Der Sommer war spät dran. Doch als am Samstagabend das Licht über dem Winterthurer Kirchplatz weicher wurde, stimmte plötzlich alles: Die letzten Sonnenstrahlen tasteten sich über die Bühne und dann trat AMOS auf. Sechs Musiker:innen, die ihre Instrumente nicht nur spielen, sondern miteinander atmen. Mit Songs voller Melancholie, Groove und überraschender Klarheit trugen sie das Publikum bis in die Dämmerung. Während der letzte Ton langsam verklang, war längst spürbar: Diese Band hatte nicht nur performt, sie hatte etwas hinterlassen!
So gewann AMOS das Band-it 2025.

Nur wenige Minuten nach der Rangverkündigung konnte Tize-Redaktorin Olivia die frisch gekürte Band im Backstagebereich abfangen. Euphorisiert, überwältigt und zwischen Kabelsalat und Applaus beantworteten sie erste Fragen zum Erfolg – genau mit der Energie, die sie auch auf die Bühne gebracht hatten.

Noch nicht ganz angekommen: Ein Abend, der bleibt

Wie fühlt sich dieser Moment für euch an?

Iva: «Bei mir ist es noch nicht ganz angekommen. Alle springen herum. Ich brauche noch einen Moment.»

Max: «Es ist surreal. Aber schön surreal. Mein Kopf funktioniert noch nicht ganz.»

Yves: «Man hofft es. Aber man rechnet nicht damit.»

Die Jury entschied nach den Kriterien Bühnenpräsenz, Komposition/Arrangement und musikalischer Gesamteindruck. Doch was AMOS auf die Bühne brachte, war mehr, nämlich das, was eine Band zur Band macht: Vertrauen, Timing, Respekt und den Mut, auch mal Platz zu lassen.

Pop mit Tiefgang und Jazz im Herzen

Wie beschreibt ihr euren Sound?

Yves: «Poppig, aber mit gut arrangierten Parts. Auch Funk ist drin.»

Max: «Pop mit Einflüssen schwarzer Musik.»

Iva: «Viele von uns kommen aus der Jazzwelt. Das merkt man an der Art, wie wir denken, schreiben, spielen.»

Entstehung, Name und Zusammenspiel

Gegründet wurde AMOS von Max. Der Name? Sein Zweitname.

«Kurz, klar, einprägsam. Es hat einfach gepasst», sagt er.

Die Mitglieder kennt er aus früheren Projekten. Einige spielten bereits gemeinsam in einem Jazzquartett, das 2023 den Förderpreis der Musikschule Konservatorium Zürich gewann.

Nico: «Alle wissen, wann sie spielen und wann nicht. Raum geben gehört bei uns zum Bandgefühl.»

Iva: «Wir fahren keinen Ego-Trip. Das Ganze zählt.»

Und das merkt man, auch im Schreibprozess: Meist bringe eine Person eine Idee mit, doch ausformuliert und geformt werden die Songs gemeinsam. «Es passiert viel im Raum und in der Stimmung», meint Max.

Zwischen Beerdigung und Instagram

Was inspiriert euch?

Samuel: «Ich übernehme oft unbewusst Elemente aus dem R’n’B. Nicht gezielt! Es passiert einfach.»

Max: «Ein Song entstand nach einem Insta-Reel. Jemand spielte an einer Beerdigung Orgel. Das war so intensiv, dass ich es musikalisch übersetzen wollte.»

Yves: «Inspiration ist überall: Man muss einfach mit offenen Ohren durchs Leben.»

Herausforderung angenommen und gemeistert

Als Pianist Yann sechs Tage vor dem Finale ausfiel, schien kurz alles zu kippen. Doch Stefano konnte einspringen.

Stefano: «Ich musste meine Ferienproben abbrechen und mich reinhängen. Aber es hat geklappt.»

Max: «Wir kennen uns schon länger, das hat es möglich gemacht. Niemand im Publikum hat’s gemerkt.»

Die Botschaft? Ganz einfach

Max: «Die Musik muss sich gut anfühlen. Sonst funktioniert sie nicht.»

Iva: «Musik ist Begegnung. Es ist etwas völlig anderes, allein zu Hause zu spielen oder mit fünf anderen Menschen zusammen, die deine Ideen mittragen und weiterspinnen.»

Yves: «Findet Leute, mit denen es Spass macht. Lasst euch Zeit. Und glaubt daran. Es kommt meistens gut – egal was.»

Zukunftsmusik

Wie geht’s weiter?

Das Preisgeld von 3’000 Franken wird in Studioaufnahmen investiert.

Yves: «Wir arbeiten an neuen Stücken.»

Max: «Wir wollen aufnehmen und dann auf Spotify, Apple Music und alles, was dazugehört. Ohne Förderung wie dem Band-it wäre das kaum möglich.»

AMOS ist also gerade erst gestartet. Wer sie live gesehen hat, weiss: Da kommt noch etwas. Mit dem Gewinn des Band-it im Rücken starten AMOS ins nächste Kapitel. Wer den Abend auf dem Kirchplatz verpasst hat oder die Stimmung noch einmal erleben will, bekommt die Chance: Die 1. – 4. Platzierten treten am Sonntag, 31. August 2025, um 18.00 Uhr im Moods (Schiffbauplatz, Zürich) auf.

Das ist die Gelegenheit, AMOS ganz nah zu erleben, sie auf der Bühne zu feiern und die Entstehung ihres nächsten Kapitels live mitzuerleben. Kommt vorbei, macht Lärm und unterstützt die lokale Szene!

Mehr zu Amos findest du hier auf Instagram.

Fotos: @Ethan Welty
Interview: @oliviaglatz

Die 1. – 4. Platzierten kannst du am 31. August nochmals erleben.

📆 Sonntag, 31. August 2025
 18.00 Uhr (Türöffnung)
📍 Moods, Schiffbauplatz – 8005 Zürich
🎫 Eintritt:
kostenlos

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