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Olivia Glatz

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Part 1 meiner Interrail-Reise durch Italien

Im Juli schlug ich zu. Und es floss. Zwar kein Blut aber Geld. Zum Glück nicht so viel wie es sonst gekostet hätte. Im Juli hatte Interrail eine Kampagne mit -20% auf alle Tickets. Ob sie erfolgreich war, weiss ich nicht, doch mich konnten sie jedenfalls um den Finger locken. Eine meiner besten Freundinnen und ich hatten sowieso schon eine Unterkunft in Napoli gebucht, wo wir uns treffen würden. Ich dachte also, wieso fliegen, wenn sich die klimafreundlichere Möglichkeit des Zuges anbietet? Nach Neapel sind es von Zürich aus etwas mehr als neun Stunden Fahrt, daher beschloss ich, einen Stopp einzulegen. Meine Wahl fiel auf Firenze, eine Stadt, die ich schon mehrmals besucht habe, deren Charme immer noch gleich verlockend bleibt. 

Ich packte meinen neuen Koffer und am 1. September zog ich ihn sprintend hinter mir her in den Zug, der mich nach Milano bringen würde. Von dort aus fuhr ich nach Bologna, wechselte Zug und dann war ich auch schon da, in der Wiege der Renaissance, wie die Heimatstadt von Leonardo Da Vinci auch genannt wird. Die Zugfahrt erwies sich zu meinem Erstaunen als sehr angenehm: keine Verspätungen, Klimaanlage und saubere Toiletten. Daumen hoch für die SBB und die Frecciarossa.

Ein Abend, viele Herzensmomente 

YellowSquare, hiess das Hostel, das ich mir ausgesucht hatte. Wieso es so heisst, weiss ich bis heute nicht, doch es hatte top Bewertungen und war nur 15 Minuten von der Bahnstation entfernt. Leider waren diese 15 Minuten genug, um meinem schönen, neuen Koffer einer der vier Rollbeinchen zu rauben. (Es lag nicht an den Strassen von Firenze, sondern an der äusserst fragwürdigen Qualität des Koffers.) Verschwitzt und durstig checkte ich in mein Zimmer ein, welches ich mit drei anderen Frauen teilen würde. Eine meiner Mitbewohnerinnen befand sich im Zimmer und begrüsste mich ganz herzlich. Sie war eine Musical-Performerin aus Melbourne, die ihre dreiwöchige Spielpause in Italien verbrachte, um Sonne und Energie zu tanken. Wir verstanden uns auf Anhieb prächtig und verabredeten uns für den Abend. 

Nach dem ganzen Tag in Zug, beschloss ich trotz der Hitze einen einstündigen Spaziergang zur Piazza in Angriff zu nehmen. Ich lief durch das Zentrum zum Duomo, dann über die denkmalgeschützte Brücke Ponte Vecchio auf den Hügel zur Piazza Michelangelo, um den Sonnenuntergang zu sehen. Ich hatte zwar nicht erwartet, dass ich die Einzige bin: Aber wenn ich sage, dass jeder Quadratmeter auf der Treppe der Piazza besetzt war, dann meine ich dies wortwörtlich. Im Abendlicht glitzerte eine Kirche etwas oberhalb der Piazza und nach einigen weiteren Treppen fand ich die Chiesa San Miniato al Monte. Auch dort gibt es eine Piazza mit wunderschönem Ausblick auf die Stadt, jedoch ohne die Touristenhorden, die sich weiter unten bei der Piazza Michelangelo angesiedelt haben. Meine neugewonnene, australische Freundin gesellte sich wenig später zu mir dazu und wir bestaunten zusammen, wie eine grosse Orange namens Sonne hinter den Hügeln verschwand. Es war traumhaft. 

Wir liefen den Hügel hinunter und fanden uns wenig später in einer kleinen Osteria mit einem isländischen Pärchen in ein Gespräch verwickelt. Sie hatten uns ihre noch fast volle Weinflasche angeboten und begannen, von ihrem Roadtrip zu erzählen. Mit drei wildfremden Personen lachte ich an diesem Abend über die Welt und das Leben. Zum Beispiel über wie unglaublich es ist, dass man in Italien Autos im neutralen Gang lässt, damit andere parkierende Gefährte diese herumstossen können, um sich so in den Parkplatz zu zwängen. Der isländische Mann erzählte uns mit lauter und vielleicht etwas lallender Stimme, letzte Woche hätten sie ihr parkiertes Auto nicht auf Anhieb finden können, weil es 15 Meter weiter nach vorne gestossen worden war. Fazit des Abends: In Italien erfüllen Stossstangen ihren Zweck.  

