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Naomi Meier

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Letzte Woche schlug mir eine Streaming-App einen Track namens „Rich Girl Mood“ von Dounia und Kehlani vor. Ich spielte den Song ab, da mir die Coverart der Single gefiel.

Abgebildet war im Stil eines Ölgemäldes eine junge Frau mit Krone und herausgestreckter Zunge. Sobald die ersten paar Takte des Liedes durch meine Kopfhörer schallten, war ich hin und weg. Der Track ist eine traumhafte Mischung aus RnB und Hip-Hop. Es fühlt sich so an, als würde man in eine Welt voller flauschigen Wolken hereingezogen, bevor der Beat einsetzt. Dounia`s Stimme tönt zuerst weich, aber wenn man richtig hin hört, sind die Lyrics das genaue Gegenteil. Sie singt über ein reiches Mädchen aus L.A.,welches zwar viel Geld besitzt aber keine wirklichen Talente hat. Die Sängerin selbst möchte nicht ihren Platz einnehmen doch behauptet, dass sie ohne viel Geld mehr Style und Kreativität besitzt als dieses verwöhnte Mädchen. Am meisten beeindruckte mich der Flow von Dounia. Sie hat den Flow eines Rappers aber singt doch melodiös wie ein feenartiges Wesen.

Interessiert fing ich an, diese „Dounia“ auf Social Media zu verfolgen. Sie ist eine 23-jährige Singer-Songwriterin aus New York, kommt aber ursprünglich aus Marokko. In einem streng muslimischen Haushalt aufgewachsen, rebelliert sie nun mit ihrer Musik gegen das Traditionelle. Ihr Instagram-Account ist voll von Posts für Body-Positivity und generell ästhetisch anschaulich. Die Captions von ihren Posts sind so gut, dass man sie alle als Quotes einzeln im Zimmer aufhängen könnte.

In einem Interview erzählt sie über ihre Schulzeit und wie sie von Mitschülern als das Mädchen mit dem komischen Style bezeichnet wurde. Ebenfalls schwänzte sie oft den Unterricht, um den ganzen Tag „Desperate Housewifes“ zu schauen. Zur Journalistin sagte sie, dass sie schon immer wusste, dass sie etwas Künstlerisches machen wollte und voll auf Gedichte abfuhr. Nachdem sie von der Highschool flog, fing sie an, eigene Songtexte zu schreiben. Ihre Lyrics sang Dounia über Beats, welche ihr gefielen und das alles machte sie nicht in einem Studio sondern in ihrem Schlafzimmer. Bald einmal wurde ein Label auf sie aufmerksam und vor zwei Jahren veröffentlichte sie ihr erstes Studioalbum. Neben der Musik wurde ihr Instagram-Account gehypet, da Dounia keine Frau mit «Size Zero» ist und doch das trägt, was sie will.

Dounia ist eine selbstbewusste, hübsche junge Frau mit einem unvergleichlichen Flow und Beats, welche jedem Rapper Konkurrenz machen. Ihre Diskographie enthält von Emo-Songs bis Selbstliebe-Tracks so ziemlich alles und vor Allem good vibes.

In Zeiten des Social Distancing kann einem schnell mal langweilig werden. Um mich zu beschäftigen und Zeit zu vertreiben, habe ich wieder angefangen, mehr zu lesen. Auf Instagram bin ich auf ein Buch von Patti Smith gestossen, das Foto auf der Titelseite von ihr und ihrem Freund im Retro Look, hat mich sofort angesprochen.

„Just Kids“ von Patti Smith dokumentiert die Beziehung zwischen ihr und ihrem langjährigen künstlerischen Partner und Freund Robert Mapplethorpe. Die Autobiographie dokumentiert den Weg von zwei kreativen Köpfen ohne Geld, welche zu einflussreichen Künstler werden. Die Erlebnisse von dem Paar werden im New York der 70er Jahre eingebettet und bildhaft von Patti selbst beschrieben. Es fühlt sich so an, als sitzt man als Leser neben den zwei und lauscht ihren Ideen und Weltvorstellungen. Die Welt damals war im Wandel, vor allem durch den Vietnamkrieg geprägt und es waren turbulente Zeiten. Ende 60er kam der Summer of Love nach dem Woodstock Festival zu einem jähen Ende. Hippies tauschten ihre Blumenkronen gegen Leder und minimalistische Mode. Beeinflusst von Sex Drugs und Rock’n’Roll und vorherigen Rocklegenden wie Jimi Hendrix und Janis Joplin, kreierten die Kinder der 70er ihren eigenen Groove. Patti Smith und Robert Mapplethorpe wurden zu dem Gesicht dieser neuen Welle. Ebenfalls zu erwähnen sind die verschiedenen Treffen mit Musikern, Dichtern und Künstlern, welche genau dokumentiert werden. Etwa begleitet Patti eines Abends Rockikone Janis Joplin nachhause und singt ihr ein Gutgemacht-Lied.

