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Cynthia Gehrig

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Mutproben begleiten uns schon seit klein auf. Wer erinnert sich schon nicht an die Aufgaben, die wir im Kindergarten so schrecklich fanden: Wer wagt es, fünf Minuten alleine im dunklen Keller auszuharren? Wer hat den Mut, den älteren Kindern „Idioten“ hinterher zu brüllen? Wer traut sich, im Dorfladen heimlich einen Kaugummi einzustecken? Je älter man wurde, desto mehr verloren diese Mutproben ihren Reiz. Plötzlich kosteten andere Dinge Überwindung: Sich zu entschuldigen. Den Eltern seine schlechte Note in Mathe zu zeigen. Seinem Schwarm seine Liebe zu gestehen. Dem Schultyrann gehörig seine Meinung zu sagen.

Als kleines Kind war mein grösster Traum, endlich erwachsen zu werden: Schon früh begann ich mit meinen Freunden unsere Eltern nachzuahmen und eifrig ältere Leute auf der Strasse zu beobachten, nur um so bald wie möglich auch wie sie zu sein. Jetzt, einige Zeit später, stellt sich mir die Frage nach der Bedeutung des Erwachsensein. Und wie es sich zeigt. Oder was es mir nützt.

Als ich zum ersten Mal „The Perks Of Being A Wallflower“ gelesen habe, war ich etwa zwölf Jahre alt und hatte keine Ahnung von nichts. Dementsprechend war ich recht verwirrt, als mein junges Ich den Satz „Und in diesem Moment waren wir unendlich“ gelesen hat. Was bedeutet es, sich unendlich zu fühlen? Ist das überhaupt möglich? Ich weiss noch ganz genau, dass ich mir darüber schrecklich viele Gedanken gemacht habe und letztendlich enttäuscht war, weil ich mir darunter überhaupt nichts vorstellen konnte. Heute, circa vier Jahre später, muss ich dieses Buch in der Schule lesen. Und ich verstehe den Satz. Irgendwie.

In den Medien gibt es täglich neue Schlagzeilen, doch ständig liest man vom Selben: Vom Hass, der die Leute auf dieser Welt langsam erfüllt und hartnäckig jeder ihrer Entscheidungen und Worte beeinflusst. Man kann kaum noch den Leuten Glauben schenken, die über Nächstenliebe sprechen. Wieso sind wir Menschen so hasserfüllt?

Über den Lohn zu sprechen gilt in der Schweiz als Tabuthema: In einigen Firmen ist es den Mitarbeitern vertraglich sogar verboten, über ihr Einkommen zu sprechen. Ein Grund mag sicherlich sein, dass Lohndiskussionen unter Kollegen in vielen Fällen zu Beschwerden bei der Geschäftsleitung führen. So ist es für viele unverständlich, weshalb der Arbeitskollege mehr verdient als man selber, obwohl beide dieselbe Stelle haben. Vor allem der sogenannte „Gender Pay Gap“ stellt in der heutigen Zeit der feministischen Bewegung ein Problem dar. So kommt es oft vor, dass Frauen bei gleicher Stellung bis zu 16 Prozent weniger Lohn pro Stunde erhalten als ihre männlichen Mitarbeiter. Als Gründe werden angeblicher Kompetenzmangel oder aufwendige Umstrukturierungen bei einem Mutterschaftsurlaub genannt. Um gegen diese starke Lohndifferenz vorzugehen, verlangen einige Politiker eine Lohntransparenz innerhalb der Firmen.

Die Eidgenössisch-Demokratische Union, abgekürzt EDU, ist eine christliche und nationalkonservative Partei. Bei den letztjährigen Parlamentswahlen gelang ihnen nach den Wahlen 2011 und 2015 wieder der Sprung in den Nationalrat. Jedoch erreichten sie dort nur einen Sitz. In der Schweizer Politiklandschaft gilt sie also als eine Kleinpartei. Weshalb man die EDU trotzdem nicht gleich abstempeln sollte, erzählt uns EDU-Mitglied Samuel Kullmann, Berner Grossrat und Politologe. 

Was mal als eher kleine Bewegung anfing, gilt heute als eine der Grössten überhaupt – der Feminismus. Doch gleichzeitig zählt er auch als einer der Umstrittensten: Nicht jeder erfreut sich an den zahlreichen Feministen, die gemeinsam für das gleiche Recht aller Geschlechter kämpfen wollen. Diese Abneigung hängt mit Vorurteilen zusammen, die durch ein falsches Bild und Extremisten entstehen.

Ich bin grundsätzlich nicht abergläubisch. Ich fürchte mich nicht, wenn eine schwarze Katze links an mir vorbei läuft oder wenn ich ein wenig Salz verstreue. Ich erwarte an einem Freitag den 13. auch kein grosses Unglück. Trotzdem wünsche ich mir jeden 1. Januar, um Punkt Mitternacht, etwas. Denn es heisst, dass sich all seine Neujahrswünsche erfüllen, wenn man in der ersten Minute des neuen Jahres ganz fest seine Augen schliesst und sich dabei etwas wünscht. Ich wünsche mir jedes Jahr in etwa das Gleiche. Dieses Mal sollen meine Wünsche jedoch nicht nur mein 2020 zu einem tollen Jahr machen. Dieses Mal wünsche ich auch dir ein wenig Glück für das neue Jahr. Und dann wünsche ich dir noch ein wenig mehr.