Neapel – das reinste Chaos? 

Am nächsten Morgen ging es für mich weiter nach Neapel. Nach einigen Stunden im Zug, fand ich meine Kollegin winkend am Gleis und wir stiegen in die Metro. Obwohl Napoli wohl als Synonym für „Chaos“ berühmt ist, fanden wir eine gepflegte, organisierte und saubere Stadt vor. Ich war positiv überrascht. 

Unser Appartment lag im lebendigen, stimmungsvollen und sehr zentralen Viertel Quartieri Spagnoli. Dieses Viertel hat seinen Ursprung in der Zeit, als Spanien im 16. Jahrhundert unter die Herrschaft des spanischen Vizekönig Pedro Alvarez de Toledo kam, der eine Stadterweiterung vornahm, um die spanischen Soldaten einquartieren zu können[1]. Obwohl das Quartier lange als Rotlichtviertel mit viel Kriminalität und Korruption bekannt war, ist das Gebiet heute absolut sicher und erstaunlicherweise auch in der Nacht ziemlich ruhig. 

Die nächsten paar Tage verbrachten wir natürlich damit, Neapel zu erkunden. Wir besuchten das eindrückliche Palazzo Reale, die Galleria Umberto, das Kloster Santa Chiara und fanden in fast jeder Ecke unglaublich schöne Kirchen und Kapellen. Ein besonderes Highlight war das sogenannte „Napoli Sotterranea“: eine Führung durch die Hohlräume, die bei den Griechen als Aquädukte gedient haben und später im Zweiten Weltkrieg als Schutzräume genutzt worden sind. 

Foodbaby In Coming

Wir assen napoletanische Spezialitäten für ein Geld, das in der Schweiz nicht mal für eine Flasche Wasser reicht. Vor allem Frittiertes kommt nicht zu kurz: Pizza fritta (frittierte Pizza), Frittatine (frittierte Pastakugel gefüllt mit Hackfleisch und Käse), Zeppole (frittierte Teigbällchen), Babà (frittierter Teig in Rum getränkt) und Cozzetiello (Brot gefüllt mit Tomatensauce und Fleischbällchen). In Napoli ist man kurzum im „Food Heaven“.  Wer einen Verdauungsspaziergang braucht, der schlendert der Via Toledo oder der Meerespromenade „Lungomare“ entlang und betrachtet die verschwommenen Umrisse des Vulkangiganten, des Vesuvs. Wer auf der Suche ist nach einem kulinarisch und kulturell interessanten Abend, geht in die Trattoria da Nennella. In diesem Lokal speist man für 16 Euro einen ersten und zweiten Hauptgang mit Beilage. Das Besondere sind jedoch nicht nur der Preis und das Essen sondern, dass sich das Lokal ganz plötzlich während dem Essen in eine Party verwandelt: „Sarà perché ti amo“ ertönt aus den Boxen, die Kellner tanzen auf dem Tisch, die Gäste werden aufgefordert mitzutanzen, mitzusingen und es spielt keine Rolle, dass man nur die vier Wörter des Refrains kann. Der Vibe ist unglaublich. (Während ich das hier schreibe, verzieht sich mein Mund automatisch zu einem Lächeln.) 

Tagesausflug: Posillipo

Am letzten Tag beschlossen wir uns dafür, aus dem Stadtinnern rauszukommen und fuhren mit dem Bus 30 Minuten lang zum Stadtteil „Posillipo“. Nach weiteren 30 Gehminuten erreichten wir den Eingang zu einem der wenigen öffentlichen Strände, der „Spiaggia della Gaiola“. Da dieser Strand in einer geschützten Zone liegt, braucht man eine Reservierung, die jedoch gratis ist. Wir hatten Glück und konnten uns die letzten Tickets sichern. Der Strand ist atemberaubend und durch die Limitierung der Gäste überhaupt nicht überfüllt. Die farbigen Häuser der Küste, das klare Meer, Blick auf den Vesuv – was will man noch mehr? 

Napoli nel cuore 

Neapel war der zweite Stopp meiner Interrail-Reise. Ob diese Stadt tatsächlich „die schönste Stadt der Welt“ ist, wie der Dichter Stendhal einst meinte[2], ist schwer zu bewerten. Fest steht für mich jedoch, dass hier fast alles stimmt: Das Essen, die Preise, der Humor der Leute, das Meer, die Stimmung, ja, sogar die Metro und die Abfallentsorgung klappen bestens. September war eine gute Zeit, um hierher zu kommen, man könnte jedoch auch noch später, Ende September oder im Oktober, nach Napoli reisen, falls man wie ich wärmeempfindlich ist. Neapel wird seinem Namen als Nabel der Welt mehr als gerecht, sei es dem Nabel der Welt der Kulinarik, der Kultur oder der Kirchen. 