Mehr als eine Autobiografie zeichnet das Buch ein Bild von zwei jungen Leuten voller Tatendrang und grossen Träumen. Es scheint so, als werden keine Details ausgelassen und alle Höhen und Tiefen des Paares werden ehrlich beschrieben . Eine Stelle, welche mir besonders blieb, war, als Patti am Anfang des Buches in New York nicht mal 50 Cent in der Tasche hatte, um ein Brötchen zu kaufen.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt und dokumentiert von der konservativen Kindheit der beiden bis zu Roberts Aufstieg als Fotograf und Pattis Aufstieg als Rocksängerin fast alles. Die Wörter werden getragen von dem Versprechen, das Patti und Robert auch wenn sie nicht mehr zusammen sind, immer für einander da sein werden.

Besonders zu empfehlen ist das Buch für Musikfans und Leser, welche nicht die 0815-Liebesgeschichte erwarten. Die Autobiographie wird untermalt mit geschmacksvollen schwarz-weiss Polaroids des Paares und den Schauplätzen des Geschehens. „Just Kids“ ist ein Liebesbrief an die 70er Jahre und wirkt gleichzeitig als Memoir für den verstorbenen Robert Mapplethorpe.

Die Musiktrends haben sich in den 2010er Jahre stark verändert. Von purer Popmusik zu Dancepop, EDM und neuerdings einer Mischung von allen Genres. Das dominanteste Genre bleibt bis heute Hip-Hop. Dennoch ist in den letzten Monaten ein Trend aus vergangenen Zeiten wieder auferstanden; die 80er sind zurück !

„We live in exceptional times.“ Dieser Satz heisst auf Deutsch übersetzt „Wir leben in einer aussergewöhnlichen Zeit.“ und wird in der Schweiz aktuell die neue Realität.

Letzten Freitag hat der Bundesrat verschärfte Massnahmen gegen das Coronavirus bekanntgegeben, welche das öffentliche Leben von jedem Bürger sehr einschränken werden. Alle Schulen sind geschlossen, Veranstaltungen von über 100 Personen verboten und in Bars und Restaurants dürfen sich nicht mehr als 50 Personen aufhalten. Zuletzt wurden solche Massnahmen in der Schweiz zu Zeiten des Krieges oder der spanischen Grippe ergriffen.

Wir befinden uns momentan in einem Ausnahmenzustand und uns bleibt nichts anderes übrig, als uns an diese Verordnungen anzupassen. In Zeiten wie diesen ist Egoismus fehl am Platz und das eigene Wohl muss einmal hinter alles andere gestellt werden. Wenn jeder Bürger den Massnahmen folgt und dafür sorgt, dass es andere ihm gleichtun, wird diese Krise hoffentlich bald vorüber sein.

Natürlich ist es nicht cool, dass alle Partys und grössere Veranstaltungen abgesagt wurden aber es ist nicht das Ende der Welt. Unser ganzes Sozialleben wird wohl für eine unbekannte Zeit gebremst, absterben wird es trotzdem nicht. Kleinere Treffen können immer noch stattfinden, wenn man vorsichtig ist und sonst gibt es auch andere Möglichkeiten, um sich selbst zu beschäftigen. Vielleicht wieder mal ein Buch lesen, für das man sonst keine Zeit hat, Filme anschauen, Joggen oder sein Zimmer aufräumen. Da die meisten Hobbys nun wegfallen, müssen Alternativen gesucht werden. Werdet kreativ !

