffnet.
Bild: Magazin SchindlerDas Angebot
Ursprünglich kam die beliebte Unterkunft, welche auch als Wabehotel oder Schliessfachotel bekannt ist, fast ausschliesslich in Japan vor. Mittlerweile gibt es Capsule Hotels in etlichen Ländern und in verschiedenen Ausführungen (Doppel- und Einzelkabine) und Formen (als Kapsel oder auch als kleine Räume).
Bild: Japan ExperienceMeine Erfahrungen in Berlin
Da ich mit dem Zug eine kleine Rundreise durch verschiedene Orten gemacht habe, wollte ich preisgünstige Unterkünfte für die jeweils zwei Nächte. Ursprünglich wollte ich das Capsule Hotel in Luzern testen, aber weil ich dort nie übernachten musste, habe ich mich für Berlin entschieden.
Gebucht habe ich das Capsule Hotel ganz einfach über Booking.com. Es gab Kapseln für eine oder für zwei Personen zur Auswahl. Ich habe aber auch gesehen, dass es zum Beispiel in Kopenhagen ein Capsule Hotel gibt, das etwas grössere Boxen hat. Hierbei handelt es sich um kleine Zimmer, entweder in der oberen oder unteren Etage.
Als ich in Berlin angekommen bin habe ich zuerst meine Unterkunft gesucht. Angekommen bei der Adresse stand ich vor einer Art Kaufhaus mit einer etwas schäbigen Eingangshalle. Die Rolltreppe war defekt und dementsprechend auch nicht mehr sonderlich sauber – der Lift hat aber noch funktioniert. Sobald ich vor der Eingangstüre stand, war zu erkennen, dass ich am richtigen Ort war. Denn vor dem Gebäude wies nur ein kleiner Sticker darauf hin. Hindurch durch die Schiebetüre und ich stand in einem neuen Raum, der gar nicht an die schäbige Eingangshalle erinnert. Im Inneren wurde ich sogleich am Tresen empfangen und zu meiner Schlafkapsel geführt. Der Raum mit den vielen Kapseln hat an einen Weltallfilm erinnert. Der Raum war mit vielen blauen LED’s geschmückt und es hatte Astronauten-Deko.

Zu jeder Kapsel gab es ebenfalls ein Schliessfach für das Gepäck. Da ich aber nur einen kleinen Koffer hatte und nicht immer zum Schliessfach wollte, habe ich mein Gepäck in meiner Kapsel zu meinen Füssen gelegt. So hatte ich gerade noch genug Platz, die Füsse an der Seite auszustrecken – für zwei Nächte hat das aber alleweil gereicht. Die Waschräume waren in einige kleine Badezimmer mit Dusche und WC unterteilt, was für Privatsphäre gesorgt hat. Dabei war alles wirklich sauber.

Die Kapsel war mit einem kleinen Klapptisch, Licht, einer Lüftung und Ladeanschlüssen ausgestattet. Geöffnet wurde der Schlafplatz mit einer Keycard. Am Abend habe ich gerne die Türen noch etwas offen gelassen, damit frische Luft in die Kapsel kommt. Denn die Klimaanlage war für die Nacht zu laut – die Nachbarn hat man meiner Meinung nach aber überhaupt nicht gehört. Durch die offenen Türen ist man auch noch mit anderen Personen ins Gespräch gekommen. Es hat mich dabei erstaunt, dass es Personen allen Alters in den Kapseln hatte.
Zum Schluss würde ich sagen, dass ich definitiv wieder in ein Capsule Hotel gehen würde. Es ist allerdings nicht für jeden etwas, denn viel Platz hat man dort wirklich nicht.
Quellen:
https://magazin.schindler.de/reisen/kapselhotels#:~:text=Ursprung%20Japan:%20Kapselhotels%20als%20g%C3%BCnstige,Backpacker%2C%20Digital%20Nomads%20und%20St%C3%A4dtereisende.
https://www.japan-experience.com/de/japanreise-planen/japanwissen/reisen-in-japan/kapselten-hotels-in-japan#:~:text=Die%20erste%20Einrichtung%20dieser%20Art,minimalistischen%20und%20funktionalen%20Unterkunftskonzept%20belegt.
Bildquellen
- Capsule Hotel: Magazin Schindler
- Capsule Hotel Bau: Japan Experience