Quellen: 

Quartieri Spagnoli, in: Wikipedia, https://it.wikipedia.org/wiki/Quartieri_Spagnoli, heruntergeladen am: 07.09.24. 

Stendhal e i due volti di Napoli, in: è Campania, https://ecampania.it/event/stendhal-e-due-volti-napoli/, heruntergeladen am: 07.09.2024. 


[1] Quartieri Spagnoli, in: Wikipedia, 07.09.24. 

[2] Stendhal e il due volti di Napoli, in: è Campania, 07.09.2024. 

Im Nebel der Fake-News: Leben wir im Zeitalter der «Post-Truth»?

Eine beliebte These der AkademikerInnen des 21. Jahrhunderts lautet wie folgt: Wir leben heutzutage in der Ära der sogenannten «Post-Truth», also im Zeitalter «nach» der Wahrheit, wo Fake-News, Lügen und Fiktion omnipräsent sind[1]. Beispiele zu finden, die dies untermauern, ist nicht schwer. Sogar im organisierten Heidiland haben Schlagzeilen dafür gesorgt, dass sogar der Schweizer Bundesrat selbst den Eindruck vermittelt, diese These stimme. Es herrschte einige Tage lang eine maximale Verwirrung über den fatalen AHV-Rechnungsfehler. Das Schweizer Volk fragte sich berechtigterweise, wie aus 4 Milliarden nun plötzlich 14 Milliarden Franken geworden sind, die der AHV bis 2033 zur Verfügung stehen.[2] Wenn wir nicht einmal mehr unserem Bundesrat vertrauen können, stellt sich nun die Frage: Leben wir tatsächlich in der «Post-Truth-Ära»? Falls ja, wann war dann die idyllische «Truth-Ära»? Gab es die jemals oder ist das eine nostalgische Utopie?

Die Spezies der Unwahrheit

Ein kurzer Blick zurück in die Geschichte der Menschheit zeigt uns, dass Propaganda und Desinformation nichts Neues ist. Auch hier: Beispiele in Hülle und Fülle. Vor hundert Jahren lebte einer der potentesten Gehirnwäscher der modernen Zeit. Joseph Goebbel, der Reichspropagandaleiter und engster Vertrauter Adolf Hitlers[3]. Manche schreiben Goebbel folgendes Zitat zu: „Eine Lüge, die oft genug erzählt wird, wird irgendwann zur Wahrheit.“[4] Dieses Zitat spiegelt eine der Haupttaktiken der nationalsozialistischen Propaganda wider. Unter der Leitung von Goebbel präsentierten die Nationalsozialisten dem Volk ihre antisemitischen und rassistischen Ideen, wiederholten diese immer wieder, soweit, bis diese Weltanschauungen zur Haltung und Meinung der Mehrheit des deutschen Volks wurden. Die Folgen dieser Taktik lassen sich auch heute noch kaum in Worte fassen.  

Spulen wir noch einige Kapitel weiter nach vorne in der Geschichte des Homo Sapiens. Hier finden wir ein weiteres nennenswertes Beispiel: die Bibel. Es gibt keine einzigen wissenschaftlichen Beweise, dass Adam und Eva tatsächlich die ersten Menschen auf der Erde waren[5] oder dass Menschen, die sich «sündhaft» verhalten, in die Hölle kommen. Gleichwohl glaubten Millionen von Christen für Hunderte von Jahren jedes einzelne Wort der Bibel, ohne auch nur mit dem Gedanken zu spielen, diese zu hinterfragen. Dies gilt nicht nur für das Christentum – auch andere Religionen sahen und sehen immer noch in ihren heiligen Schriften nichts als die pure, unverfälschte Wahrheit.