Diese neuen Regeln sind keine Ausrede dafür, sich in sein Zimmer zu verkriechen und nichts zu tun. Mit Freunden kann immer noch Facetime gemacht werden und Anrufe sind nicht verboten. Wir leben in einer technologisch so fortgeschrittenen Zeit, dass fast alles übers Handy möglich ist.

Es nützt nichts, sich über diese neuen Massnahmen aufzuregen oder zu denken, dass man der Einzige ist der darunter leidet. Wir sind alle davon betroffen. Wir als Bevölkerung, müssen uns an diese neue Situation anpassen und versuchen, das Beste daraus zu machen.

Meiner Meinung hält diese Krise eine Lektion bereit; Wir lernen, mit weniger auszukommen und wir lernen, zusammenzustehen. We live in exceptional times.

Für alle, welche inmitten von diesem Chaos eine Beruhigung brauchen :

Chill-Playlist

Three Little Birds – Bob Marley

Be Alright – Ariana Grande

Imagine – John Lennon

Here Comes The Sun – The Beatles

What A Wonderful World – Louis Armstrong

One Love/People Get Ready – Bob Marley


Die Autorin vertritt ihre eigene Meinung.

Kurt Cobain wäre letzte Woche, am 20. Februar, 53 Jahre alt geworden. Mehr als fünfzig Jahre sind vergangen, seitdem er Selbstmord begangen hat und mit 27 Jahren gestorben ist. Bis heute gilt der Frontman von Nirvana als der letzte echte Rockstar und wird als Ikone gefeiert. Fast kein Musiker aus den 90er Jahren ist über Generationen so in den Köpfen von den Menschen geblieben wie Cobain.

Sein Tod ist bis heute umstritten und die Theorien dazu sind äusserst verschieden. Manche glauben, es sei wie in der Zeitung berichtet tatsächlich Selbstmord gewesen, andere deuten auf Mord und wenige behaupten, Kurt Cobain lebe bis heute noch an einem unbekannten Ort. Mit 27 ist der talentierte Sänger und Songwriter im gleichen Alter gestorben wie einige berühmte Musiker vor ihm. Amy Winehouse, Jimi Hendrix und Janis Joplin sind einige grosse Namen in der Musik, welche auch mit dem selben Alter umgekommen sind wie Cobain und zusammen den berüchtigten «Club 27» bilden. In einer Dokumentation über das Leben von Kurt wird erwähnt, dass der Rockstar anscheinend besessen von der Idee war, zu diesem Club zu gehören und sich darum das Leben genommen hat.

Natürlich bleibt Cobain auch noch bis heute in Erinnerung wegen seiner Musik. Seine Band Nirvana gehört zu den erfolgreichsten Bands aller Zeiten. «Smells Like Teerspirit», der wohl monumentalste Hit der Band, spielt heute noch in Clubs und ist eines der bekanntesten Lieder aller Zeiten. Nirvana machte Grunge zu Mainstream, ohne es wirklich zu wollen. Die depressiven und abstrakten Texte zu den Liedern wurden alle von Cobain verfasst und fanden bei Jugendlichen in der ganzen Welt Anklang. Kurt Cobain wurde als Sprecher der Generation X, der Jugend der 90er, bezeichnet und der Sound von Nirvana wurde zum Sound der Rebellion gegen Eltern und die Gesellschaft. Die Band und vorallem Kurt litt unter dem grossen Erfolg, den sie nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums «Nevermind» hatten.

Neben all dem werden auch die progressiven Ansichten von Kurt Cobain und Nirvana gefeiert. Folgendes Zitat ist auf der Innenseite des Albums Incesticide zu lesen : «At this point I have a request for our fans. If any of you in any way hate homosexuals, people of different color, or women, please do this one favor for us — leave us the fuck alone! Don’t come to our shows and don’t buy our records.»

Letztlich bleibt, dass Kurt Cobain mit Gitarre in der Hand den Mythos Rockstar verkörperte. Der schmächtige Mann mit halblangen blonden Haaren und abgenutzten Kleider wurde von Massen von Fans angebetet und wie ein Gott hochgehoben. Sein gutes Aussehen brachte die Mädchen zum Kreischen und seine Musik verwandelte jedes Publikum in ein riesiges Moshpit. Mehrere Male endeten Konzerte der Band im Chaos, da das ganze Equipment von der Band selbst zerstört wurde, wie man es von echten Rockstars erwarten würde.

