Wir in der Schweiz sind gut ausgestattet mit dem Mediensystem. So herrscht hierzulande zum Beispiel Meinungs- und Informationsfreiheit, wovon Menschen in anderen Ländern oftmals nur träumen können. Man kommt in der Schweiz beinahe tagtäglich mit den Medien in Kontakt, bewusst oder unbewusst. Doch wie ist das Schweizer Mediensystem aufgebaut? 

Hier das wichtigste zusammengefasst: 

Das Schweizerische Mediensystem ist in zwei Parteien gegliedert: Die öffentlich-rechtlichen Rundfunk Anbieter sowie private Anbieter. Diese zwei Gruppen unterscheiden sich im wesentlichen nur in ihrem Auftrag und der Finanzierung. So werden die öffentlich-rechtlichen Anbieter in der Schweiz vom Staat finanziert. Das heisst genauer, es werden Beiträge, ähnlich wie Steuern, über das Schweizer Volk erhoben, welche die Kosten decken. Dieses Geld wird jährlich pro Haushalt verrechnet und von der Firma Serafe eingezogen. 

Private Rundfunkanbieter der Schweiz werden in Einzelfällen durch Pay-TV, und in den meisten Fällen über Werbung finanziert. Das führt dazu, dass der private Rundfunk sehr auf die Einschaltquoten angewiesen und gewinnorientiert ist. Deshalb wird an die privaten Sender auch keine so grosse Anforderung bezüglich der Inhalte gestellt, anders als bei öffentlich-rechtlichen. 

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk leistet einen sogenannten „service public“. Der „service public“ beinhaltet einige Anforderungen, welche jene Sender die zu dieser Gruppe gehören, einhalten müssen. Diese Bedingungen stellen sicher, dass jede in der Schweiz lebende Person dieselben Leistungen zu möglichst günstigen Bedingungen erhalten sollen. Ausserdem will er sicherstellen, dass neutral und über die wichtigsten Dinge berichtet wird. Dies ist alles in Artikel 24 des Schweizerischen Bundesgesetzes für das Radio und das Fernsehen festgehalten. 

Hier ein kleiner Ausschnitt der wichtigsten Leistungen, welche ein öffentlich-rechtlicher Sender erbringen muss: 

  • Alle Landessprachen müssen vertreten sein (mind. 1 Radiosendung in Rätoromanisch)
    • Gleichwertiges Angebot für alle Sprachregionen
  • Freie Meinungsbildung
  • Förderung der Bildung der Gesellschaft
  • Inklusion (Gebärdensprache)
  • Zusammenhalt fördern
    • Z.B. zwischen Auslandschweizern und Schweizern
  • Informativ/aufklärend und nicht wertend
  • Politisch neutral

Sender welche dem Spektrum der privaten Anbieter angehören, haben auch Richtlinien und Reglemente, die sie zu befolgen haben. Allerdings sind diese weniger streng. Dennoch besagt das Bundesgesetz zum Beispiel, dass Radio sowie Fernsehen zu den Bereichen der Bildung, der kulturellen Entfaltung und der freien Meinungsbildung einen Beitrag leisten sollen. Aber auch die Unterhaltung soll gestützt werden. Weiter sollen die Besonderheiten des Landes und die Vielfalt der Ansichten angemessen und sachgerecht dargestellt werden. 

Das Mediensystem der Schweiz wird als ein duales Rundfunksystem bezeichnet, da es ein Zusammenspiel aus privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern ist. In anderen Ländern ist dies nicht immer der Fall. Es wird auch hierzulande häufig diskutiert, ob es denn sinnvoll ist, ein duales System zu bewirten, oder ob es an der Zeit wäre, ein anderes System zu wählen.

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