Man kann die Menschheit für dies nicht verurteilen – im Gegenteil. Der Best-Seller-Autor und Historiker Yuval Noah Harari schreibt in seinem Buch «21 Lessons for the 21st Century», wir haben die Welt als Spezies erobern können, weil wir fiktionale Geschichten erfinden, diese verbreiten und somit Menschen überzeugen können, diese Unwahrheiten zu glauben. Wir sind die einzige Spezies, die mit einer Vielzahl von Fremden kooperieren kann, weil wir Fiktionen verbreiten. Solange alle von denselben Geschichten überzeugt sind, nach denselben Regeln spielen und an der Wahrhaftigkeit dieser glauben, können wir gemeinsam als Gruppe arbeiten. Dies wiederum gibt uns die Macht, als Gruppen zu denken, was uns als Spezies besonders erfolgreich macht. [6]

Aufgeputschte Fake-News-Kanonen

Wir können also tatsächlich nicht wie bei so vielen anderen Problemen der heutigen Zeit Social Media oder fragewürdigen Politikern wie Putin oder Trump die ganze Schuld in die Schuhe schieben, dass wir uns von Fake-News überflutet fühlen. Was unsere Newsfeeds und die Politik von heute tun, taten andere schon vor vielen Tausenden von Jahren. Dies bedeutet aber nicht, dass diese Medien und Akteure verharmlost werden dürfen. Sie stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Demokratie, die freie Gesellschaft und die Menschheit als Ganzes dar.

Das zentrale Problem der heutigen Zeit ist die neue Dimension an Schnelligkeit, Reichweite und Effektivität, mit der Social Media und die Politik sich an der altbewährten Taktik «Eine Lüge, die oft genug erzählt wird, wird irgendwann zur Wahrheit» bedienen. Videos und Posts mit Unwahrheiten können sich innert wenigen Sekunden wie ein digitales Lauffeuer bis in die verschollensten Ecken der Welt verbreiten. Sie wissen ausserdem genau, wie sie den Programmierungscode des menschlichen Gehirns hacken und auf die relevanten Knöpfe drücken können, mit denen sie Menschen manipulieren und beeinflussen können, Unwahrheiten zu glauben. Nämlich indem sie unsere genetischen Veranlagungen ausnützen.

Glückwunsch, Ihr Gehirn wurde soeben gehackt!

Forschungen und Studien der letzten Jahre haben gezeigt, dass die meisten menschlichen Entscheidungen auf emotionale Reaktionen und heuristische, also intuitive Denkreflexe zurückzuführen sind.[7] Der Psycholog und Erfolgsautor Daniel Kahneman erklärt dieses menschliche Verhalten unter Anderem in seinem Buch «Thinking, Fast and Slow.». Die Hauptthese des Buches unterscheidet zwischen zwei Denkweisen des menschlichen Gehirns: «System 1» ist schnell, instinktiv und emotional; «System 2» ist langsamer, überlegter, logischer und vor allem rationaler.[8] Ein Beispiel, das im Buch die Funktionsweise dieser beiden Systeme demonstriert, ist das Folgende: «Ein Ball und ein Schläger kosten zusammen 1.10 Dollar. Der Schläger kostet 1 Dollar mehr als der Ball. Wieviel kostet der Ball?»

Lasst mich raten, dass die intuitive Antwort 10 Cent lautet. Wenn dies stimmen würde, wäre der Totalbetrag von Schläger und Ball jedoch 1.20 Dollar. Die richtige Antwort lautet 5 Cent. (Falls du ebenfalls 10 Cent als Antwort im Kopf hatten, keine Sorge: mehr als 50 % der Studenten an Topuniversitäten wie Harvard, MIT und Princeton gaben ebenfalls die intuitive, falsche Antwort. Bei anderen Universitäten waren es sogar 80%.).[9]

System 1 gibt uns diese Antwort aus Intuition. Erst wenn wir überlegen und reflektieren – wenn wir dies denn überhaupt tun – gibt das rationales System 2 die richtige Antwort. Wir müssen feststellen, dass unser Gehirn Informationen, Fragen und Probleme oft erst beim zweiten Blick richtig überdenkt. Wenn wir diese Tatsache nun auf die Thematik des Desinformationsnebels der digitalen Welt übertragen, kommen wir zu einem springenden Punkt: Wir hinterfragen unsere Informationsquellen und dessen Wahrheitsgehalt zu wenig. Wir vertrauen unserem Instinkt, unserem Impuls und unserem Reflex zu sehr – dies ist von AkteurInnen auf Social Media und auch von politischen Figuren durchaus gewollt. Wir glauben, uns wird die Wahrheit präsentiert, während unser Gehirn und dessen emotionales, reflexives, naives System 2 eigentlich gerade gehackt wurde.