Musiktipp : Neben allen Liedern von Nirvana, vorallem das MTV – Unplugged Set der Band in New York.

Seit anfangs Jahr, schlägt eine Virenkrankheit namens «Corona-Virus» grosse Wellen in den Medien. Dieser Virus sollte sich auf einem Tiermarkt in der Provinz Wuhan in China von Tier zu Mensch übertragen haben. Beim infizierten Mensch kann die Erkrankung als leichte Erkältung anfangen und im schlimmsten Falle mit dem Tod enden.

Seit dem Ausbruch sind chinesische Grossstädte unter Quarantäne gestellt worden und die Weltgesundheitsorganisation hat den internationalen Gesundheitssnotstand ausgerufen. Momentan schaut die ganze Welt atemlos auf China und das Vorgehen, um diese Epidemie zu bekämpfen.

Neben den aktuellen Zahlen und Berichten, die jeden Tag die neusten Entwicklungen des Virus wiedergeben, haben sich unzählige Falschmeldungen über die Krankheit in den sozialen Medien verbreitet. Ein User hat ein Video hochgeladen, indem zu sehen ist, wie ein Chinese eine Suppe mit einer gekochten Fledermaus isst und dies als Grund für den Ausbruch der Krankheit darstellt. Ebenfalls sind online Fotos von Dokumenten aufgetaucht, welche beweisen sollten, dass ein Team von Ärzten das Corona-Virus erfunden und patentiert hat. Diese Falschmeldungen verbreiten sich wie ein Lauffeuer und versetzen die Welt in eine unglaubliche Hysterie. Leute, welche solchen Posts Glauben schenken, retweeten und teilen sie, so dass sich deren Reichweite rasant erweitert.

Social Media ist in ernsten Situationen wie diese Epidemie es ist, ein sehr gefährliches Tool. Innerhalb von Sekunden kann mit einem Klick ein Post verbreitet werden, welcher die ganze Welt in Aufruhr versetzt. Auch Live-Ticker zum aktuellen Stand der Krankheit auf Zeitungswebseiten helfen nicht, um sich distanziert über das Thema informieren zu können.

Kein Artikel kann uns hier in Europa die tatsächliche Situation in China und den betroffenen Ländern schildern. Das Wichtigste in dieser Situation ist nicht die Berichtserstattung sondern das Massnahmen ergriffen werden, um eine Verbreitung dieser Krankheit zu verhindern. Der Fokus sollte auf den Betroffenen bleiben und wie ihnen geholfen werden kann und nicht darauf, welche Zeitung die beste Schlagzeile des Virus hat.

 

Mac Miller verstarb am 7. September 2018 an einer Überdosis. Vor Kurzem ist sein letztes Album namens “ Circles“ erschienen. Das Album ist nicht voller Hits oder aufwendiger Produktion. Es ist nicht triumphal sondern einfach nur ehrlich. Die 12 Songs könnten eine Momentaufnahme von einem jungen Mann, gequält von Drogenproblemen und Depressionen, kurz vor seinem Tod sein. Die meisten Songs handeln von Isolation, unterdrückten Gefühlen und davon, wie schwer es ist, in dieser heutigen Welt noch einen Tag zu überleben. Ebenso erzählen die Lyrics von Liebe und einer Hoffnung, die trotz allem noch irgendwie zu existieren scheint. Die Melodien, welche seine Stimme begleiten, sind oft zurückgeschraubt voll Synthesizer und leichter Gitarre und manchmal leicht funkig. Man wird in eine andere Welt hineingezogen und verweilt dort eine Weile auf einer Wolke im grauen Himmel von Millers Gedanken. „Circles“ ist nicht das beste Rap Album aber es ist wohl das intimste dieses Jahres. Mac Miller wird für immer als ein Rapper in Erinnerung bleiben, der nie Angst hatte, seine Gefühle zu zeigen. Er hatte einen eigenen Sound und revolutionierte Hip-Hop auf seine Weise. Mit 26 ist er viel zu früh von dieser Erde gegangen aber hinterlässt ein beeindruckendes musikalisches Erbe.

Meine Lieblingstracks des Albums : Good News, I Can See, Blue World, Surf

Titelbild: Warner Records / Brick Stowell