Mission «Truth»

Obwohl Homo Sapiens auf Latein «der weise, einsichtige Mensch» heisst[10], trifft dies demzufolge leider nicht ganz so oft auf uns als einzelnes Individuum zu, wie wir es glauben. Der Homo Sapiens ist die Spezies der Unwahrheit. Die vermeintliche Individualität und Rationalität der Menschen, die im modernen Zeitalter so gross – zu gross – geschrieben werden, entpuppen sich als Illusionen. Doch tatsächlich sind unser Denken und unsere Funktionsweise weder individuell noch rational. An die Wörter “Wissen” und “Wahrheiten” muss oftmals die Vorsilbe «Un» angehängt werden. Viele Menschen sind sich ihres Unwissens nicht einmal bewusst, weil sie sich in einer Blase gleichgesinnter Freunde und Partner sowie selbstbestätigender Nachrichtenfeeds einschließen, in denen ihre Überzeugungen ständig verstärkt und kaum infrage gestellt werden.

Der Mensch hat die bemerkenswerte Fähigkeit, etwas gleichzeitig zu wissen und nicht zu wissen. Oder genauer gesagt, er kann etwas wissen, wenn er wirklich darüber nachdenkt[11], wenn er also System 2 verwendet. Die meiste Zeit jedoch denkt er nicht darüber nach, weil er seinem System 1 zu fest vertraut, sodass er es tatsächlich nicht wirklich weiß. Es liegt in unserer Verantwortung System 1 zu hinterfragen und System 2 zu aktivieren. Es liegt in unserer Verantwortung, unsere wertvolle Zeit und Mühe dazu aufzuwenden, unser Unwissen aufzudecken und unsere Informationsquellen zu überprüfen. Und somit liegt es in unserer Verantwortung, die Wahrheit der Dinge zu ergründen – oder zumindest versuchen sie zu ergründen und die verschiedenen Versionen der Wahrheit abzuwägen. Wir bezeichnen uns selbst als wissend, weil wir durchaus die Kapazität, Dinge zu wissen, haben. Es wird Zeit unserer Selbstbetitelung als Homo Sapiens gerecht zu werden.



Quellen:

Post-Truth, in: ScienceDirect, https://www.sciencedirect.com/topics/social-sciences/post-truth, heruntergeladen am: 08.08.2024.

Diener, Markus: AHV-Ausgaben: Nicht 4 Milliarden daneben, sondern 14 Milliarden, in: InfoSperber, 07.08.24. https://www.infosperber.ch/gesellschaft/sozialversicherungen/ahv-ausgaben-nicht-4-milliarden-daneben-sondern-14-milliarden/, heruntergeladen am: 08.08.2024.

Joseph Goebbels, in: Holocaust Encyclopedia, https://encyclopedia.ushmm.org/content/en/article/joseph-goebbels-1, heruntergeladen am: 09.08.2024.

Ad Nauseam, in: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Ad_nauseam#:~:text=Zur%20Warnung%20vor%20einem%20%E2%80%9EBeweis,%E2%80%9C, heruntergeladen am: 11.08.2024.

Collins, John/Chandler, Matt: Did Adam and Eve really exist?. Who they were and why it matters. IVP Verlag, 2011.

Harari, Yuval Noah: 21 Lessons for the 21st century. London: Vintage, 2019.

Johnson, Jeff: Human Decision Making is Rarely Rational, in: ScienceDirect, 2021, https://www.sciencedirect.com/topics/computer-science/human-decision-making, heruntergeladen am: 11.08.2024.

Kahneman, Daniel: Thinking, Fast and Slow. New York: Farrar, Straus and Giroux, 2011.

Homo Sapiens, in: Wiktionary, https://de.wiktionary.org/wiki/Homo_sapiens#:~:text=Herkunft%3A,%5B1%5D%20Jetztmensch%2C%20Mensch, 12.08.2024.


[1] Post-Truth, in: ScienceDirect, 08.08.2024.

[2] Diener: AHV-Ausgaben nicht 4 Milliarden daneben sondern 14 Milliarden, 08.08.2024.

[3] Joseph Goebbels, in: Holocaust Encyclopedia, 09.08.2024.

[4] Ad Nauseam, in: Wikipedia, 11.08.2024.

[5] Collins/Chandler: Did Adam and Eve really exist?, S. 133.

[6] Harari: 21 lessons fort he 21th century, S. 272.  

[7] Johnson: Human Decision Making, 11.08.2024.

[8] Kahneman: Thinking, Fast and Slow, S. 37.

[9] Kahneman: Thinking, Fast and Slow, S. 78.

[10] Homo Sapiens, in: Wiktionary, 12.08.2024.

[11] Harari, 21 Lessons for the 21st Century, S. 281.